: Warnung: Wenn das Gesetz kommt, drohen gefährliche Tiere im Stadtpark

: Warnung: Wenn das Gesetz kommt, drohen gefährliche Tiere im Stadtpark

Wussten Sie, dass eine Trichternetzspinne bis zu 18 Stundenkilometer schnell ist und aus dem Stand zwei Meter weit springen kann? Dass ihr Gift zu den gefährlichsten der Welt gehört? Und mit diesem Tier musste sich jetzt das Tierheim Oekoven auseinander setzen. Kein Einzelfall, denn die Abgabe exotischer und teils gefährlicher Tiere nimmt zu. Sollte jetzt noch ein neues Gesetz in Kraft treten, kann es übel aussehen in den Städten.

Nach denneuen Gesetzesentwürfen für Gefahr- und Gifttiere sollen alle Tiere gemeldet werden müssen, die gefährlich sind. Dazu gehören auch Vogelspinnen und Schlangen. Tiere, die von vielen Privatpersonen gehalten werden. „Wenn diese Tiere gemeldet sind, müssen die Besitzer Auflagen erfüllen. Dazu gehört zum Beispiel auch ein Halter-Lehrgang“, erklärt Benjamin Pasternak, Vorsitzender des Tierschutzvereins für den Rhein-Kreis mit Sitz im Tierheim Oekoven. Und diese Lehrgänge könnten gehörig ins Geld gehen. „Bis zu 1.000 Euro“, schlägt er Alarm. Denn dass die Halter alle bereit wären, solch einen hohen Preis zu zahlen, hält er für mehr als fraglich. Denkt man einen Schritt weiter, liegt die Sorge nahe, dass den Tieren dann droht, ausgesetzt zu werden.

„Und bei den Witterungsbedingungen können die auch im Stadtpark gut überleben, sich im schlimmsten Fall natürlich auch vermehren. Ein gutes Beispiel sind Schmuck-Schildkröten. Die gehören hier eigentlich gar nicht hin. Aber halten Sie mal eine viertel Stunde ein Netz in die Erft... Das möchte ich mit Schlangen und gefährlichen Spinnen nicht erleben“, warnt der Experte. Denn wer hat schon Lust, beim sonntäglichen Spaziergang einer Vogelspinne oder einem Königspython über den Weg laufen?

Das Tierheim in Oekoven, das sich auf die Fahne geschrieben hat, kein Tier abweisen zu müssen, kämpft jetzt schon damit, exotische Tiere versorgen zu müssen. Zuletzt erhielten die Tierschützer acht Vogelspinnen – und die Trichternetzspinne. Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten waren der Frau noch die Tiere geblieben – ohne zu wissen, wie gefährlich diese sind.

Die Trichternetzspinne ist eine der gefährlichsten Spinnenarten.

„Zum Glück hat sie uns kontaktiert. Die Terrarien waren alle falsch beschriftet. Dabei handelt es sich um so ein kleines Tier, das so viel Schaden anrichten kann“, weiß der Vorsitzende. Das Tierheim muss dann natürlich schauen, wie es die Tiere versorgt. „Wir haben hier schon einige exotische Tiere. So lebt zum Beispiel auch Hannelore bei uns, eine 280 Zentimeter lange Boa Constrictor“, erzählt Pasternak. Er weiß von Fällen, in denen ein Privathalter in Heinsberg einen Leopard hielt. Oder ein Spinnen-Experte, der 1.500 Spinnen in der Wohnung hält: „Der Mann kennt sich aus. Aber was ist, wenn ihm mal was passiert?“

Dass es grundsätzlich eine vernünftige Katalogisierung geben soll, begrüßt der Rommerskirchener: „Aber es ist noch nicht zu Ende gedacht. Der Gesetzes-Entwurf geht gerade in die falsche Richtung. Das ist ja auch personell kaum zu stemmen. Wir müssen erstmal den Schwarzmarkt aufräumen. Vogelspinnen-Eier können für nur drei Euro im Internet bestellt werden. Natürlich ist dann die Dunkelziffer hoch. Die seriösen Halter werden jedoch keine Probleme mit einem neuen Gesetz haben, wenn es eintreten sollte.“

Wer das Tierheim übrigens bei seiner vielfältigen Arbeit unterstützen möchte, erhält Infos unter www.tierheim-oekoven.de.