1. Rommerskirchen

Rommerskirchen: Irritation über den „Strategischen Bahndamm“

Sollen Reiter verbannt werden? : Irritation nach Gerüchten über den „Strategischen Bahndamm“

Das Projekt „Landschaftsgalerie Strategischer Bahndamm“ soll zu einem ausgestalteten Naherholungsgebiert werden. Die ursprüngliche Planung stieß auf große Zustimmung, doch nun haben viele Reiter Angst, „unter die Räder“ zu kommen. Sie befürchten, vom Kamm des Bahndammes – zugunsten von Radlern und Spaziergängern – vertrieben zu werden.

Der „Bahndamm“ soll zu einer perfekten Strecke zum Spazieren, Flanieren und zur sportlichen Betätigung werden. Fußgänger, Radfahrer und Reiter nutzten den Bahndamm zwar bisher schon rege, doch nun wird die 13 Kilometer lange „Landschaftsgalerie“ – unter der Regie der Gemeinde Rommerskirchen und in Zusammenarbeit mit Neuss und Grevenbroich – aufgemöbelt. Funktionsgerechte Auf- und Abgänge, Brücken und Landschaftsinformationen sollen ihn aufwerten. Nina Liebeling und ihre Reiterfreunde artikulieren jedoch ihre Befürchtungen: „Es wäre sehr ärgerlich, wenn wir vom Bahndamm ausgeschlossen würden, nur um eine Strecke zu bekommen, auf der die Radfahrer möglichst schnell und ungestört fahren können. Da es sehr wenige gute Reitwege in unserer Region gibt, wäre das eine mittlere Katastrophe.“

Zur aktuellen Planung der Gemeinde Rommerskirchen – auch nachzulesen auf der offiziellen Internetseite der Kommune – heißt es: „Grundsätzlich soll die Möglichkeit gegeben werden, dass sich Reiter zukünftig mit ihren Pferden durchgängig auf bahndammbegleitenden Wegen aufhalten können und dabei der Route des Strategischen Bahndamms parallel folgen können, was derzeit noch nicht durchgängig möglich ist. Für diesen Zweck wird seitens der Gemeindeverwaltung momentan ein eigenes Reitwegekonzept entwickelt. Auf dem Strategischen Bahndamm selbst wird das Reiten dann zukünftig nicht mehr erlaubt sein, um die sichere Abwicklung des Fuß- und Radverkehrs auf dem Strategischen Bahndamm abwickeln zu können und den Bodenbelag nicht übermäßig in Mitleidenschaft zu ziehen.“

Die Idee, den Reitweg neben den Damm zu verlegen, stößt bei Nina Liebeling auf Unverständnis: „Es ist vielerorts gar nicht möglich, Reitwege parallel zum Bahndamm anzulegen. Dort gibt es matschige Feldwege und asphaltierte Wege – beides ist für Pferde nicht ideal. Außerdem wird man wohl kaum den Landwirten ein Stück ihrer Felder abnehmen, nur um Reitwege anlegen zu können.“

Auch der ehrenamtliche Reitwegebeauftragte des Rhein-Kreises Neuss, Markus Diebelt, ist der Meinung: „Eigentlich ist die Situation ideal, so wie sie im Moment ist. Unserer Ansicht nach ist auf dem größten Teil der Strecke genügend Platz für Radfahrer, Fußgänger und Reiter, abgesehen von einer kurzen Strecke in Rommerskirchen. Ab dem Sportplatz Ramrath würde es Sinn machen, eine kleine Strecke des Reitweges parallel neben den Bahndamm zu verlegen.“

So hieß es auch ursprünglich im Planungsentwurf Landschaftsgalerie Strategischer Bahndamm: „In der nördlichen Hälfte des Strategischen Bahndamms verläuft neben dem bestehenden Waldweg eine separate Reitwegespur. In Teilabschnitten verbleibt durch den Ausbau des Waldwegs auf einer Breite von 2,5 Metern nicht genügend Platz für eine Parallelführung. In diesen Abschnitten wird der Reitweg auf begleitende Flurwege verlegt. Überwiegend kann der Reitweg auf dem Strategischen Bahndamm verbleiben.“

Nach wiederholten Anfragen stellen die Untere Naturschutzbehörde des Rhein-Kreises Neuss und die Gemeindeverwaltung Rommerskirchen jetzt klar, dass „das Reiten nach Abschluss der Wegebauarbeiten auf dem Bahndamm NUR auf dem neu angelegten Weg selbst nicht erlaubt ist. Abseits des neuen Weges kann auf bestehenden Reit- und befestigten Forstwegen selbstverständlich weiter geritten werden.“

Wo auf dem Bahndamm selbst keine Möglichkeit bestehen wird, sich per Pferd fortzubewegen, soll parallel zum Bahndamm eine alternative Reitwegeführung über die gesamte Länge des Bahndamms geschaffen werden. „Das Konzept dazu wird eng mit dem Reitwegebeauftragten der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland, Markus Diebelt, abgestimmt, der auch die Interessen der Reiterschaft in die Planungen mit einbringt“, so Carsten Friedrich, Fachbereichsleiter Planung der Gemeinde Rommerskirchen.