1. Jüchen

Mit Nadel und Faden schützen:: Ehrenamtler nähen Masken

Mit Nadel und Faden schützen: : Ehrenamtler nähen Masken

Mundschutzmasken sind rar. Viele Altenheime und Arztpraxen haben keine mehr zur Verfügung. Das Personal kann sich kaum schützen – und das obwohl in Corona-Zeiten doch genau das gewollt wird.

Deshalb finden sich immer mehr Ehrenamtler zusammen, die Gesichtsmasken nähen. Die dürfen übrigens nicht als Schutzmasken bezeichnet werden, da sie nicht wie professionelle Schutzmasken wirken. Aktuell befinden sie sich weltweit in der Diskussion (WHO, Österreich). Sie erzielen aber dennoch wohl einen Schutz von bis zu 60 Prozent durch die Reduzierung der Tröpfchenübertragung – und das ist am Ende besser als gar kein Schutz.

Jüchen. Rosi Bruchmann ist Schneiderin aus voller Überzeugung. „Da ich den Mindestabstand von zwei Metern beim Abstecken aber nicht einhalten kann, kann ich aktuell nicht arbeiten wie sonst“, erzählt die Jüchenerin.

  • Donat Brandt ist von der Wirksamkeit der Gesichtsmasken in der Corona-Krise überzeugt. In einem weiteren Bericht (Seite 15) räumen wir mit Vorurteilen auf. <![CDATA[]]>
    Donat Brandt importiert Gesichtsmasken direkt aus China: : „Der billigste Toaster kann eben nicht aus Deutschland kommen“
  • Übergabe durch den „Türkisch-Deutschen Freundeskreis“ aus Jüchen an das Wohnhaus der Lebenshilfe in Hochneukirch. Von links nach rechts: Bilsen Atmis, Waltraud Decker und Serin Alma.
    : „Miteinander. Füreinander. Menschen für Menschen.“
  • Die Corna-Zahlen steigen weiter an.
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Doch wer Bruchmann kennt, weiß, dass sie nicht untätig rumsitzen kann. Und so hat sie sich entschieden zu helfen – und Gesichtsmasken zu nähen. „Ich habe sie bisher an Mitarbeiter von Arztpraxen verteilt und an Bekannte. Jetzt spiele ich gerade mit dem Gedanken, mich mal bei Altenheimen zu melden.“

Solange die Schneiderin noch Stoff zur Verfügung hat, ist es für sie eine Ehrensache zu helfen: „Natürlich verschenke ich die Masken!“

Das handhabt auch die Hochneukircherin Jessica Manteca so. Sie näht in ihrer Freizeit und nachdem sie von Freunden, die im Gesundheitssektor tätig sind, von dem Mangel an Masken erfahren hat, steht ihre Nähmaschine kaum noch still. „Dafür kann ich kein Geld nehmen. Es geht schließlich um die Gesundheit. Das Nähen ist mein Anteil zu helfen!“

Ihre Masken liegen in der „Bäckerei Obst“ in Hochneukirch aus. „Wer eine benötigt, darf sich eine nehmen. Wer dafür etwas spenden möchte, kann das gerne tun. Davon wird lediglich der neue Stoff angeschafft. Alles, was danach übrig bleibt, geht an die Aktion ,Kämpft mit Ben‘.“

Die Näherinnen freuen sich übrigens auch über Stoffspenden (Baumwollstoff, kochbar) oder Gummibänder, die gespendet werden.


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