Bürgermeister Philipp Sieben begrüßte die Gäste, zu denen auch die stellvertretende Landrätin Sandra Lohr und die Leiterin der Musikschule, Ruth Braun-Sauerwein, gehörten, und stimmte das Publikum auf den unterhaltsamen Nachmittag ein.
Mit der festlichen Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel machte das SinfonieOrchester den Auftakt. Von den ersten kräftigen Fanfaren an entfaltete das barocke Werk seine ganze Pracht. In voller Orchesterbesetzung präsentierten die rund 50 jungen Musiker die barocke Komposition mit beeindruckender Präzision und klanglicher Strahlkraft.
Es folgte die Romanze für Waldhorn und Orchester von Camille Saint-Saëns. Solist Cornelius Monz überzeugte am Waldhorn mit einer ausdrucksstarken Interpretation bei hoher musikalischer Sensibilität. Der 16-jährige Schüler aus der Instrumentalklasse von Wilhelm Junker ist 1. Preisträger im Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2025.
Bei Georges Bizets „L´Arlésienne Suite“ zeigten die Musiker einen feinen Sinn für die Dynamik des Stückes und präzise rhythmische Gestaltung. Die viersätzige Orchestersuite wurde ursprünglich als Bühnenmusik zu Alphonse Daudets Schauspiel komponiert. Wilhelm Junker, hauptberuflich Kantor in Jüchen, leitete das Orchester locker und souverän – sein Ensemble erfreute das Publikum mit musikalischer Reife und bemerkenswerter Ausdruckskraft. Das von der beeindruckenden Vorstellung begeisterte Publikum freute sich über die Zugabe eines weiteren Satzes aus der Feuerwerksmusik von Händel.
Nach der Pause startete die Big Band durch. Los ging es mit dem eingängigen Titelsong „Pink Panther“. Die Oscar-nominierte Filmmusik aus dem Film „Der rosarote Panther“ sprach das Publikum sofort an. Bandleader Jörg Enderle, ehemaliger Musiklehrer des Gymnasiums, führte gemeinsam mit verschiedenen Bandmitgliedern auf unterhaltsame Weise durch das Konzert. Beim Classic Swing Titel „Amapola“ vom Klarinettisten Jimmy Dorsey konnte Sängerin Finja Selke mit ihrer facettenreichen, ausdrucksstarken Stimme glänzen. Leonard Kaluza lieferte ein grandioses Klarinetten-Solo.
Es folgte der Bebop-Klassiker „Ornithology“ von Charlie Parker. Das rasante Thema und die komplexen Harmonien wurden von Marius Römer bei seinem Klaviersolo mit großer Stilsicherheit und Spielfreude umgesetzt. Er bewies zusammen mit der Band ein feines Gespür für die stilistischen Wurzeln des Stücks. In den 30er Jahren war die Andrew Sisters-Version des jiddischen Songs „Bei mir bist Du schön“ ein Welthit und ertönte nun, gesungen von Finja Sellke, in der Peter-Giesen-Halle. Alessandro Salice verlieh dem Stück mit einem virtuosen Gitarrensolo weiteren Glanz.
Im sehr abwechslungsreichen Stück „El Abrazo“ von Alan Baylock erhoben sich nach einem wunderbaren Intro durch Klavier und Bass die warmen Klänge der Querflöte von Marie Drouvé und dem Tenorsaxophon von Benedikt Fuhrmann in einem musikalischen Dialog.
Weiter ging es nach Brasilien mit dem Bossa-Nova-Song „Corcovado“ von Antônio Carlos Jobim. Das Stück ist geprägt von einer ruhigen, fast meditativen Stimmung, welche Sängerin Finja Sellke, ergänzt durch Marie Drouvés Querflötensolo, perfekt umsetzte. Für den Moment entstand in der Peter-Giesen-Halle das Gefühl einer von Stille und Romantik geprägten brasilianischen Nacht.
Mit dem Rock‘n Roll-ähnlichen Song „Out Of The Doghouse“ verbreitete die Big Band positive Energie für das Finale des Abends. Jonas Hamacher am Altsaxophon und Benedikt Fuhrmann am Tenorsaxophon lieferten beeindruckende Soli. Das reguläre Programm endete mit einer grandiosen Version von „I’m So Excited“ von den Pointer Sisters. Das Publikum sang begeistert mit und feierte die Band mit Standing Ovations. Die Zugabe mit dem Stück „Feeling Good“ passte also perfekt in die Halle.
„Es war eine große Freude, das Können und die Begeisterung der Nachwuchsmusikerinnen und -musiker live zu erleben. Die beiden Ensembles haben uns auf eine sehr abwechslungsreiche Reise in ganz unterschiedliche Epochen und Stilrichtungen mitgenommen. Ich danke allen Beteiligten, insbesondere auch Herrn Junker und Herrn Enderle, für das mitreißende Konzert. Auch allen Unterstützern aus dem Hintergrund gebührt mein Dank – so haben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums das Catering übernommen, dessen Erlös der Abikasse zu Gute kommt“, so Bürgermeister Philipp Sieben.