„Ankommen im Rhein-Kreis“ Projekt für Ukraine-Flüchtlinge ist gut angelaufen

Grevenbroich/Jüchen · Das Projekt „Ankommen im Rhein-Kreis“ ist gut aus den Startlöchern gekommen. Bereits über 120 Menschen aus dem ukrainischen Kriegsgebiet wurden in den ersten vier Monaten durch individuelle Beratung und konkrete Hilfe unterstützt.

 Das Projekt „Ankommen im Rhein-Kreis“ ist erfolgreich angelaufen: Kreisdirektor Dirk Brügge (Mitte) mit den TZG-Geschäftsführern Benjamin Josephs (links) und Raimund Franzen.

Das Projekt „Ankommen im Rhein-Kreis“ ist erfolgreich angelaufen: Kreisdirektor Dirk Brügge (Mitte) mit den TZG-Geschäftsführern Benjamin Josephs (links) und Raimund Franzen.

Foto: RKN.

„Unser Ziel ist es, den Geflüchteten ganzheitlich und unproblematisch zu helfen und ihnen Orientierung zu geben. Eine rasche Integration – auch in Ausbildung und Arbeit – ist schließlich für alle Beteiligten ein entscheidender Faktor“, so Kreisdirektor Dirk Brügge.

Das Projekt wird vom Rhein-Kreis angeboten und durch die gemeinnützige „Beschäftigungsförderungsgesellschaft“ (bfg) umgesetzt, einer Tochter des „Technologiezentrum Glehn“ (TZG). Kooperationspartner sind das „Kommunale Integrationszentrum „und das 2Kommunale Integrationsmanagement“ des Kreises, die Kommunen, Beratungsstellen von Arbeiterwohlfahrt, Diakonie oder Caritas, Jugendmigrationsdienste, Sprachkursträger und das Jobcenter.

Für Jugendliche und junge Erwachsene, die am Übergang von der Schule zum Beruf stehen, kann auch die Teilnahme am Projekt „Blitzstart“ der bfg oder bei gegebener Voraussetzung ein Eintrag ins Online-Bewerberbuch „321fachkraft.de“ angeboten werden.

Die TZG-Geschäftsführer Benjamin Josephs und Raimund Franzen bringen die Motivation der Anbieter auf den Punkt: „Wir freuen uns über jeden, den wir gezielt unterstützen können. Das ist ein ganz wichtiger gesellschaftlicher Auftrag, den wir sehr gern annehmen.“ Jeder, der Hilfe brauche, sei herzlich willkommen und werde bestmöglich bei der Integration unterstützt – „damit hier alle wirklich gut ankommen und sich wohlfühlen“.

Die Bedarfe der Geflüchteten sind unterschiedlich, wobei sich aber schon jetzt einige Schwerpunkte ausmachen lassen. Zentrale Themen sind Wohnungssuche und Kinderbetreuung. Außerdem gibt es viele Fragen hinsichtlich des deutschen Rechtssystems und der Prozesse innerhalb der zuständigen Behörden. Eine der größten Herausforderungen ist das Erlernen der deutschen Sprache. Deshalb bietet das Projekt eigene Sprachkurse an: Rund 25 Schüler besuchen die bewusst klein gehaltenen Kurse derzeit.

Auch Berufsberatung beziehungsweise Neuorientierung sind Themen, die mit der Zeit zunehmend relevanter werden. Während die meisten aus der Ukraine geflüchteten Menschen anfänglich noch von einem kurzen Aufenthalt in Deutschland ausgingen, ist diese Hoffnung mittlerweile merklich kleiner geworden, da ein baldiger Frieden im Moment nicht absehbar ist.

Männer sind bei „Ankommen im Rhein-Kreis“ in der Minderheit, da sie in der Heimat bleiben müssen. Viele der geflüchteten Frauen sind mit ihren Kindern gekommen. 30 Prozent der Teilnehmer sind junge Menschen unter 27 Jahren und ohne Familie in Deutschland. Zwar sind die Geschichten sehr unterschiedlich, doch eines haben sie gemeinsam: Sie sind allesamt traurig und zeigen den Grad der beispiellosen Brutalität, die in der Ukraine alltäglich geworden ist.

Der Rhein-Kreis fördert das „Ankommen“-Projekt mit einem Zuschuss von 582.767 Euro. Die Teilnahme ist für alle geflüchteten Personen aus der Ukraine freiwillig und kostenlos.

Nähere Informationen über das Unterstützungsangebot hält die „Beschäftigungsförderungsgesellschaft“ (bfg) bereit. Ihre Adresse lautet Königstraße 32-34 in 41460 Neuss, ihre Telefonnummer 02182/85 07 85, ihre Mail-Adresse beratungsagentur@bfgrkn.de.

(-ekG.)
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