Jüchener SPD-Fraktion diskutiert zwei Tage lang im Nikolauskloster Etatberatungen dieses Mal unter neuen Vorzeichen

Jüchen · Zum Auftakt des politischen Jahres geht es in Jüchen gleich ans Eingemachte: Die Beratungen über den städtischen Haushalt für 2026 beschäftigen aktuell die Verantwortlichen. Die SPD-Fraktion im Rat zog sich deshalb für zwei Tage in die Ruhe des Nikolausklosters zurück, um über den kurz vor Weihnachten von der Verwaltung vorgelegten Etat zu diskutieren.

Die versammelte SPD-Ratsfraktion bei ihren Beratungen im Nikolauskloster.

Foto: Wolfgang Kaisers/SPD Jüchen

Fazit des Austauschs, an dem auch der neue Bürgermeister Philipp Sieben und die Verwaltungsspitze teilnahmen: Die Lage ist nach wie vor herausfordernd und es wird nach Ansicht der SPD erheblicher Anstrengungen bedürfen, die Jüchener Finanzen in absehbare Zeit auf eine solidere Basis zu stellen.

Keine 100 Tage ist Philipp Sieben im Amt – und schon muss sich der im Herbst neugewählte Bürgermeister mit dem umfangreichen Zahlenwerk des Jüchener Haushalts 2026 befassen. Der wurde noch unter der Federführung des vorherigen Bürgermeisters in der Verwaltung zusammengestellt, während Philipp Sieben nun im ebenfalls neu installierten Stadtrat um Zustimmung für den Etat werben muss.

Bürgermeister Sieben und Kämmerin Annette Gratz präsentierten der SPD-Fraktion den Entwurf, in dem sie laut Gratz „alle rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft“ haben, um eine Haushaltssicherung und die damit verbundenen Restriktionen zu vermeiden. „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“, schilderte die Kämmerin den Genossen eindrücklich die Lage.

Der SPD-Fraktion ist der Ernst der augenblicklichen Kassen-Situation in Jüchen wohl bewusst und sie unterstützt Bürgermeister Philipp Sieben in seinem Ansinnen, in nächster Zeit in allen Ämtern des Rathauses nach Einsparmöglichkeiten zu suchen und zugleich die Einnahmeseite verstärkt in den Blick zu nehmen, um die Ertragskraft der Stadt zu stärken. „Die kommenden Monate werden von entscheidender Bedeutung sein“, richtet SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert John den Blick in die nähere Zukunft: „Hier darf es keine Tabus und Denkverbote geben.“

Zunächst jedoch bestimmt der Jüchener Haushalt für das soeben begonnene Jahr die Diskussionen. Die SPD beriet dabei auch über die laufenden und geplanten Projekte in der Stadt. Im Blick hat die SPD-Fraktion hier die Schulentwicklung ebenso wie die geplante Polizeiwache, die Notfallversorgung, die Windkraftanlagen oder das Bürgerhaus Gierath. Fraktionsvorsitzender Norbert John: „In den kommenden Sitzungen des Hauptausschusses und des Rates müssen wir intensiv darüber diskutieren, was wir uns leisten können und wie der Jüchener Haushalt in absehbarer Zeit auf ein sicheres Fundament gelegt werden kann. Wir müssen handlungsfähig werden und bleiben.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert John (l.) würdigte die ehemaligen SPD-Ratsmitglieder Hubert Noehlen, Hans-Josef Schneider, Joachim Drossert, Rosi Bruchmann, Holger Witting und Mario Broisch (von links) für ihre Verdienste .

Foto: Wolfgang Kaisers/SPD Jüchen

Neben den umfangreichen Beratungen über Zahlen und Ziele nutzte die SPD-Fraktion die Klausurtagung im Nikolauskloster dafür, um ihre nach der vergangenen Wahl ausgeschiedenen Ratsmitglieder zu ehren und ihnen Dank auszusprechen: Rosi Bruchmann, Mario Broisch, Joachim Drossert, Hubert Noehlen, Hans-Josef Schneider und Holger Witting wurden vom Fraktionsvorsitzenden Norbert John für ihre Verdienste gewürdigt. Er äußerte zudem seine Freude darüber, dass bis auf eine Ausnahme alle ehemaligen Ratsmitglieder der SPD auch weiterhin als Sachkundige Bürger in den Ratsausschüssen zur Verfügung stehen.