1. Grevenbroich

Müssen 2.000 Bäume für den „neuen“ Bahndamm fallen?: FDP fühlt sich von Bürgermeister Mertens falsch informiert

Müssen 2.000 Bäume für den „neuen“ Bahndamm fallen? : FDP fühlt sich von Bürgermeister Mertens falsch informiert

Eckum. Im Rahmen der Umsetzung des Projektes „Landschaftsgalerie Strategischer Bahndamm“ der „Innovationsregion Rheinisches Revier“ (IRR) sollen in Kürze Bäume gefällt werden.

Die Freien Demokraten bemängeln, dass die Gemeindeverwaltung die tatsächliche Anzahl der zu fällenden Bäume falsch dargestellt habe. Sie fordern eine erneute Beschlussfassung unter Bekanntgabe der tatsächlich zu fällenden Bäume.

Für den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der FDP in Rommerskirchen ist die Situation ausgesprochen bedenklich: „Ich habe auf einer Strecke zwischen Eckum und Anstel auf rund vier Kilometer etwa 650 zur Fällung markierte Bäume gezählt. Rechnet man das auf die gesamte Länge des Bahndamms hoch, so sind es annähernd 2.000 Bäume, die der Kettensäge zum Opfer fallen sollen.“

  • Heinz Peter Gless (SPD-Fraktion): „Ich habe die Äußerungen von Stephan Kunz mit großer Verwunderung zur Kenntnis genommen, der jetzt den Unwissenden spielt. Die SPD hält an diesem tollen Projekt fest und freut sich auf eine baldige Fertigstellung.“Michael Willmann (CDU-Fraktion): „Die CDU steht nach wie vor zu diesem Projekt, an dem wir auch selber an der Planung aktiv mitgearbeitet haben. Das Verhalten von Stephan Kunz ist für mich nicht nachvollziehbar.Ulrike Sprenger (UWG-Fraktion): „Ich bin schockiert, dass Stephan Kunz jetzt – zum Teil mit Unwahrheiten – nach einem langen und ausführlichem Planungsprozess Stimmung gegen dieses Projekt macht.“Jupp Kirberg (Grünen-Fraktion): „Ich habe mich nach Vorlage der umfangreichen Zusammenstellung der Unterlagen intensiv mit dem Projekt beschäftigt, auch die Beratung im Naturschutzbeirat des Rhein-Kreises verfolgt. Ich vertraue der ,Biologischen Station’, die als wahrlich kompetente Einrichtung in das Vorhaben einbezogen ist. Das Projekt sollte nicht hinausgezögert werden.“Niklas Salzmann, im Rathaus federführend mit dem Projekt seit geraumer Zeit betraut, zeigt sich „schockiert“, dass nach der langen Planung unter vielfacher Einbeziehung des Rates und seiner Gremien jetzt aus dem Rat heraus das Projekt mit fragwürdigen Argumenten angegangen wird.
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Die Freien Demokraten haben das Projekt stets positiv begleitet. „Das Vorhaben hat viele positive Aspekte. Aber selbst in Summe rechtfertigt dies noch lange nicht, geschätzte 2.000 Bäume zu fällen“, sagt Stephan Kunz. „Ich muss dem Bürgermeister vorwerfen, dass er uns über das Ausmaß der erforderlichen Fällungen nicht treffend informiert hat.“

Kunz weiter: „Dem Gemeinderat wurde gesagt, dass das Projekt ohne gravierende Eingriffe in Natur und Landschaft umgesetzt werden kann. Noch in der Januar-Sitzung des Gemeinderates wurde dem Rat mitgeteilt, dass ,einzelne Bäume’ gefällt werden.“

Diese Aussagen stellten sich nun als völlig unzutreffend heraus. „Wenn man 2.000 Bäume als ,nicht gravierend’ bezeichnet, fehlt mir dafür jegliches Verständnis.“ Er ergänzt: „Unter diesen Voraussetzungen hätten wir dem Vorhaben nicht zugestimmt.“

Deshalb haben die Freien Demokraten beantragt, die Rodungsarbeiten in Abstimmung mit den beteiligten Kommunen und dem Rhein-Kreis sofort zu stoppen und dem Gemeinderat mit dem tatsächlichen Ausmaß der Fällarbeiten zur erneuten Beschlussfassung zur Entscheidung vorzulegen.

-gpm.