Keine Einbahnstraße und viel gemeinschaftlich genutzter Raum: Neustart für ISEK?

Keine Einbahnstraße und viel gemeinschaftlich genutzter Raum : Neustart für ISEK?

Die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die Umsetzung des ersten Bauabschnitts der ISEK-Maßnahmen an der Bahnstraße ist groß. Auch die Pläne für die baulichen und verkehrlichen Veränderungen in den weiteren Bauabschnitten zum Bahnhof hin, werden kritisch betrachtet. Bürgermeister Klaus Krützen nahm dies zum Anlass und hat das Gespräch mit den Playern aus dem Bahnhofsquartier gesucht.

Grevenbroich. Gemeinsam mit dem Werbering, der „Stellwerk Initiative“, Anwohnern sowie mit Vertretern der Fraktionen „Mein Grevenbroich“ und SPD wurde über mögliche Ideen gesprochen, um ISEK jetzt zum Erfolg zu führen.

„Herausgekommen ist ein Neustart für ISEK“, freut sich Bürgermeister Klaus Krützen. Fred Leven, Vorsitzender der „Stellwerk Initiative“, betont: „Gemeinsam haben wir eine Idee entwickelt, wie der Nutzungsraum gleichberechtigt von allen Verkehrsteilnehmern, Autofahrern, Fußgängern, Radfahrern genutzt werden kann.“

Grundlage für die Neukonzeption ist das Shared-Space-Prinzip. Martina Suermann-Igné,

Fraktionsvorsitzende von „Mein GV“ erklärt: „Shared Space verfolgt das Ziel, die verschiedenen Bedürfnisse der Nutzer des öffentlichen Raums besser zu vereinbaren und setzt sich aus Nutzungsräumen zusammen, in denen Verweilen und Aufenthalt im Vordergrund stehen. Genauso machen wir das Bahnhofsviertel wieder für die Menschen attraktiver.“

Mit dem Konzept wird der Straßenraum niveaugleich und mit einer orientierungsgebenden Gestaltung im zweiten und dritten Bauabschnitt ausgebaut werden. „Für den weiteren Entwicklungsraum wollen wir Zweirichtungsverkehr, also die Abkehr von der Einbahnstraße im zweiten Bauabschnitt sowie ,Tempo 20’ im gesamten Quartier ermöglichen“, erläutert SPD-Fraktionsgeschäftsführer

Daniel Rinkert. Heiner Schnorrenberg vom Werbering ergänzt: „Damit führen wir den Verkehr in die Innenstadt und stärken den Einzelhandel in Grevenbroich.“

Auch der „Platz der deutschen Einheit“ soll neugestaltet werden. Er ist Mittelpunkt des Viertels und Begegnungsraum. Er soll nach dem neuen Vorschlag niveaugleich konzipiert werden. Der alte Baumbestand und das Denkmal sollen erhalten bleiben. Auf dem Platz werden kleinere Verweilinseln sowie Spielmöglichkeiten für Kinder vorgesehen.

Das unmittelbare Parken um den Platz wird ebenso ausgeschlossen wie das Einfahren in die Bahnstraße vom Kreisverkehr kommend.

„Mit diesen Vorschlägen nehmen wir die Wünsche der Anwohnerinnen und Anwohner

weitest gehend auf, ohne das Ziel des ISEK, Pkw-Verkehre zu beruhigen und Fußgängern und Radfahrern mehr Raum zu geben, zu konterkarieren“, ist Bürgermeister Klaus Krützen überzeugt.

Der Einzelhandelsverband Rheinland befürwortet zudem auch die Neukonzeption. Die Fraktionen „Mein GV“ und SPD haben für die Sitzung des Planungsausschusses am Dienstag einen Antrag mit den entsprechenden Maßnahmen eingereicht, der auch eine erneute Bürgerbeteiligung in Form einer Veranstaltung im Quartier vorsieht. „Es handelt sich nicht nur um eine städtebauliche Entwicklungsmaßnahme, sondern um einen Prozess, dem eine öffentliche Diskussion vorausgehen und der durch ein umfassendes´Kommunikationskonzept begleitet werden muss. Nur so schaffen wir Akzeptanz für die Maßnahmen“, sind sich Suermann-Igné und Rinkert einig.

Die Vertreter des Werberings und der Stellwerk Initiative betonen abschließend: „Mit diesem Maßnahmen kommt es zu einer Aufwertung des Straßenraums, eine bessere Anbindung an die Innenstadt ist sichergestellt und die Aufenthaltsqualität wird deutlich gesteigert.“

„Mein GV“ und SPD laden auch die anderen Fraktionen ein, sich mit ihren Vorschlägen

und Ideen einzubringen.-ekG.