: Kritik am Bürgermeister: „Keine Ahnung von Verkehrsplanung!“

: Kritik am Bürgermeister: „Keine Ahnung von Verkehrsplanung!“

Die Bürger-Initiative „pro Ortsumfahrung Kapellen-Wevelinghoven“ verurteilt die Kehrtwende von Bürgermeister Krützen bezüglich der L 361 n – erwartungsgemäß – auf’s Schärfste. „Krützen wiegt sich wie ein Fähnchen im Wind“, sagt Leo Krüll, Pressesprecher von „pro O“, „offensichtlich verspricht er sich damit mehr Stimmen aus dem ,grünen’ Lager bei der kommenden Kommunalwahl.“

Kapellen. Krützen hatte in der Vergangenheit mehrfach öffentlich betont, dass er die Ortsumfahrung als einzig praktikable Lösung der Verkehrsprobleme in Kapellen unterstützen werde.

„Wenn Krützen wenigstens eine wirkliche Alternative vorgelegt hätte, wäre seine Kehrtwende ja noch zu verstehen,“ so Krüll weiter. „Aber jemand der tausende Bürger in Kapellen und Wevelinghoven vom Verkehr entlasten will, indem er diesen Verkehr tausenden Neubürgern vor die Haustür lenken will, hat nicht nur keine Ahnung von Verkehrsplanung, sondern missachtet auch die Belange der Menschen in seiner Stadt!“

Für eine „Westtangente“ gebe es bislang weder Planungen noch Konzepte. „Es hat noch niemand mit der Bahn über eine dann notwendig werdende Brücke über die Bahnstrecke und die erforderliche Schließung des Bahnübergangs in Nothausen gesprochen. Auch die Finanzierung einer ,Westtangente’ ist vollkommen unklar – es wäre keine Landesstraße, also müsste die klamme Stadt die Kosten aufbringen,“ argumentiert Krüll.

„Für die Realisierung eines solchen Vorhabens würden locker zehn bis 20 Jahre bis zum ersten Spatenstich ins Land gehen. Wir brauchen aber zeitnah eine Lösung der Verkehrsprobleme“, so Krüll.

Dies wäre bei der L 361 n der Fall: Im günstigsten Fall könnte bereits Ende 2020 mit dem Bau begonnen werden. „pro O“ betont nochmals, dass die Trasse durch kein Naturschutzgebiet verlaufe und der Streckenverlauf in allen erstellten Gutachten und Dossiers als der ökologisch verträglichste bezeichnet werde.

Krüll: „Es wird auch keine Erft-Aue zerstört – diese Auenlandschaft wird erst durch den geplanten Erft-Umbau des Erft--Verbandes wieder hergestellt. Der geplante Streckenverlauf der L 361 wurde hier bereits berücksichtigt und integriert. Und die Realisierung der L 361 n würde – unter Berücksichtigung der amtlichen Preissteigerungsrate – ,nur’ 17,6 Millionen Euro, und nicht wie von Hans Christian Markert („Grüne“) behauptet 80 Millionen Euro, kosten.“

Wer den Bau der L 361 aus Gründen des Naturschutzes ablehne, sei auf dem Holzweg, resümiert Krüll. „Menschen sind das schützenswerteste. was wir haben! Ein kluger Mensch hat es kürzlich auf den Punkt gebracht: ,Lieber eine Kröte als ein Kind totfahren!’ Darüber sollten die Leute mal nachdenken“, so der Pressesprecher.

-ekG.

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