Feuerwehr setzt auf Nachwuchs: 24-Stunden-Dienst besonders beliebt

Feuerwehr setzt auf Nachwuchs: 24-Stunden-Dienst besonders beliebt

Ein Kleinbrand in der Grundschule, ein Gefahrguteinsatz oder eine Personensuche in einem Waldstück mitten in der Nacht. Für den Berufsfeuerwehrtag der Nachwuchskräfte in der Jugendfeuerwehr haben sich die Betreuer der Feuerwehr Jüchen wieder einiges einfallen lassen.

Und Jugendfeuerwehrwart Julian Jungheim zeigt sich zufrieden nach Abschluss des 24-Stunden-Dienstes: „Sie haben alle einen guten Job gemacht.“ Hilfe erhielt die Feuerwehr auch vom Malteser.

„Der Berufsfeuerwehrtag ist nun seit elf Jahren ein Highlight für die Jugendfeuerwehr“, kommentiert Jungheim, „die jungen Feuerwehrleute wissen nicht, was als Nächstes geschieht und können gleichermaßen einen Einblick in das bekommen, was die Älteren machen.“

Dabei laufen die alltäglichen Einsatzarbeiten selbstverständlich weiter. „Am Wochenende haben wir aber keine Einsätze zu verzeichnen gehabt“, weiß Jungheim. 14 fiktive Einsätze mussten die 17 Jugendlichen im Alter von zehn bis 18 Jahren bewältigen. Neben der alltäglichen Arbeit in der Feuerwache wie Reinigungsarbeiten oder die Gerätepflege.

„Das fing mit einem Kleinbrand in der Grundschule in Jüchen an, ging weiter zu einem parallelen Einsatz eines Verkehrsunfalls an der Grillhütte und einer Personenrettung in Kelzenberg, über ein Gefahrguteinsatz und eine Personensuche“, erklärt Jungheim.

Zwar sei es sehr unwahrscheinlich, dass in der Gemeinde gerade eine solche Anzahl an Einsätzen in dem Maße geschehe, es sollen aber vor allem jegliche Art von Einsatzmöglichkeiten durchgespielt werden. „Die Jugendlichen sollen sich einen Überblick verschaffen, was es alles gibt“, so Jungheim. Und dann werde originalgetreu ein Einsatzaufkommen nachgespielt. „Leon Günther beispielsweise, unser Jugendfeuerwehrmann in der Altersgruppe zehn bis 14, übernahm an dem Tag die Aufgaben eines Gruppenführers.“

Dabei qualifizieren sich die insgesamt 38 Jugendlichen, von denen fünf Mädchen sind, über eine ganzjährliches Punktesystem. „Dadurch vergeben wir Punkte, wenn jemand entschuldigt fehlt, aber auch Minuspunkte bei schlechtem Verhalten oder unentschuldigtem Fehlen.“

Zur Jahreshauptversammlung im Januar werde dann der Jugendfeuerwehrmann in der Altersgruppe zehn bis 14 sowie 14 bis 18 gekürt. „Und weil wir nur eine gewisse Kapazität zum Berufsfeuerwehrtag haben, dieser aber sehr beliebt ist, bereiten die Jugendlichen sich intensiv darauf vor“, weiß er. Und das mit Erfolg. So ist der Jugendfeuerwehrwart am Ende des 24-Stunden-Dienstes sichtlich zufrieden.

„Die Jugendlichen haben einen gute Job gemacht. Zwar gibt es Kleinigkeiten, die nicht so gut geklappt haben. Das liegt aber daran, dass es Punkte gibt, an denen sie noch unerfahren sind. Zum Beispiel in der Position eines Gruppenführers“, bemerkt Jungheim. Doch dafür sind ja schließlich die Betreuer da, die Unterstützung geben.

Alina Gries

(Kurier-Verlag)