1. Grevenbroich

Zwischen den Stürmen

Zwischen den Stürmen : „Meiden Sie Räume unmittelbar unter dem Dachstuhl“

Die Stadt Bedburg weist darauf hin, dass aufgrund der Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) die öffentlichen Spielplätze, Sportplätze, Hallen, Friedhöfe sowie Park- und Grünanlagen im gesamten Bedburger Stadtgebiet ab heute 12 Uhr bis voraussichtlich Montag, 12 Uhr, gesperrt werden. Auch in den anderen Städten und Gemeinden gelten ähnliche Sperrungen.

Die Bürger werden zur eigenen Sicherheit weiterhin dazu angehalten, öffentliche Plätze zu meiden. Aufgrund der aufgeweichten Böden ist die Gefahr entwurzelter und umstürzender Bäume bei Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometer nochmals erhöht.

Noch wenig Schäden in Grevenbroich durch Sturmtief Ylenia, meldete die Feuerwehr.

Nachdem das Sturmtief Ylenia vorwiegend den Norden von Nordrhein-Westfalen sowie Nord- und Ostdeutschland getroffen hat, sind wir in der Region vergleichsweise glimpflich und ohne größere Schäden davon gekommen. Bisher haben die Kräfte der Feuerwehr Grevenbroich vier Sturmeinsätze abgearbeitet.

 Angeknackste Bäume sind auch Tage nach den Stürmen eine unberechenbare Gefahr. Daher gilt die Warnung vor dem Betreten der Wälder auch für die Zeit nach den Stürmen.
Angeknackste Bäume sind auch Tage nach den Stürmen eine unberechenbare Gefahr. Daher gilt die Warnung vor dem Betreten der Wälder auch für die Zeit nach den Stürmen. Foto: Polizei/Hentschel

Zweimal wurden Haupt- und Ehrenamt im Lauf der vorigen Nacht zur Beseitigung von Verkehrsgefahren im Stadtgebiet alarmiert. Zunächst rückten Kräfte gegen 4.20 Uhr zur Welchenberger Straße aus. Dort war ein Baum in rund zwei Metern Höhe vom Sturm über die Straße abgeknickt worden. Die Helfer beseitigten die Gefahr.

Gegen 4.55 wurde die Feuerwehr auf der K10 zwischen L361 und der Ortslage Barrenstein tätig. Dort ragte ein großer, abgebrochener Ast in den Verkehrsraum. Die Einsatzkräfte zogen ihn zur Seite und beseitigten das Unfallrisiko.

Zu weiteren umgestürzten Bäumen rückten die Helferinnen und Helfer der Grevenbroicher Wehr im Lauf des Donnerstags aus. Gegen Mittag beziehungsweise am frühen Nachmittag wurden Kräfte des Hauptamtes am Hemmerdener Weg bei Wevelinghoven sowie ehrenamtliche Kräfte der Einheit Gustorf/Gindorf auf der Straße „Langer Weg“ bei Gustorf tätig. In beiden Fällen mussten sie die Bäume zersägen, um die Straßen freizuräumen.

 Im Rhein-Kreis Neuss wird es wieder stürmisch. Grund dafür ist das Orkantief „Zeynep“. Die Leitstelle ist personell gut gerüstet für eine erhöhte Zahl von Notrufen.
Im Rhein-Kreis Neuss wird es wieder stürmisch. Grund dafür ist das Orkantief „Zeynep“. Die Leitstelle ist personell gut gerüstet für eine erhöhte Zahl von Notrufen. Foto: RKN

Angesichts der anhaltenden Windböen, aber auch aufgrund des vom Regen aufgeweichten Bodens, rechnen wir sowohl heute als auch in den kommenden Tagen mit weiteren Einsätzen im Stadtgebiet.

Außerdem weisen wir darauf hin, dass es gegenwärtig sehr riskant ist, im Wald unterwegs zu sein. Durch die jüngste Sturmlage, aber auch die weiteren Böen können sich größere Äste gelöst haben oder noch lösen und auf Wege stürzen. Damit besteht akute Verletzungsgefahr. Seien Sie also möglichst vorsichtig auf Waldwegen unterwegs, beziehungsweise meiden Sie Waldspaziergänge gegenwärtig soweit möglich.

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Bisher waren Kräfte der hauptamtlichen Wache sowie der ehrenamtlichen Löscheinheiten Frimmersdorf/Neurath, Gustorf/Gindorf sowie Stadtmitte im Einsatz. Ehrenamtliche Angehörige aller weiteren Löscheinheiten standen und stehen in Einsatzbereitschaft für weitere Sturmeinsätze heute oder in den kommenden Tagen, speziell für das nächste, für heute Nachmittag erwartete Sturmtief Zeyne.

Sturmtief kippt Anhänger um

In Rommerskirchen kippte das Sturmtief Ylenia bereits am  Mittwochvormittag einen Anhänger um. Ein polnischer Kraftfahrer war mit seinem Gespann, bestehend aus einem Auto und einem Anhänger, auf der K 24 aus Pulheim kommend in Richtung Rommerskirchen unterwegs. Circa 500 Meter hinter der Kreisgrenze kippte der Anhänger mit einem Aufbau in Form eines Swimmingpools aufgrund einer starken Böe zur Seite um. Es entstand lediglich Sachschaden, Personen kamen nicht zu Schaden.

Die Polizei appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, ihr Fahrverhalten stets den Witterungsverhältnissen anzupassen: „Bitte planen Sie mehr Zeit ein oder verzichten Sie bei extremen Wetterlagen wenn möglich ganz auf die Fahrt.“

Und weiter: „Beachten Sie Warnmeldungen in lokalen Medien oder nutzen Sie die Warn-App NINA. Und noch eine Bitte der Polizei: Halten Sie die Rufnummer 110 für Notfälle frei.“

Astbrüche und umgestürzte Bäume

Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und direkte Gefahren zu beseitigen, stehen am Wochenende Bereitschaftsteams der Bauhöfe bereit. Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, zum Beispiel über den Mängelmelder auf der Homepage der Stadt Bedburg Astbrüche oder umgestürzte Bäume zu melden.

Spätestens im Laufe des Montags werden die Aufräumarbeiten beginnen und die städtischen Grünanlagen auf noch bestehende Gefahren geprüft. Anschließend sollen die Bereiche sukzessive wieder freigegeben werden.

Rhein-Kreis ist für Unwetter gut gerüstet

Das Orkantief „Ylenia“ hat auch im Rhein-Kreis seine Spuren hinterlassen. Insgesamt 26 Einsätze koordinierte die Leitstelle seit Mittwochabend. Grund waren meist abgebrochene Äste, die die Verkehrssicherheit gefährdeten. Jetzt naht schon das nächste Orkantief. Es trägt den Namen „Zeynep“ und wird heute erwartet. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für die Zeit von 16 Uhr bis morgen um 1 Uhr herausgegeben. Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 110 bis 130 Stundenkilometern sind möglich.

 Die Leitstelle ist personell gut gerüstet für ein erhöhtes Aufkommen von Notrufen aufgrund der aktuellen Sturmlage. Analog zu den Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät das Amt für Sicherheit und Ordnung des Rhein-Kreises, in Gebäuden zu bleiben und sich von Fenstern fernzuhalten, da eine Gefahr durch umherfliegende Gegenstände wie herabfallende Äste und deren Splitterwirkung besteht.

 „Meiden Sie Räume, die von umstürzenden Bäumen geschädigt werden können. Meiden Sie Räume unmittelbar unter dem Dachstuhl. Schalten Sie Radio und Fernseher ein, um weitere Informationen zu erhalten“, heißt es in den Empfehlungen. In lebensbedrohlichen Situationen sollte der Notruf der Feuerwehr unter der Telefonnummer 112 gewählt werden. Ansonsten ist die Kreisleitstelle über die Telefonnummer 0 21 31/13 50 erreichbar.

 Heute Nachmittag nimmt das Potenzial des Sturms zu. In der zweiten Nachthälfte lässt der Wind dann deutlich nach. Detaillierte Warninformationen stehen im Internet: https://www.wettergefahren.de.

(-gpm.)