Ziel dieser Untersuchung ist es, die Leistungsfähigkeit der Polizei langfristig zu sichern und gleichzeitig den Anforderungen an eine moderne, flexible und bürgernahe Polizeiarbeit gerecht zu werden.
„Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen haben für mich oberste Priorität. Mit der Untersuchung sowie der nun anstehenden Pilotphase möchten wir die Präsenz der Polizei in der Fläche stärken“, erläutert Landrätin Katharina Reinhold und ergänzt: „Mir ist wichtig, dass Polizei im gesamten Kreisgebiet bestmöglich auf der Straße präsent, für die Bürger jederzeit ansprechbar und im Einsatzfall schnellstmöglich vor Ort ist. Wir möchten die Einsatzkräfte daher im größtmöglichen Umfang auf die Straße bringen. So ist die Polizei am besten sichtbar und auch für die Menschen ansprechbar.“
Die Analyse der kreisweiten Einsatzzahlen der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass sich das Einsatzaufkommen sehr ungleich auf das Kreisgebiet verteilt und die verfügbaren Polizeikräfte nicht in gleichem Maße ausgelastet sind. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden, die vorhandenen Kräfte effizienter und flexibler auszurichten.
Wie dies gelingen kann, wird seit dem 4. November durch zunächst vorübergehende organisatorische Anpassungen erprobt.
So läuft bereits seit dem 4. November auf der Polizeiwache in Jüchen eine Testphase, bei der Einsatzkräfte ihren Dienst zentralisiert in Grevenbroich aufnehmen. Die Auswertung hat bislang gezeigt, dass durch diese organisatorische Anpassung notwendige Dienst- und Wegezeiten zu Dienstbeginn und zum Dienstende, bei der die Dienstwaffen zunächst in Grevenbroich abgeholt werden mussten, reduziert werden können, ohne die Polizeipräsenz vor Ort zu reduzieren.
Dies ermöglicht, die Einsatzmittel durch die gewonnene Kapazität schneller, flexibler und bedarfsgerechter dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.
Gleichzeitig bleiben die Polizeikräfte für die Bürger unverändert ansprechbar. Das bedeutet, dass die Bezirksbeamten unverändert den Polizeiposten vor Ort besetzen und die Einsatzreaktionszeiten im landesweiten Vergleich einen Spitzenwert behalten.
Außerhalb der Dienstzeiten und in den Zeiten, in denen die Bezirksbeamten im Wachbezirk unterwegs sind, laufen persönliche Kontaktanfragen vor Ort nicht ins Leere, sondern werden wie bisher erfolgreich praktiziert über die Klingelanlage unmittelbar an die Leitstelle der Polizei geleitet. Auf Grundlage der bisherigen Erkenntnisse ist vorgesehen, den Pilotbetrieb bis Ende Mai 2026 fortzusetzen und ab März 2026 auch auf die Wachbezirke in Korschenbroich, Kaarst und Meerbusch auszuweiten, um die polizeiliche Aufgabenerfüllung kreisweit zu verbessern.
Die Erkenntnisse werden während der Pilotphase dauerhaft evaluiert. Nach Abschluss soll dann eine Entscheidung über eine dauerhafte Struktur getroffen werden. Auch im Rahmen dieser Erweiterung bedeutet dies für die Bürger, dass die Polizei weiterhin und unverändert an den Standorten rund um die Uhr erreichbar bleibt und gleichzeitig noch zielgerichteter und wirkungsvoller eingesetzt werden kann.
„Die Maßnahmen dienen ausdrücklich nicht dem Abbau von Polizeipräsenz, sondern der Stärkung der Einsatzfähigkeit, der bestmöglichen Präsenz der Polizei auf der Straße und damit der Steigerung der polizeilichen Kriminalitätsbekämpfung sowie Einsatzwahrnehmung“, macht Landrätin Katharina Reinhold deutlich.
In Jüchen starten die Einsatzfahrzeuge zentral aus Grevenbroich, die Polizei ist dort wie bisher unverändert auch über den örtlichen Bezirksdienst oder über die Klingel rund um die Uhr erreichbar. Die polizeiliche Präsenz ist wie vor der Pilotphase gewährleistet.