L 361 n: Gut die Hälfte der Unterschriften aus GV: Krützen hofft auf eine Ende beim "Krieg der Zahlen"

L 361 n: Gut die Hälfte der Unterschriften aus GV : Krützen hofft auf eine Ende beim "Krieg der Zahlen"

Bürgermeister Klaus Krützen nahm die Unterschriften des Aktions-Bündnisses gegen die Erft-Auen-Querung zwar entgegen, machte aber deutlich, dass die Stadt der falsche Adressat sei. Denn die Planungen würden vom Rhein-Kreis und vom Land vorangetrieben und auch verantwortet.

Gleichzeitig machte er auch deutlich, dass er — wie im Wahlkampf vertreten und wie im Rat bekundigt — eine andere Linie verfolge als das Aktions-Bündnis. In seinen Augen sei die Westtangente kaum wahrscheinlich, Kapellen und Wevelinghoven müsse geholfen werden und für die lange beschlossene Planung gebe es gute Gründe.

Allerdings fand er es gut, dass im Rahmen der jetzt anstehenden Umweltverträglichkeitsprüfung neue Verkehrszählungen anstehen würden, die den "Krieg der Zahlen" zwischen Befürwortern und Gegnern hoffentlich sachlich beenden würden.

Das Bündnis, deren größten Partner die "Grünen", der BUND, die "Linken", der Verein "Rettet die Erft-Aue", das "Soziale Bündnis Niederrhein" sowie die bewusste "facebook"-Gruppe sind, war ins Rathaus gekommen, um Unterschriftenlisten gegen die geplante Erft-Auen-Querung zu überreichen.

1.300 stammen aus Grevenbroich

Deren Sprecher Schimanski erläuterte: "In nur sechs Monaten wurden in unermüdlicher Arbeit 2.309 Unterschriften gegen die L 361 n gesammelt. Denn auch wenn es eine Onlinepetition war, wurden nahezu die Hälfte der Stimmen klassisch mittels entsprechender Listen zusammen getragen. Mehr als 1.700 Unterstützer stammen aus dem Kreis Neuss und davon über 1.300 aus Grevenbroich selbst."

Und er fügte an: "Es zeichnet Politiker aus, wenn sie akzeptieren, dass die Zeit für einen Wechsel in der Marschrichtung gekommen ist, und sie das Kreuz haben, diesen dann auch zu vollziehen." Diese solle nicht zuletzt mit Blick auf die anstehenden Wahlen im nächsten Jahr geschehen.

Seine Mitstreiterin Janina Heinze warf der Stadt Grevenbroich "eine rückwärtsgewandte Politik" vor: "Anstatt wie es landauf und landab geschieht, sich der Verantwortung für unsere Umwelt bewusst zu sein, wird hier ein seit 30 Jahren zutiefst umstrittenes und bekämpftes Projekt aus der Steinzeit der Verkehrsplanung, trotz einer bestehenden und bedeutend umweltverträglicheren Alternative, als zukunftsweisendes Vorhaben geradezu stur weiter voran getrieben."

Allerdings wird diese Alternative von vielen vehement als unrealistisch abgelehnt. Die Vertreter des Aktions-Bündnis verwiesen in der anschließenden Diskussion auf die Möglichkeit, mit e-Bikes den Pkw-Anteil am Verkehr reduzieren zu können. Und sie stellten auch den sechsspurigen Ausbau der A 46 in Frage: "Dann stehen sie eben wo anders im Stau." Lösungen würde nur ein verbesserter Personennahverkehr (durchweg bis nach Düsseldorf durchgängig) bieten.

(Kurier-Verlag)