1. Grevenbroich

Photovoltaik für die Kartoffel-Felder

Gehrmann-Initiative : So können schlaue Bauern einfach doppelt verdienen

Mit einem interessanten Antrag meldet sich jetzt Dr. Peter Gehrmann von den „Grünen“ zu Wort: „Zu einer sicheren Energieversorgung kann auch die hiesige Landwirtschaft durch die Multicodierung von Flächen mit Energieversorgungsanlagen beitragen. Hier kommt die Photovoltaik infrage, die eine gleichzeitige Nutzung für die Landwirtschaft und Energieerzeugung zulässt.“

Was hier sehr wissenschaftlich klingt, hat einen einfachen Grundgedanken: Die Sonnenkollektoren für die Voltaik werden über dem Feld auf Stelzen gebaut. Oben wird die Sonne eingefangen, unten können Kartoffeln angebaut werden.

Der besondere Clou nach Untersuchungen des „Fraunhofer Instituts“: Durch die schützende Wirkung der Sonnenpanels kann der Ertrag sogar gesteigert werden (bei Kartoffeln auf 103 Prozent zum Beispiel).

Gehrmann: „Grevenbroich bietet sich insbesondere aufgrund seiner Energie-Infrastruktur für ein solches Konzept hervorragend an. Mit der Umsetzung dieses Projektes stärken wir unsere Position als innovativer Technologie- und Energie-Standort.“ Zur Umsetzung erscheint es ihm sinnvoll, eine Kooperation mit dem „Lehrstuhl für Elektrische Energieversorgungstechnik“ der Universität Wuppertal anzustreben, um eine wissenschaftliche Begleitung sicherzustellen.

Eine Einbindung von RWE sei ebenfalls zu prüfen und wünschenswert. „Durch dieses Projekt kann aus unserer Sicht ein deutliches Zeichen gesetzt werden, dass Grevenbroich den Strukturwandel entschlossen und kreativ anpackt“, postuliert der „grüne“ Politiker gegenüber der Redaktion des Erft-Kurier im Weiteren.

 Dr. Peter Gehrmann von den „Grünen“.
Dr. Peter Gehrmann von den „Grünen“. Foto: Grüne/TRENKLER

Er fordert deshalb, die Stadtbetriebe die Realisierung einer solchen Anlage prüfen zu lassen. „Es sollen kommunale oder private Flächen identifiziert werden, die ausgestattet mit Photovoltaik-Elementen eine landwirtschaftliche Weiternutzung zulassen“, so in seinem Anschreiben an den Bürgermeister wörtlich.

Der Einsatz möglicher Fördergelder sei ebenfalls denkbar und zu prüfen.

Beraten werden soll der Antrag am 21. Juni des Verwaltungsrates der Stadtbetriebe, die für eine Umsetzung des Projektes verantwortlich wären.

Über den weiteren Verlauf dieser Idee werden wir bei passender Gelegenheit berichten.

(Gerhard P. Müller)