Schüler schicken Sonde mit Tomate und 3D-Schullogo in die Stratosphäre

Schüler schicken Sonde mit Tomate und 3D-Schullogo in die Stratosphäre

„Es ist so faszinierend, selbst in die Stratosphäre zu kommen, wo eigentlich nur Astronauten hinkommen“, freut sich Carsten Kaus, Lehrer am Gymnasium Jüchen. In der vergangenen Woche startete ein Stratosphären-Ballon in die Höhe, 200 Kilometer weiter steckte die Styropor-Box mit der Kamera noch bis zum Wochenende im Hunsrück in einem Baum fest.

Ein professioneller Kletterer konnte diese nun bergen. Und: „Die Bergung der Sonde inklusive Fallschirm ist geglückt“, jubelt Kaus. Nur die Auswertung des Videomaterials ergab nicht das gewünschte Ergebnis.

45 Schüler, drei Lehrer, drei Tage und nur eine Mission: Bilder in der Stratosphäre aufzunehmen. „Das ist ziemlich erstaunlich und spannend, wenn man das aus ganz simplen Sachen selbst gemacht hat“, überlegt Maximilian Jung, Schüler in der Q1. Denn viel war für das Experiment gar nicht nötig: Lediglich ein Ballon, ein Fallschirm und eine Styropor-Box mit Technik und Kamera waren schon ausreichend. „Wir haben das Schullogo in 3D drucken lassen und eine Tomate außerhalb der Box mitgeschickt“, lacht Kaus, „die Schüler wollten gerne wissen, ob die Tomate platzt oder was damit auf der Reise passiert.“ Denn in einer Höhe von 30.000 Kilometern kann es schon einmal ganz schön kalt werden. „Es werden teilweise bis zu -40 Grad“, weiß Sebastian Breustedt, ebenfalls betreuender Lehrer der Projektgruppe, „deswegen haben wir auch ein paar Wärmepacks für die Technik mit in die Styropor-Box gepackt.“ Vergangene Woche wurde der Ballon dann auf die Reise geschickt. „Es war großartig, die Schüler sind dem Ballon sogar noch hinterhergelaufen“, erinnert sich Carsten Kaus strahlend. Plötzlich dann ein kurzer Dämpfer. „Kurz bevor die Box über das Schulgebäude flog, donnerte sie noch einmal gegen die Dachrinne“, meint Maxilmilian Jung, „ich hoffe, dass dabei die Kamera nicht ausgegangen ist.“ Dabei hat sie sich zwar nicht abgeschaltet, der Akku gab leider bereits nach einer Stunde auf. „Insgesamt hat die Aktion knapp drei Stunden gedauert“, weiß Kaus, „offensichtlich gab es leider, trotz mehrmaligem Testens, ein Problem mit der Stromversorgung. Anhand des Thermometerstandes vom letzten Bild schätze ich, dass die Kamera in etwa 2.000 Metern über Grund ausgegangen ist.“ Dabei war die Auswertung gar nicht so einfach. „Der Ballon ist deutlich weiter nach Süden geflogen, als ursprünglich gedacht“, meint Kaus. Das sei entweder auf zu viel Last oder zu wenig Helium zurückzuführen. „In Tiefenbach ist unsere Box laut Koordinaten gelandet“, erklärt Breustedt, „mit Kletterausrüstung mussten wir dann noch etwas in den Wald hinein.“

Doch selbst der kletteraffine Lehrer erreicht die Styropor-Box nicht. Als es dämmert und anfängt zu regnen, wird die Bergungs-Aktion abgebrochen. Ein professioneller Kletterer hilft dabei am Wochenende gegen eine Spende, das Objekt zu retten. „Der Ballon muss knapp 30.000 Meter hoch gewesen sein, sonst wäre er nicht geplatzt. Die Bilder sind dennoch schön“, so Kaus anschließend.

Alina Gries

(Kurier-Verlag)