1. Rommerskirchen

Gemeinde erklärt alles zu einem „Aprilscherz“: Leben etwa Elefanten auf dem Bahndamm?

Gemeinde erklärt alles zu einem „Aprilscherz“ : Leben etwa Elefanten auf dem Bahndamm?

Beim Surfen auf den Internetseiten der Gemeinde Rommerskirchen kam „Grünen“-Politiker Norbert Wrobel ins Staunen: Auf dem „Historischen Bahndamm“ wurden dort im besten Biologen-Latein „Bülbüls“, „Proboscideas“ und „Laurasiatherias“ vermeldet. „Warum sollen Elefanten, tropische Vögel, Tapire und giftige Schlangen aus Australien am Bahndamm leben können?“, fragte er sich. Und den Bürgermeister.

Der bezeichnete die seltsamen Ausführungen unter „Leben in Rommerskirchen“ als Aprilscherz und versprach Wrobel fürs Auffinden eine Flasche Wein.

In dieser Woche kommentierte dann der Gemeindesprecher: „Von allen genannten Tierordnungen und -gruppen sind allein Rüsseltiere (Proboscidea) nicht am Bahndamm anzutreffen.  Exemplare aller übrigen Ordnungen und Gruppen sind dort  beziehungsweise in dessen Umfeld bereits gesichtet worden.“

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Aus dem Gillbach-Rathaus war aber zu erfahren, dass „Aprilscherz“ die Tatsachen nicht so ganz trifft: Der entsprechende Text unter den „FAQs“ wurde vor Jahresfrist verfasst und mehrfach gegengelesen. Dabei erlaubte sich ein Unbekannter den „Kollegenscherz“, die Rüsseltiere in dessen Aufzählung einzuführen.

 Diese Vorher-Nachher-Bilder regen viele in Rommerskirchen und Grevenbroich auf. So fragt zum Beispiel Olaf Lennartz: „Wer hat sich dieses Trauerspiel bloß ausgedacht? Das kann nur ein Mensch sein, der weder Hunde- noch Pferdeliebhaber ist ...
Diese Vorher-Nachher-Bilder regen viele in Rommerskirchen und Grevenbroich auf. So fragt zum Beispiel Olaf Lennartz: „Wer hat sich dieses Trauerspiel bloß ausgedacht? Das kann nur ein Mensch sein, der weder Hunde- noch Pferdeliebhaber ist ... Foto: Olaf Lennartz

Keiner der folgenden Kontrolleure stolperte über die „Proboscidea“ und so wurden sie auf dem „Historischen Bahndamm“ sozusagen „heimisch“, bis Norbert Wrobel die botanische Welt wieder gerade rücken konnte.

 ... Für Hundepfoten sehr unangenehm, für Pferdehufe gänzlich ungeeignet und schmerzhaft und selbst zum Radfahren ziemlich blöd…der ,Schotterweg’ auf dem einst naturbelassenen und wunderschönen Bahndamm. Wunderschön für Wanderungen mit Hund oder auch ohne, Ausritte auf dem extra dafür angelegten Sandstreifen und selbst Radfahren war auf dem Bahndamm schön. Alles Geschichte.  Mir fehlen die Worte…“
... Für Hundepfoten sehr unangenehm, für Pferdehufe gänzlich ungeeignet und schmerzhaft und selbst zum Radfahren ziemlich blöd…der ,Schotterweg’ auf dem einst naturbelassenen und wunderschönen Bahndamm. Wunderschön für Wanderungen mit Hund oder auch ohne, Ausritte auf dem extra dafür angelegten Sandstreifen und selbst Radfahren war auf dem Bahndamm schön. Alles Geschichte.  Mir fehlen die Worte…“ Foto: Olaf Lennartz

Fazit: So erfolgreich Martin Mertens auch in Rommerskirchen regieren mag, der Bahndamm bleibt wohl auch weiterhin seine Achillesferse. Wobei der Elefanten-Scherz sicherlich eher zum Schmunzeln als zum Aufregen Anlass sein dürfte.

Echter Aufreger — und das schon seit Wochen — ist die neue Ausgestaltung des Bahndammes, dessen bisheriger (naturnaher und kuscheliger) Trampelpfad in einen steril wirkenden Schotterweg umgewandelt wurde. „Jetzt wurden wohl tausende Euro vom Steuerzahler ausgegeben, die wieder absolut keinen Nutzen bringen,  den Eingriff in die Natur völlig überflüssig und auch noch sehr unschön machen“, schreibt zum Beispiel Olaf Lennartz.

Ein Disput, den auf Grevenbroicher Seite auch schon CDU-Chef Wolfgang Kaiser und Planungsdezernent Florian Herpel geführt haben. Wobei Kaiser auch deutlich machte, dass durch die Umbauarbeiten viel Grün entlang des neuen Weges in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Die entsprechenden Passagen  auf der Seite  „Landschaftsgalerie Strategischer Bahndamm“ sind inzwischen gelöscht und neubearbeitet worden.

(Gerhard Müller)