Bedburg wird „assistenzhundefreundliche Kommune“ Tür auf für „Shadow“

Kaster · Bedburg ist ab sofort eine assistenzhundefreundliche Stadt. Denn der Hund gilt nicht nur als bester Freund des Menschen, sondern hilft auch denjenigen, die aufgrund von dauerhaften Einschränkungen auf die besonderen Fähigkeiten der Fellnasen angewiesen sind.

 Offene Türen für „Shadow“-

Offene Türen für „Shadow“-

Foto: SBed.

Mit Hilfe so genannter „Assistenzhunde“, die im Gegensatz zu Therapiehunden speziell auf die Bedürfnisse ihres Herrchens oder Frauchens ausgebildet werden, sollen diese Menschen ein mobileres und selbstbestimmteres Leben führen können.

Voraussetzung dafür ist, dass Assistenzhunde ihre Menschen überall begleiten dürfen. Das ist ihnen gesetzlich auch an den Orten erlaubt, wo andere Hunde üblicherweise nicht anzutreffen sind oder keinen Zutritt haben.

„Assistenzhunde willkommen“: Bürgermeister Sascha Solbach bringt den passenden Aufkleber am Rathaus an.

„Assistenzhunde willkommen“: Bürgermeister Sascha Solbach bringt den passenden Aufkleber am Rathaus an.

Foto: SBed.

Um die Assistenzhunde in ihrer Zusammenarbeit mit ihren Herrchen oder Frauchen zu unterstützen, ist die Stadt Bedburg nach einstimmigem Ratsbeschluss ab sofort als assistenzhundefreundliche Stadt anerkannt und kooperiert dabei mit dem Verein „Pfotenpiloten“. Die Mitglieder der unabhängigen und gemeinnützigen Organisation engagieren sich seit 2015 in diesem Bereich.

„Als assistenzhundefreundliche Stadt wollen wir dafür sorgen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen im Alltag weniger Probleme haben. Assistenzhunde sind überall dort willkommen, wo auch Menschen willkommen sind – so auch bei uns im Rathaus. Sie ermöglichen ihrem Herrchen oder Frauchen nicht nur die Teilnahme am täglichen Leben, sondern schenken ihnen auch ein großes Stück Lebensqualität“, so Bürgermeister Sascha Solbach.

 Esther Wilmes, Daniela Wüstenhagen, Bürgermeister Sascha Solbach, Heike Ferber mit Assistenzhund „Shadow“ und Vanessa Heyer von der Bedburger Stadtverwaltung (von links).  Fotos: SBed.

Esther Wilmes, Daniela Wüstenhagen, Bürgermeister Sascha Solbach, Heike Ferber mit Assistenzhund „Shadow“ und Vanessa Heyer von der Bedburger Stadtverwaltung (von links). Fotos: SBed.

Foto: SBed.

Besucht wurde Bedburgs Bürgermeister zum Start der Initiative von Heike Ferber, ihrer Begleitperson Esther Wilmes und Assistenzhund „Shadow“. Heike Ferber ist blind und Mitglied bei den „Pfotenpiloten“.

Mit dabei war ebenfalls Daniela Wüstenhagen vom Verein „Pro Retina“.

Assistenzhunde haben vielfältige Einsatzmöglichkeiten
Mit Hilfe von Informationsmaterial sollen Mitarbeitende von Geschäften, Gaststätten, Arztpraxen oder Krankenhäusern für das Zutrittsrecht von Assistenzhunden sensibilisiert werden. Außerdem erhalten alle städtischen Gebäude einen Aufkleber mit der Aufschrift „Assistenzhund willkommen“.

Ebenso findet man auf der Homepage der Stadt Bedburg ab sofort die so genannte „Dog-Map“ der „Pfotenpiloten“. Dabei handelt es sich um eine weltweit interaktive Karte zur Markierung assistenzhundefreundlicher Orte, die als App oder Web-Anwendungen aufgerufen werden kann.

In Deutschland sind schätzungsweise 3.000 Assistenzhunde im Einsatz, am bekanntesten ist wahrscheinlich der Blindenführhund. Die tierischen Assistenten können aber auch Asthma- oder Epilepsiepatienten vor drohenden Anfällen warnen oder hörgeschädigte beziehungsweise gehörlose Menschen auf Geräusche wie Türklingeln oder Rauchmelder hinweisen. Ebenso helfen sie Rollstuhlfahrern oder Personen mit Gehbehinderungen bei der Fortbewegung und führen Menschen im Fall einer Panikattacke oder bei Reizüberflutung an einen ruhigen Ort.

Für ihre Aufgabe durchlaufen Assistenzhunde eine zweijährige Ausbildung. Zu erkennen sind sie üblicherweise an einer Kenndecke, einem Führgeschirr oder einem besonderen Halstuch.

(-ekG.)