1. Grevenbroich

Kreis-SPD will Koalition gegen den Landrat?

Behncke, Rinkert und Thiel von der SPD wollen die „Ampel“ : Ziel ist eine neue Macht- und Infrastruktur

Daniel Rinkert, Andreas Behncke und Rainer Thiel sind derzeit in einer gemeinsamen Mission unterwegs: Sie wollen eine Koalition für den Kreistag schmieden. Ohne CDU. Und gegen den Landrat. Inhaltlich soll es um die Infrastruktur gehen – von der S-Bahn bis zu neuen Flächen für Wohnen und Arbeiten, von „5 G“ bis „Industrie 4.0“. Wunschziel wäre eine Ampel-Koalition...

Und genau für diese Koalition von SPD, FDP und „Grünen“ sieht Rainer Thiel, noch Fraktions-Chef der Sozialdemokraten im Kreistag, gute Chancen: „Die FDP wird für eine Mehrheitskoalition nicht gebraucht – außer in einer Ampel“, analysiert er im Gespräch mit dem Kurier. Und deshalb müssten die Liberalen ganz einfach mitziehen. Fragezeichen gibt es da eher bei den „Grünen“. Deren Landrats-Kandidat Christian Gaumitz habe im Vorfeld der Wahl von „Schwarz-Grün“ gesprochen, ob er dies in seiner neuen Fraktion aber durchsetzen könne, sieht Rainer Thiel als fraglich an.

Dass „Schwarz-Rot“ nicht in Frage komme, steht für Thiel außer Frage: „Unser Ziel ist es, die CDU aus der Macht zu drücken. Das ist notwendig, weil die CDU zwar die Themen besetzt, sie dann aber doch nicht aus-füllt“.

Als Beispiel nennt er das Konzept eines S-Bahn-Systems mit Knotenpunkt in Grevenbroich. Anfangs seien Land und Kreis dagegen gewesen, „am Ende waren alle dafür“. Für Thiel ist die S-Bahn „ein großes Projekt für die Infrastruktur“ und es sei quasi ein Glücksfall, dass sie ins Strukturwandelgesetz mit aufgenommen wurde, so dass jetzt auch entsprechende Mittel bereitstehen.

Aufgabe der Kommunen sei es nun, in ihren Grenzen für „S-Bahn-Qualität in der Infrastruktur“ zu sorgen. Für Grevenbroich bedeutet dies unter anderem, dass 15 Bahnübergänge auf den Prüfstand müssen. „Ob jeder Bahnübergang durch einen Tunnel ersetzt werden kann, ist ja noch die Frage“, so Thiel weiter.

Das müsse mittels einer Machbarkeitsstudie überprüft und im Dialog mit den Bürgern geklärt werden. In Thiels Augen aber sei zum Beispiel der Bahnübergang mitten in Kapellen wichtiger als der an der Blumenstraße (beachten Sie hierzu auch den Leserbrief auf Seite 8).

Klar ist, dass die Etablierung der „S-Bahn-Qualität“ einige Jahre dauern dürfte. Die Frage nach dem „Bis wann?“ kommentiert Thiel gelassen: „Wenn mal was läuft...!“ Der Strukturwandel als Katalysator.

Apropos: „In Grevenbroich und Rommerskirchen haben wir im Prinzip noch gar nix. Bei uns werden nur Arbeitsplätze abgebaut“, geht Rainer Thiel mit den Vorarbeiten zum Strukturwandel hart ins Gericht. Und er schiebt nach: „Der Martin Mertens ist ja dran. Im Aufsichtsrat der ZRR aber sitzt Petrauschke.“

Thiel wünscht sich deshalb, dass sich das „Rheinische Sixpack“ professionellere Strukturen gibt. (Zu dem, was in Sachen Strukturwandel in Rommerskirchen schon alles angestoßen wurde, lesen Sie auf Seite 2.)

(Gerhard Müller)