Stärkung der Jugendhilfe in den Stadtteilen „DB“ setzt auf Prävention

Grevenbroich · Die Fraktionen von SPD, FDP, „Grünen“ und „Mein Grevenbroich“ bringen zur Sitzung des Hauptausschusses am 5. Februar einen gemeinsamen Antrag zur Stärkung der Jugendhilfe in den Stadtteilen ein.

Das „Dialog-Bündnis“ bei seiner Vorstellung.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

„Ziel ist es, Familien frühzeitiger, wohnortnah und besser vernetzt zu unterstützen – und gleichzeitig die stetig steigenden Kosten in der Jugendhilfe zu stabilisieren“, erklärt Daniel Rinkert, Vorsitzender der SPD-Fraktion.

Die Aufwendungen für Hilfen zur Erziehung sind allein im Haushaltsjahr 2024 auf rund 17,6 Millionen Euro angestiegen. Diese Entwicklung ist landesweit zu beobachten.

Markus Schumacher, Vorsitzender der FDP-Fraktion sagt: „Wir sehen allerdings ein Potential, durch eine stärkere Koordination und Zusammenarbeit im Stadtteil wirksamer und präventiver zu handeln.“

Konkret soll die Verwaltung beauftragt werden, das Zusammenwirken zentraler Akteure im Quartier– wie KiTas, Schulen, OGS, Jugendarbeit und weitere Partner – darzustellen und daraus die fachlichen Konsequenzen für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe abzuleiten. Dabei sollen auch übergreifende, ganzheitliche Maßnahmen entwickelt werden, die Familien direkt in ihrem Lebensumfeld erreichen. Zudem sollen die aktuellen Empfehlungen der Gemeindeprüfanstalt zur Optimierung der Jugendhilfe berücksichtigt werden.

„Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie frühe, niedrigschwellige und barrierearme Angebote dazu beitragen können, aufwendige stationäre Hilfen zu vermeiden oder zu reduzieren“, erklären Renate Steiner und Dr. Peter Gehrmann die beiden Vorsitzenden der „Grünen“-Fraktion.

Auch teilstationäre Angebote und Tagesgruppen werden als mögliche Bausteine im Antrag genannt. Ergänzend soll die Rolle von Sportvereinen, Kulturstätten, Beratungsstellen sowie medizinischen Einrichtungen stärker in den Blick genommen werden.

„Unsere Zukunft liegt in den Grevenbroicher Familien. Deshalb wollen wir Unterstützung dort anbieten, wo sie gebraucht wird: direkt in den Stadtteilen“, betont Martina Suermann-Igné, Vorsitzende von „Mein Grevenbroich“. Die konzeptionelle Umsetzung soll dabei konsequent aus der Perspektive der Kinder erfolgen.

Um den Anspruch einer effizienteren Jugendhilfe auch haushalterisch zu unterstreichen, sieht der Antrag eine Absenkung des entsprechenden Produktbereichs um ein Prozent (159.000 Euro) vor – verbunden mit der Erwartung, bereits im laufenden Jahr erste positive finanzielle Effekte zu erzielen.

(-ekG.)