Maria Peiffer war elf Jahre lang Vizebürgermeisterin in Rommerskirchen – erst neben Albert Glöckner, dann für Martin Mertens. Erst mit Erreichen des 75. Lebensjahres schied sie auf eigenen Wunsch aus diesem Amt. Sie erhielt für ihr Wirken das Bundesverdienstkreuz am Bande und die Ehrengabe der Gillbach-Gemeinde Rommerskirchen.
Jetzt meldete sie sich in der Redaktion des Erft-Kurier zu Wort: „Ich möchte, dass Harry Marquardt stellvertretender Bürgermeister bleibt. Er hat immer gut mit Martin Mertens zusammengearbeitet.“ Der Streit zwischen beiden SPD-Lagern müsse unterbleiben, sie sollten sich alle zusammenraufen. „Dann ist das Ding erledigt“, ist Maria Peiffer überzeugt.
Doch so weit ist es noch nicht: Zwischen den SPD-Partei-Mitgliedern, die in der SPD-Fraktion geblieben sind, und den SPD-Partei-Mitgliedern, die die Fraktion „Wir für Grevenbroich“ gegründet haben, soll bekanntermaßen ein Mediationsverfahren für neue „Verträglichkeit“ sorgen. Es heißt, vor allem die jeweiligen Galionsfiguren Annette Greiner und Sibille Bender müssten dafür noch viel Vertrauensarbeit leisten.
Derweil betreibt Stefan Kunz, liberaler „Einzel-Spieler“ im Gillbach-Gemeinderat, die Abwahl des frisch gewählten zweiten stellvertretenden Bürgermeisters Harry Marquardt. Dafür braucht er jede Menge Unterstützer.
Wie gestern berichtet, unterstützen die „Grünen“ die Abwahl. Gunnar Dykstra für die Fraktion: „Mit seinem Schritt hat sich die politische Grundlage verändert, auf der dessen Wahl vor einem Monat beruhte. Harry Marquardt und die drei weiteren Mitglieder der neu gegründeten Fraktion ,WfR’ wussten schon zum Zeitpunkt der Wahl im November, dass sie kurz darauf die SPD-Fraktion verlassen würden.“
Und weiter: „Eine Neuwahl schafft Klarheit für alle Beteiligten und stärkt damit die demokratische Kultur im Gemeinderat.“
Auch die AfD sprach sich gegenüber dem Erft-Kurier für eine Abwahl aus: „Ich werde die Abwahl betreiben. Ob mit Kunz oder nicht, das ist mir egal“, machte Partei- und Fraktions-Chef Stefan Hrdy deutlich.
Gleichzeitig sprach er von einem „Konflikt, der eigentlich nicht entstehen musste“, wenn SPD und Marquardt – im Wissen um die bevorstehende Fraktionsspaltung – vorausschauender gehandelt hätten. „Jetzt ist die SPD in der Verantwortung. Eine elegante Lösung wäre Marquardts Rücktritt.“
Und die CDU? Fraktionsvorsitzender Holger Hambloch sagte einer örtlichen Tageszeitung, dass seine Partei der SPD bei der Lösung des internen Problems „nicht dazwischenfunken“ wolle. Da stehe er bei Annette Greiner im Wort.