Rainer Thiel (SPD) wettert gegen Regionalplan: Zu viele Windräder für GV „Sonne und Wind vernichten auf Dauer viele Arbeitsplätze“

Grevenbroich · Es gibt in Norddeutschland Windräder, ganze Windparks, die fix und fertig, aber dennoch nicht ans Netz angeschlossen sind. "Weil die Leitungen fehlen", so Landtags-Abgeordneter Rainer Thiel (SPD). Trotzdem bekommen die Betreiber ihre garantierten Abnahmepreise.

Und damit die Rotoren nicht einrosten, werden sie von Diesel-Aggregaten (!) langsam am Laufen gehalten.

Thiel hadert mit der bundesdeutschen Energie-Politik: "In 2015 wurde eine Milliarde Euro dafür gezahlt, dass im Norden Windkraftanlagen abgeriegelt wurden", stellt er verständnislos fest. Und weiter: "Der Bürger zahlt Unsumme für die erneuerbaren Energien — im Jahr 28 Milliarden, für einen Wert von 1,5 bis zwei Milliarden. Der Rest ist reine Subvention."

Klar, dass dem hiesigen Landtags-Abgeordneten in diesem Zusammenhang auch der neue Regionalplan aufstößt: Weil sich die rot-grüne Landesregierung das Ziel gesetzt, bis 2020 50 Prozent des Strombedarfs aus Windkraft zu generieren, sollen über den besagten Plan neue Flächen für Windräder ausgewiesen werden.

"Restriktionsfreie Flächen" sei dabei das entscheidende Stichwort: In Einflugschneisen der Flughäfen, in besonders schützenswerten Landschaften oder in den eh an Freiflächen armen Großstädten sind die "Windspargel" nicht möglich, so dass die Planer — unter der deutlichen Vorgabe, auf die von den Städten und Gemeinden eingerichteten "Vorrangsflächen" keine Rücksicht zu nehmen — die verbleibenden Bereiche in der Region äußerst gut bestückt haben.

Für Grevenbroich zum Beispiel sind insgesamt 684,5 Hektar vorgesehen. "Das sind fünf Prozent der Gemeindefläche. Das ist enorm viel", warnt Rainer Thiel. Zum Vergleich: Die gesamte Industrie belegt nur zwei Prozent der Fläche des Landes Nordrhein-Westfalen. Und im Regierungsbezirk Düsseldorf liegt das Plansoll an Windkraftflächen im Durchschnitt

bei nur einem Prozent. "Wir sollen also fünfmal über Durchschnitt belastet werden", echauffiert sich Thiel.

"An der Stelle muss man neu nachdenken, ob das alles sinnvoll ist", fordert der heimische SPD-Politiker, der immer wieder auf die Probleme verweist, die durch die politisch verordnete Vorrangstellung der erneuerbaren Energien hinweist: Es werden "Negativ-Preise" gezahlt (Erzeuger bekommen Geld, ohne Strom zu liefern). Bei Überkapazitäten wird Strom ins Ausland verschenkt. Die "Erneuerbaren" müssen keine "Systemverantwortung" übernehmen; die bekommen die konventionellen Kraftwerke zugeschoben. Und das alles, "damit die Produzenten ihre sichere Rendite von sieben bis acht Prozent bekommen", so Thiel.

Zahlen müssten

das die Verbrau-

cher. Und die Unter-

nehmen, für die die künstlich hoch gehaltenen Energiekosten ein echter Wettbewerbsnachteil im internationalen Vergleich sei-

en: "Wir vernichten Arbeitsplätze", bringt es Rainer Thiel auf den Punkt.

Und noch eins merkt der streitbare Politiker an: "Durch den Zuwachs an erneuerbaren Energien haben wir noch nicht eine Gramm CO² eingespart." Grund sei, dass Wind

und Sonne eben keinen Dauerstrom liefern. "Und wenn zu viel Strom da ist, sind wir technisch nicht in der Lage, diesen zu speichern. Deswegen gilt der Satz ,Die Sonne schickt keine Rechnung' nicht. Der Ökostrom kostet uns 30 Cent pro Kilowattstunde extra", so der SPD-Politiker.

(Kurier-Verlag)