Themenabend mit Mona Neubaur „Wasserstoff als Industriechance“

Grevenbroich · Wasserstoff gilt als Schlüssel für klimafreundliche Industrie, neue Perspektiven und langfristige Wettbewerbsfähigkeit in Nordrhein-Westfalen. Welche Chancen sich daraus für Unternehmen, Technologien und industrielle Entwicklung ergeben, stand im Mittelpunkt einer Netzwerkveranstaltung rund um den Wasserstoff.

Katharina Leuffen und Mona Neubaur.

Foto: NMWP.NRW

Getragen wurde die Veranstaltung vom „Wasserstoff Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland“ und dem Cluster „NanoMikroWerkstoffePhotonik.NRW Wasserstoff für den Strukturwandel in NRW – Technologien, Anwendungen und Wertschöpfung“.

Deutlich wurde dabei: Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft entscheidet sich nicht allein an politischen Zielen, der komplexen Regulatorik oder dem Ausbau von Infrastruktur. Er gelingt nur, wenn technologische Innovation, industrielle Umsetzung und starke Vernetzung entlang der gesamten industriellen Kette zusammenkommen. Für Nordrhein-Westfalen als Industrieland ist das von besonderer Bedeutung – denn genau hier liegen Chancen für neue Märkte, neue Partnerschaften und wirtschaftliche Dynamik.

Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte: „Wasserstoff ist der Schlüssel, um Industrien eine Perspektive für Klimaneutralität zu geben, die nicht einfach auf Strom aus Erneuerbaren Energien umstellen können. Wer heute konsequent in Wasserstofftechnologien investiert, stärkt Wertschöpfung, Beschäftigung und Resilienz am Standort Nordrhein-Westfalen. Davon profitieren wir alle: Wir reduzieren so unsere Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und stabilisieren langfristig unsere Energiepreise.“

Von links: Dominikus Penners (Vorstandsvorsitzender Sparkasse), Hannah Tijmes, Katharina Reinhold (Landrätin), Jutta Zülow, Mona Neubaur, Dr. Dieter Ostermann, Johanna Tjaden-Schulte (Vorständin NRW-Bank) und Dr. Harald Cremer.

Foto: NMWP.NRW

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Frage, welche Rolle High-Tech bei diesem Hochlauf spielt. Im Fokus standen Schlüsseltechnologien wie Nanotechnologie, Nano- und Mikrosystemtechnik, innovative Werkstoffe und Photonik. Sie schaffen die Voraussetzungen dafür, dass aus Forschung und Entwicklung belastbare industrielle Lösungen werden – und damit genau jene Grundlage, auf der der Wasserstoff-Hochlauf wirtschaftlich tragfähig werden kann.

Harald Cremer, Clustermanager „NMWP.NRW“, erklärte: „Ohne High-Tech-Innovationen wird es keinen Wasserstoff-Hochlauf geben. Entscheidend sind Schlüsseltechnologien wie Nano- und Mikrosystemtechnik, innovative Werkstoffe und Photonik. Sie ermöglichen den Schritt vom Labor in die industrielle Anwendung – von funktionalen Schichten und Beschichtungen über Sensorik und Leistungselektronik bis zu Bipolarplatten, Stacks und Brennstoffzellensystemen.“

Zugleich wurde deutlich, dass wirtschaftliche Chancen nur dann entstehen, wenn Wasserstoff als vernetztes Gesamtsystem gedacht wird – von der Erzeugung über Infrastruktur und Komponenten bis hin zu industriellen Anwendungen. Gerade darin liegen für Nordrhein-Westfalen erhebliche Potenziale: für etablierte Industrieunternehmen ebenso wie für spezialisierte Technologieanbieter und neue Kooperationen entlang der gesamten industriellen Kette.

Dr. Dieter Ostermann, Vorstand „Wasserstoff-Hub Rhein-Kreis Neuss/Rheinland“, sagte: „Wasserstoff-Wertschöpfung entsteht nicht an einzelnen Stellen, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erst wenn Erzeugung, Infrastruktur, Komponenten und industrielle Anwendungen zusammenspielen, können daraus standortwirksame Effekte entstehen. Genau darin liegt für Nordrhein-Westfalen eine große Chance.“

Ein besonderes Highlight war das deutsch-niederländische Wasserstoff-Matchmaking. Im Rahmen des Strategic Market Program „NL-Hydrogen Hightech Industry to Germany“ kamen niederländische Akteure mit komplementären Kompetenzen. Im Mittelpunkt stand die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in zentralen Technologiefeldern der Wasserstoffwirtschaft – von Elektrolyse und Wasseraufbereitung über Speicher- und Transportlösungen bis hin zu Membranen, Beschichtungstechnologien und Leistungselektronik.

Hannah Tijmes, Generalkonsulin des Königreichs der Niederlande in Düsseldorf, sagte: „Die Zusammenarbeit zwischen niederländischen und nordrhein-westfälischen Akteuren zeigt, wie stark High-Tech-Partnerschaften Innovation beschleunigen können. Wenn wir grenzüberschreitend Kompetenzen bündeln, verschieben wir gemeinsam die Grenzen des Machbaren – und schaffen neue Lösungen für eine klimaneutrale Zukunft.“

Der Themenabend zeigte damit nicht nur die technologische Bandbreite des Wasserstoffstandorts Nordrhein-Westfalen, sondern auch dessen wirtschaftliche Perspektive. Passend dazu spiegelte die Veröffentlichung des aktuellen NMWP.NRW-Magazins (auch online verfügbar unter https://bit.ly/3NAiyc5) die Vielfalt technologischer Ansätze, Akteure und Anwendungsfelder wider, die den Wasserstoffstandort Nordrhein-Westfalen prägen. Der Standort ist gut aufgestellt, Innovationen schnell in industrielle Anwendung zu überführen und wirtschaftliche Effekte in Nordrhein-Westfalen zu verankern.

(-ekG.)