Julius Weckauf ist ein „Enkel zum Anfassen“

Julius Weckauf ist ein „Enkel zum Anfassen“ : „Ich kenne schon viele Teammitglieder“

Julius Weckauf schwimmt weiter auf der Erfolgswelle: Der elfjährige Hochneukircher dreht aktuell den nächsten großen Kinofilm. Nach „Der Junge muss an die frische Luft“, der zum absoluten Erfolgshit wurde, steht der Gymnasiast jetzt mit Schauspielgrößen wie Heiner Lauterbach, Tim Oliver Schulz und Maren Kroymann vor der Kamera.

Hochneukirch. Julius kommt ganz entspannt zum Interview-Termin. Am Abend zuvor drehte er noch eine Nacht-Szene in Köln, doch von Stress merkt man dem jüngsten Familienmitglied der Weckaufs nichts an.
In „Enkel für Anfänger“ nehmen die Hauptrollen die Herausforderung an, Leih-Oma und Leih-Opa zu werden. Die „Paten-Enkel“ stellen das Leben der Senioren gehörig auf den Kopf und gemeinsam erleben sie eine wunderschöne Zeit. Julius übernimmt die Rolle des Jannik: „Jannik ist etwas hyperaktiv, aber eigentlich ganz glücklich.“

Am Filmset fühlte sich Julius direkt wohl: „Ich kenne schon ganz viele Teammitglieder von ,Der Junge muss an die frische Luft‘. Das ist natürlich super, weil wir uns toll verstehen. Was soll ich sagen: It’s a great family.“
Dass ihr Sohn Julius auch den nächsten Film drehen darf, war für die Eltern Bernd und Simone Weckauf vor allem an eine Bedingung geknüpft: „Julius muss wirklich Spaß am Drehen haben, sonst macht das Ganze keinen Sinn.“ Die beiden sind es auch, die ihrem talentierten Sohn das Rüstzeug mitgegeben haben, mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsache zu bleiben: „Hier ist alles wie noch vor zwei Jahren, als wir mit der Filmbranche überhaupt nichts am Hut hatten.“

Das heißt: Julius zieht immer noch mit seinen Kumpels durch den Ort, hat seine Pflichten zu Hause und muss die Schulbank drücken. Eine Sonderbehandlung gibt es nicht. „In der Drehzeit gibt es Schulunterricht über Skype. Die Lehrer von diesem Format stehen in Kontakt mit den Lehrern des Gymnasiums Jüchen. Und für Julius bedeutet diese Art des Unterrichts eine 1:1-Situation: Wenn der Lehrer eine Frage stellt, muss er antworten. Verstecken hinter Mitschülern ist nicht“, lacht Mama Simone Weckauf.
Und doch hat sich einiges im Leben der fünfköpfigen Familie verändert, seit der jüngste Spross sich spontan zum Casting für die Kerkeling-Biografie bewarb.

Nach dem spannenden ersten Dreh ging der Hype nach dem Kino-Start erst richtig los. Plötzlich war der Name „Julius Weckauf“ in aller Munde. Interview-Anfragen, Premieren, Preis-Verleihungen… Julius sieht alles ganz locker: „Man darf sich keinen Stress machen und muss auf sich selbst achten.“ Große Worte für einen Elfjährigen, der sich wie ein echter Profi durch die Welt der Stars und Sternchen bewegt.

Als er beim „Deutschen Filmpreis“ den Text vergaß, improvisierte er: „Da habe ich dann halt einfach das Beste daraus gemacht und einfach ’ne Show abgeliefert. Wenn was schief geht, geht halt was schief. Das ist doch nicht schlimm.“Übrigens erfüllt sich Julius für die ganze Arbeit jetzt auch einen großen Wunsch: „Ich kaufe mir einen neuen Fernseher.“ Und gibt es schon neue Pläne? „Wir schauen einfach, was mir gefällt und was zu mir passt. Ich mache alles ja wirklich zum Spaß. Wenn es später mit der Schauspielerei nicht klappt, mache ich halt was anderes.“ Ein bisschen ist es dem Elfjährigen auch unangenehm, wenn er von seinen Freunden auf seine Erfahrungen beim Film angesprochen wird: „Ich mag das gar nicht groß thematisieren. Ich bin doch der gleiche Julius wie früher.“ Und dieser ganz normale Junge haut am Ende des Interviews noch eine richtige Lebensweisheit raus: „Ich bin da ganz entspannt, wenn einem auf dem roten Teppich alle zujubeln. Da geht es nur um die äußere Hülle, dabei ist doch das Innere wichtig!“

(Julia Schäfer)
Mehr von Erft-Kurier