Greiners SPD verzichtet (vorerst) auf ein Abwahlverfahren gegen Harry Marquardt Jetzt kommt die große „moralische Keule“

Rommerskirchen · Die SPD wird keinen Antrag auf Abwahl von Vize-Bürgermeister Harry Marquardt stellen. Das wurde am Dienstagabend beschlossen – nach einer dem Vernehmen nach heftigen und lautstarken Diskussion.

Bianca Ulanio-Mischtal und Harry Marquardt beiben stellvertretende Bürgermeister. Vorerst jedenfalls ...

Foto: SMeu.

Partei- und Fraktions-Chefin Annette Greiner betonte gegenüber der Redaktion: „Wir respektieren die Entscheidung des Rates und fühlen uns daran gebunden. Ratsmitglieder tragen Verantwortung und müssen sich an getroffene Beschlüsse halten. Diesem Auftrag folgen wir. Auch aus Respekt vor dem Amt wollen wir dafür Sorge tragen, dass innerparteiliche Angelegenheiten nicht die Ratsarbeit belasten. Wir haben entschieden, aus der Konfliktdynamik auszusteigen.“

„Innerparteiliche Angelegenheiten“ – da geht es unter anderem um Aufwandsentschädigungen, von denen normalerweise ein Teil in die Fraktionskasse fließt. Marquardt aber ist ja bekanntermaßen aus der SPD ausgetreten und gehört jetzt zu „Wir für Rommerskirchen“.

Im Vorfeld des Beschlusses hatten viele Gespräche (unter anderem waren SPD-Vize Dr. Udo Flegel und Christina Böhm – Hoffnung der Gillbach-SPD – bei Harry Marquardt) stattgefunden, vor allem – so ein Zitat – um der „Verantwortungs-Hin-und-Her-Schieberei“ ein Ende zu machen.

Außerdem zeichnete sich ab, dass eine Mehrheit für die Abwahl des beliebten Ex-SPD-Politikers nur mit Hilfe der AfD zu bekommen wäre.

Wer jetzt auf einen friedlicheren Sommer bei den Sozialdemokraten vom Gillbach hofft, sollte vorsichtig sein: Annette Greiner verband ihre eingangs zitierte Mitteilung nämlich noch mit einem knallharten moralischen Appell. Und mit einer knallharten Drohung:„Wir sehen die Verantwortung nun vor allem bei Harry Marquardt, sich selbst zu prüfen und zu hinterfragen, ob er dieses Amt nach dem Austritt aus der SPD-Fraktion – das er aufgrund der Stärke der SPD-Fraktion erhalten hat – noch bekleiden kann und will. Oder ob er selbst die Konsequenzen ziehen will. Wir werden die weitere Entwicklung abwarten und innerhalb der Fraktion weiter im durchaus kontroversen Austausch bleiben und uns gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt erneut positionieren.“