Auf `nen Kaffee mit dem Alt-Landrat Windkraft & Krankenhaus – die Aufreger bleiben präsent

Elsen · Kaffee mit dem Alt-Landrat in seinem sonnenverwöhnten Garten. Dazu ein Stückchen seiner selbst gemachten Eissplittertorte, die nach dem entsprechenden Bericht im Erft-Kurier „legendär“ wurde. Hans-Jürgen Petrauschle ist inzwischen im Ruhestand angekommen – auch wenn er sich immer noch aufregen kann. Zum Beispiel in Sachen Krankenhaus. Und an einer Stelle sagt er gar mit einem satten Schmunzeln: „Ich bin wieder da!“

Der Alt-Landrat auf seiner Terrasse. Photovoltaik auf dem Dach und wilder Wein an der Hauswand.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

Ja, gesteht Hans-Jürgen Petrauschke offen ein, in seinem Ruhestand vermisse er die vielen Kontakte mit ganz unterschiedlichen Menschen. „Was ich nicht vermisse, sind manche Probleme“, lacht er gleich hinterher. Und dann ist er auch schon beim Grevenbroicher Krankenhaus: „Wissen Sie, dass es da ein modernes Schlaf-Labor gibt?“, fragt er. Und schiebt hinterher, dass er nicht verstehe, dass das Rheinland-Klinikum damit keine Werbung für den Standort mache.

Genauso wenig wie mit der bestens ausgestatteten Geriatrie, die vollstes Lob von den Patienten und ihren Angehörigen bekommen würde. „Da wird jetzt viel Mundpropaganda gemacht“, weiß der Alt-Landrat zu berichten.

Hat er die Kreisverwaltung noch im Blick, lautet die nächste Frage. Hier zitiert Petrauschke seinen Amtsvorgänger Dieter Patt mit den Worten: „Jede Zeit braucht neue Leute.“ Und fügt nachdenklich an: „Sparen und gleichzeitig investieren, ist schwer.“

Die Johannisbeeren werden allmählich rot.

Foto: KV./Gerhard P. Müller

So ganz „raus“ ist Hans-Jürgen Petrauschke allerdings noch nicht: Im Verwaltungsrat des VRR, in der Landschaftsversammlung, bei der „Stiftung Tandem“, im Förderverein des Klosters Langwaden ...und ...und ...ist seine Mitarbeit immer noch gefragt.

Wobei es jetzt eine ganz besondere Freude für ihn war, auch in den Regionalrat zurückkehren zu können. Zwar nicht als Mitglied der CDU-Fraktion, dafür aber als beratendes Mitglied im Auftrag des Landschaftsverbandes. Damit kann Petrauschke in diesem Gremium Dirk Brügge, Katharina Reinhold, Franziska Velder & Co weiterhin genau auf die Finger schauen.

Und dann wird der Alt-Landrat fast ein wenig wehmütig: Viele Jahre hatte er im Regionalrat den Vorsitz inne. Im vergangenen Jahr habe es die hundertste Sitzung dieses Gremiums gegeben, das dereinst einmal als „Bezirksplanungsrat“ gestartet sei. „Von den 100 Sitzungen hatte ich bei zwei Drittel den Vorsitz inne.“

Er kennt sich also in den Themen immer noch bestens aus. Zum Beispiel in Sachen der viel diskutierten Windkraft: „Windräder sind nicht das, was ich unbedingt gerne habe“, gesteht er ein. Aber er fügt an: „Ich sehe momentan keine andere Möglichkeit.“

Das eigentliche Problem liege in der Steuerung bei Wind- und Sonnenenergie: „Im Winter klappt das überhaupt nicht“, bringt es Petrauschke griffig auf den Punkt. Und deshalb zahlt der Steuerzahler immer drauf.