Chacen & Perspektiven: Ein Gastbeitrag von Carolin Voigt, Wirtschaftsförderin der Stadt Jüchen Rückenwind für die Wirtschaftsförderung

Ganz im Sinne unseres „Chancen & Perspektiven“-Specials wirft Carolin Voigt, die Wirtschaftsförderin der Stadt Jüchen, für die Top-Kurier-Leser einen genauen Blick auf Potenziale und Herausforderungen.

Wirtschaftsförderin Carolin Voigt sieht eine starke Wirtschaftsörderung als eine zentrale Zukunftsinvestition.

Foto: Stadt Jüchen

Das vergangene Jahr hat erneut gezeigt, wie dynamisch und herausfordernd die Entwicklungen für die Stadt Jüchen geworden sind. Steigende Ausgaben im öffentlichen Haushalt, wachsende Anforderungen an Verwaltung und Infrastruktur sowie der tiefgreifende demografische Wandel und Digitalisierung verlangen nach klaren Strategien und einer starken, verlässlichen Wirtschaftsförderung.

Trotz zunehmender finanzieller Belastungen bleibt die Wirtschaftsförderung ein entscheidender Motor für die Zukunftsfähigkeit unseres Standorts. Investitionen in eine leistungsfähige Wirtschaft, die Unterstützung ansässiger Unternehmen und die aktive Ansprache neuer Betriebe zahlen sich langfristig aus: Sie sichern Arbeitsplätze, stärken die kommunalen Einnahmen und erhöhen die Attraktivität des Standorts – für Unternehmen ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger. Diese muss die Stadt Jüchen gemeinsam mit der örtlichen Wirtschaft gestalten.

Im zurückliegenden Jahr gab es verschiedene Anfragen von (örtlichen) Unternehmen, die sich gerne erweitern, neu ansiedeln oder modernisieren wollten. Da in der Stadt Jüchen derzeit aber leider keine neuen Gewerbeflächen zur Vermarktung zur Verfügung stehen, mussten diese leider meist negativ beantwortet werden. Für eine Stadt ist die Schaffung von Gewerbeflächen essenziell. Darüber hinaus wird aber auch weiterhin versucht, in den vorhandenen Gewerbegebieten Potenziale für Erweiterungen und Neuansiedlungen von Gewerbebetrieben zu schaffen.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss und den ansässigen Kommunen konnten wir Themen wie Gründung und Ausbildung weiter vorantreiben. Die gemeinsame Arbeit mit Wirtschaft, Bildung und Verwaltung ist hier besonders hervorzuheben. Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig es ist, Unternehmerinnen und Unternehmern eine kompetente Anlaufstelle zu bieten und Hemmnisse konsequent abzubauen.

Gleichzeitig stehen wir vor strukturellen Veränderungen, die uns noch lange beschäftigen werden. Der demografische Wandel führt dazu, dass immer weniger Fachkräfte für immer mehr Aufgaben benötigt werden. Viele Betriebe berichten bereits von Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeitende zu finden. Das gefährdet Wachstum, Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit.

Die Wirtschaftsförderung wird daher ihre Aktivitäten im Bereich Fachkräftesicherung und -gewinnung weiter ausbauen. Dazu gehören zum Beispiel Vernetzung von Unternehmen mit Schulen, Hochschulen und Weiterbildungsträgern, Unterstützung bei Recruiting-Strategien und Qualifizierung, Maßnahmen zur Steigerung der Standortattraktivität, damit Fachkräfte gern hier arbeiten und leben und die Förderung von Digitalisierung und Automatisierung, um knapper werdende Arbeitskräfte zu entlasten.

Für das kommende Jahr richten wir unseren Fokus darauf, den Standort weiterzuentwickeln und gleichzeitig resilienter zu machen. Das bedeutet, nachhaltige Rahmenbedingungen für Investitionen zu schaffen, Innovationen und neue Branchenpotenziale zu fördern, das Leben in der Stadt weiterzuentwickeln und Gewerbegebiete attraktiver werden zu lassen, Verwaltung und Wirtschaft enger miteinander zu verzahnen.

Auch wenn die finanziellen Spielräume kleiner werden, ist klar: Eine starke Wirtschaftsförderung ist kein Kostenfaktor, sondern eine zentrale Zukunftsinvestition.