Im Vorfeld traf sich der Chef des Gillbach-Rathauses gleich zweimal mit Vertretern der Bürger-Initiative „Gegenwind“. Gemeinde und Bürger ziehen nämlich an einem Strang.
Aktuell gibt es drei Gebiete, für die entsprechende Anträge beim Rhein-Kreis vorliegen: Im „Butzheimer Bruch“ (über das Gelände mit den leer stehenden Hamsterbauten berichteten wir bereits) sollen sieben Windräder entstehen. Für das Muhrental wurde die Genehmigung von acht Windrädern beantragt. Und zwischen Ramrath und Neukirchen sollen sechs Windkraftanlagen (vier auf Grevenbroicher Stadtgebiet, zwei auf Rommerskirchener Gemeindegebiet) entstehen.
Gegen diese Planungen setzt sich die Gemeinde zur Wehr, weil der Kreis Genehmigungen erteilt habe, obwohl das „gemeindliche Einvernehmen“ nicht erteilt worden sei.
Wie berichtet, betont der Kreis, sich millimetergenau an die gesetzlichen Vorgaben gehalten zu haben.
Im Zusammenhang mit den Planungen für das Muhrental haben Bürger-Initiative und Gemeinde Kontakt mit dem Investor (= RWE) aufgenommen. Dabei geht es um die Schlagschatten, um den Lärm und den Ultraschall. Hier gibt es genaue Berechnungen von Mitgliedern der Bürger-Initiative, wie weit zum Beispiel bei tief stehender Novembersonne die sich drehenden Schlagschatten in die Orte hineinreichen.
„Vielleicht kann man sich darauf einigen, dass bei tief stehender Sonne die Windräder abgeschaltet werden“, überlegt Martin Mertens im Gespräch mit dem Erft-Kurier.
Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass die RWE-Anträge gestellt wurden, noch bevor der jetzt gültige Regionalplan (gegen den die Gemeinde ja ein Normenkontrollverfahren in Gang gesetzt hat) verabschiedet wurde. Und so ergibt es sich, dass sechs der beantragten Masten im vorgesehenen Bereich, zwei weitere aber außerhalb der Vorrangzone angesiedelt werden sollen. Auch hier fordert die Gemeinde eine richterliche Überprüfung. Es sei denn, es komme zu einer außergerichtlichen Einigung. Mit Reduzierung der Belastung. Und mit Entschädigung.