Müssen die Final-Teams des Kreispokals in Schimmel-Umkleiden? „Wir empfehlen, die Duschen nicht zu nutzen“

Neuenhausen · Der Schimmel klebt in den Duschen an den Fliesen, drückt sich trotz aller Reinigungsversuche immer wieder durch. Die Abflüsse funktionieren nicht mehr richtig, sodass man mit den Füßen im Duschwasser der Mannschaftskollegen herum plätschert. In den Toiletten steht ein beißender Geruch nach Alt-Urin, der sich nicht mehr weglüften lässt. „Es sieht aus bei uns wie bei einem echten Assi-Verein“, so Jürgen Latajka, Vorsitzender des 1. FC Süd. Und auf dieser Anlage soll an Ostern das Kreispokal-Endspiel stattfinden!

Der Verein rät davon ab, hier zu duschen. Nachzulesen auf der Homepage des 1. FC Süd.

Foto: -ekG./Gerhard P. Müller

Anfang des Jahres sah der Vorstand des FC Süd sich veranlasst, auf seiner Homepage eine Warnung zu veröffentlichen: „Zum Schutz der Gesundheit empfehlen wir die Duschen derzeit nicht oder nur im absoluten Ausnahmefall zu nutzen. (...) Solange die bauliche Mängelbeseitigung nicht erfolgt ist, können wir leider nicht gewährleisten, dass die Nutzung der Duschen unbedenklich ist.“

Und der Vorsitzende ergänzt: „Wir möchten niemanden verunsichern, aber wir halten es für notwendig, offen auf die aktuellen Zustände hinzuweisen, solange wir als Verein selbst keinen Einfluss auf die bauliche Behebung haben.“

Am 2. September gab es eine Besprechung vor Ort – mit Politikern, Vertretern der Stadtbetriebe, des Sportamtes und mit dem Bürgermeister. „Klaus hat selbst gesagt, dass die Zustände unhaltbar sind“, berichtet Latajka. Und Geschäftsführer Marco Pieper ergänzt: „Reinigen ist nicht ausreichend. Hier muss voll umfänglich saniert werden. Denn der Schimmel kommt immer wieder durch“.

Marco Pieper und Jürgen Latajka.

Foto: -ekG./Gerhard P. Müller

Die Fliesen hätten schon so viel Reinigungsmittel gesehen, dass die obere Schicht abgetragen, dass sie quasi „matt“ seien. Übrigens: In einer der Umkleiden ist von jetzt auf gleich ein ganzer Satz Fliesen von der Wand gefallen!

„Durch das Gespräch erhofften wir uns Verbesserungen für die Angebote sowie die Anlage des FC Süd“, betont Pieper, der dann auf ein Förderpaket des Bundes aufmerksam wurde. Er habe bei der Stadt angerufen, aber nur zu hören bekommen, dass erst einmal eine Machbarkeitsstudie und ein Umbauplan erstellt werden müssten,

„Beides sollte in der letzten Woche vor Weihnachten stehen“, erinnert Pieper. Und er fügt bitter an: „Bis heute haben wir keinerlei Infos. Anscheinend müssen wir wie früher Mama und Papa fürs Taschengeld hinterher laufen.“

Jürgen Latajka ergänzt: „Ich wüsste gerne, wer da auf der Bremse steht.“ Und an anderer Stelle sinniert er: „Es sieht fast überall so aus, aber nirgends so schlimm wie hier bei uns.“