Stationsbericht 2025 des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr Bahnhöfe fallen wieder einmal durch

Jüchen/Hochneukirch · Neues Jahr, neuer Stationsbericht – doch immer noch dieselben Probleme an den Haltestellen Jüchen und Hochneukirch. Das ergab die Bewertung der Profitester des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR). Wie es um die Aufenthaltsqualität, die Fahrgastinformation und die Barrierefreiheit bestellt ist.

Hartes Urteil der VRR-Profitester: Der Jüchener Bahnhof wurde als „nicht tolerierbar“ bewertet – als einzige Haltestelle im Rhein-Kreis Neuss. Grund dafür sind die schlechten Bewertungen bezüglich Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit.

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

„Entwicklungsbedürftig“ (Hochneukirch) und „nicht tolerierbar“ (Jüchen) lautet das Fazit der Tester für die hiesigen Bahnhöfe. Damit ging es für die Hochneukircher Haltestelle immerhin eine Bewertungsstufe (insgesamt gibt es vier von blau über grün und gelb bis hin zu rot) nach oben, während es für die Jüchener bergab ging. Keine andere Haltestelle im Kreisgebiet wurde schlechter bewertet; der Jüchener Halt ist der einzige mit der Gesamtbewertung „nicht tolerierbar“. Ein Stimmungsbild, das mancher Pendler sicher teilt.

Hauptgrund für die negative Bewertung der Jüchener Haltestelle ist die Verschlechterung in der Kategorie Aufenthaltsqualität von „verbesserungswürdig“ (gelb) in 2024 zu „unzureichend“ (rot) in 2025. „Bei der Aufenthaltsqualität wurden 2025 insbesondere die Merkmale Müll, Verschmutzung, Graffiti und Schäden abgewertet“, so ein Sprecher des VRR. Die Bewertung in den Kategorien Fahrgastinformation (mit „hervorragend“ der einzige Lichtblick) und Barrierefreiheit („sehr hoher Handlungsbedarf“) ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.

Wo es in Jüchen bergab ging, ging es für die Haltestelle Hochneukirch leicht bergauf. Denn in der Kategorie Aufenthaltsqualität wurde sie von den Profitestern nicht mehr mit „unzureichend“ (rot) wie im Jahr 2024 bewertet, sondern als „verbesserungswürdig“ (gelb) eingestuft. Der VRR erklärt: „Insbesondere die Merkmale Müll, Verschmutzung, Feuchtigkeit/Pfützenbildung, Graffiti und Schäden wurden weniger stark abgewertet als noch 2024.“ Die Bewertung in den Kategorien Fahrgastinformation („verbesserungswürdig“) und Barrierefreiheit („erhöhter Handlungsbedarf“) ist im Vergleich zum Vorjahr gleich geblieben.

Die Haltestelle Hochneukirch konnte sich im Vergleich zum Stationsbericht des Vorjahres verbessern, wird aber in der Gesamtbewertung immer noch als „entwicklungsbedürftig“ gelistet.

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

Dass dringender Handlungsbedarf an den Haltestellen besteht, das sieht auch die Stadt Jüchen so, die die Einschätzung des Stationsberichts teilt. Eine umfassende Sanierung sei in Planung: „Die DB InfraGo GmbH, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn AG, baut beide Bahnhaltepunkte im Rahmen des Strukturwandelprojektes S6 Köln – Mönchengladbach barrierefrei aus.“

Für den Bahnhaltepunkt Jüchen werden derzeit im Rahmen des städtischen Strukturwandelprojekts „Bahnhofsquartier“ Gespräche mit der DB InfraGo geführt. Ziel sei die Herstellung eines städtebaulich attraktiven und funktionalen Bahnhaltepunktes, der über die Maßnahmen der DB InfraGo hinausgehe, erklärt ein Stadtsprecher: „Die Stadt hat diese ergänzenden Planungen durch ein Büro erstellen lassen und mit der DB InfraGO geteilt. Für die weitere Planung ist eine Planungsvereinbarung zwischen DB InfraGO und Stadt notwendig. Diese wird derzeit erarbeitet, der Abschluss steht bevor.“ Der Bahnhof Jüchen soll in diesem Rahmen unter anderem eine breite, barrierefreie Unterführung unter den Bahngleisen und der Autobahn erhalten. Dadurch soll eine einfache und gute Erreichbarkeit der Bahnsteige und des geplanten neuen Stadtteils Jüchen-Süd südlich des Bahnhaltepunkts hergestellt werden.

Die Umsetzung dieser umfangreichen Maßnahmen wird leider nicht kurz- oder mittelfristig möglich sein. Doch es gibt ein klares Ziel: „Die Fertigstellung muss vor der geplanten ,Internationalen Gartenausstellung’ 2037 (IGA) sein. Der Bahnhof Jüchen und erste Entwicklungen im Rahmen des neuen Stadtteils Jüchen-Süd sollen bei der dezentralen IGA eine zentrale Rolle einnehmen.“

Bis dahin steht die Stadt mit der DB InfraGO im Austausch. Verschlechterungen wie die Sperrung der Unterführung Jüchen vor einigen Wochen (wir berichteten) nimmt die Stadt nicht hin, sondern hat schnellstmögliche Sanierung und Freigabe gefordert. „Auch in Zukunft wird die Stadt versuchen darauf hinwirken, dass sich keine weiteren Verschlechterungen ergeben, sondern nach Möglichkeit Verbesserungen der Situation an beiden Bahnhöfen hergestellt werden können. Fakt ist jedoch wie beschrieben, dass erst der Um- und Ausbau der Bahnhaltepunkte zu einer echten Verbesserung der Situation führen wird“, betont die Stadt.