Ein wichtiger Punkt in jedem Jahr ist das Thema Ausbildung: Über 3.600 Aus- und Fortbildungsstunden absolvierten eine Vielzahl von Feuerwehrangehörige bei Laufbahn- und sonstigen Lehrgängen auf Kommunaler und Kreisebene. Hinzu kommen noch Aus- und Fortbildungen von Führungskräften bei Lehrgängen und Seminaren am Institut der Feuerwehr. Apropos Ausbildung: Rund 600 Stunden absolvierten die Dozenten des Ausbildungszentrums bei zwei Laufbahnlehrgängen, sowie weiteren etablierten Seminaren, wie den zum Ende des Jahres stattgefundenen Lehrgängen „Motorkettensäge“ oder auch „San A“. Auch die Ausbilder der Jugendfeuerwehr reihen sich in die Stunden für die Ausbildung mit ein und verbrachten gut 750 Stunden bei diversen Aktionen der Nachwuchsretter.
Im Jahr 2025 wurden 520 Einsätze durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Jüchen abgearbeitet. Somit steigen seit 2023 die jährlichen Einsatzzahlen wieder kontinuierlich (Steigerung im Vergleich zum Jahr 2024 um 41 Einsätze). Die Einsätze 2025 verteilen sich auf 118 Brandeinsätze (2024: 100), 333 technische Hilfeleistungen (2024: 330) und 69 sonstige Einsätze (2024: 49).
Gemeldete Brände in Wohngebäuden stehen an der Spitze der Gründe, warum die Florianer zu Brandeinsätzen ausrücken mussten, gefolgt von Kleinbränden, Brandmeldealarmen, Fahrzeugbränden und gemeldeten Bränden in Industrie, landwirtschaftlichen-, größeren öffentlich frequentierten Gebäuden.
Bei den technischen Hilfeleistungen waren Betriebsmittelverschmutzungen die Haupteinsatzgründe. Danach kommen Unterstützungen für den Rettungsdienst, Verkehrsunfälle, Tierrettungen und Sturmeinsätze außerhalb von Flächenlagen.
Obendrein wurde 69 sonstige Einsätze seitens der Feuerwehr Jüchen im Jahr 2025 bewältigt. Zu den sonstigen Einsätzen werden sogenannte „vorgeplante Einsätze“ gezählt, als auch First Responder-Einsätze. Während die Anzahl der First Responder-Einsätze im Vergleich zum Vorjahr mit sechs Einsätzen konstant blieb, steigerte sich die Anzahl der vorgeplanten Einsätze von 43 (2024) auf 63. Eine erhebliche Steigerung liegt hier gerade wegen geforderter Sicherheitsvorkehrungen vor, sodass die Feuerwehr im Rahmen von Ordnungsdiensten tätig wird. In den vorgeplanten Einsätzen sind aber auch Brandsicherheitswachen enthalten, die notwendig sind, wenn bei Veranstaltungen eine größere Anzahl an Personen gefährdet werden könnte.
Zu den gemeldeten Einsätzen, die den Feuerwehrleuten besonders in Erinnerung geblieben sind, gehört unter anderem ein schwerer Verkehrsunfall zu Beginn des neuen Jahres. Nach nur wenigen Tagen im Jahr 2025 ereignete sich auf der Landstraße zwischen Kelzenberg und Wey ein folgenschwerer Verkehrsunfall, bei dem eine Person tödlich verletzt wurde.
Auch der Brand eines leer stehenden Gebäudes an der Odenkirchener Straße im Februar 2025 ist erwähnenswert, denn über mehrere Stunden waren gleich mehrere Einheiten der Feuerwehr Jüchen gefordert. Um einen Brandübergriff auf Nachbargebäude zu verhindern, wurden Riegelstellungen aufgebaut sowie die Bewohner der Nachbargebäude in Sicherheit gebracht. In den Folgetagen wurden Kräfte der Feuerwehr noch mehrfach zu „Brandstellennachkontrollen“ alarmiert.
Tierisch wurde es beispielsweise im Juni für die Florianer, als Schafe in Garzweiler ausbüchsten. Zwar gab es im Jahr 2025 einige tierische Einsätze, aber als Einsatzmittel mal einen Hütehund (von einem im Dienst befindlichen Feuerwehrkollegen des Tagesdienstes) einzusetzen, gab es wohl in der Geschichte der Feuerwehr Jüchen noch nicht. Die Schafe konnten letztendlich sicher wieder an den Eigentümer übergeben werden.
Auch in der zweiten Jahreshälfte wurden Einsatzkräfte der Feuerwehr Jüchen wegen eines größeren Brandereignisses auf Trab gehalten. Im September drohte eine im Hinterhof in Vollbrand stehende Scheune im Ortszentrum von Jüchen auf weitere Nachbargebäude überzugreifen. Der Brandübergriff konnte rechtzeitig durch die eingesetzten Kräfte verhindert werden.
Anfang September sorgte bereits in der Nacht einsetzender Dauer- und teils Starkregen für mehrere wetterbedingte Einsätze. Auch wenn in Summe im Tagesverlauf bis 17 Uhr nur 24 Einsatzstellen abgearbeitet werden musste, war es nicht die Masse an Einsätzen, die die Einsatzkräfte auf Trab hielt, sondern drei Einsatzstellen, die gleich über mehrere Stunden einen Einsatz von einer Vielzahl an Einsatzkräfte parallel forderte. Am Abend dieser „kleinen“ Flächenlage rollte fast mit Abschluss des letztenden laufenden Wassereinsatzes das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug auf den Hof des Gerätehaus Hochneukirch.
Apropos Fahrzeugtechnik: Mit dem neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) für den Löschzug Hochneukirch, konnte im Jahr 2025 die dritte HLF-Generation mit konzeptionellen Anpassungen zu den in den Vorjahren angeschafften HLF beschafft werden. Somit verfügt jeder Löschzug über einen (fast) baugleichen Erstausrücker, der gerade bei größeren Einsatzstellen auch eine einheitsübergreifende Kenntnis der gegenseitigen Beladungen zulässt.
Aktuell sind noch zwei weitere Fahrzeuge in Beschaffungen: ein neues Kleineinsatzfahrzeug, welches beim Löschzug Jüchen stationiert sein wird und ein Gerätewagen-Logistik 2, welcher als Kreiskomponente ebenfalls beim Löschzug Jüchen stationiert wird.
Heinz-Dieter Abels, Leiter der Feuerwehr Jüchen zieht Bilanz und richtet ein großes Dankeschön an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte: „2025 haben wir mit über 3.600 Ausbildungsstunden und mehr als 520 Einsätzen beeindruckende Leistung und Engagement bewiesen.“ Mit neuer Kraft blicken die Jüchener Florianer in die Zukunft: „Für das Jahr 2026 können wir uns über den Zugang der zwei beschriebenen neuen Einsatzfahrzeuge freuen. Als größere organisatorische Maßnahme steht im Jahr 2026 die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans an, der die Zielsetzung für die Fortentwicklung einer leistungsstarken Feuerwehr für die kommenden fünf Jahre beinhalten soll“, so der Feuerwehr-Chef, „auch für das Jahr 2026 kann ich versichern, dass den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt im Notfall eine schlagkräftige und motivierte Truppe an Einsatzkräften zur Verfügung steht, um jederzeit Hilfe zu leisten. Sie können sich auch in diesem Jahr wieder auf ihre Feuerwehr verlassen und sich sicher fühlen.“ -dafu