502 aktive Kicker betreut der BV Wevelinghoven in zahlreichen Teams, von den Bambini bis hin zu den „Alten Herren“, inklusive der „ersten Mannschaften“ im Männer- und im Frauen-Fußball. Eine Komplexität, bei der nur wenige Vereine in der Region mithalten können.
Und doch müssen die „Schwarz-Weißen“ von der Erft in vielerlei Hinsicht mit Provisorien leben, während gleichzeitig im Norden wie im Süden der Stadt für Vereine Neues gebaut wurde, die bei diesem Mannschafts-Repertoire nun wirklich nicht mithalten können. Sollte es, so fragt Erolt Möller leise, bei diesen Planungen nicht eigentlich nach der Größe und der Bedeutung des tragenden Vereins gehen?
Die Kicker aus der Gartenstadt haben drei „Baustellen“ vor der Brust: Für den vor vielen Monaten abgerissenen „Mäusebunker“ soll ein neues Vereinsheim errichtet werden. Der Altbau (mit den zwei Umkleidekabinen) muss kernsaniert werden. Und im hinteren Bereich des Sportgeländes am Rande des Bends wünschen sich die BVW´ler noch ein weiteres Kleinspielfeld, um den Trainngs-Belegungs-Plan zu entzerren.
Die letzten beiden Punkte sind pure Zukunftsmusik. Bewegung gibt es allerdings in Sachen neues Vereinsheim. Da gab es vor Kurzem eine Besprechung mit den Stadtbetrieben und mit Sport-Dezernent Meuser. Letzterer berichtete am Mittwoch im Sport-Ausschuss.
Haushaltsmittel sind durchaus vorgesehen: 500.000 Euro in diesem Jahr und 1,4 Millionen Euro im kommenden Jahr. Damit, so das Ergebnis eines ersten Architekten-Entwurfs (inklusive Kostenrechnung), ist es aber nicht getan.
„Der Verein besteht ja auf einen großen, teuren Versammlungsraum“, wurde dem Verein stadtseitig zugeraunt. Groß ja, teuer vielleicht, auf jeden Fall aber notwendig, lautet der Kommentar der BVW-Führung. „Kommen nur die Senioren-Teams und der Vorstand zusammen, dann sind das 120 Personen“, macht Geschäftsführer Lukas Bernrath deutlich.
Außerdem soll der Versammlungsraum auch den anderen Vereinen der Gartenstadt zur Verfügung gestellt werden. „Wir haben da jetzt schon eine gute Zusammenarbeit“, unterstreicht Erolt Möller, für den die Größe des Saals eigentlich außer Diskussion steht.
In den Planungen des Architekten hat sich das alles doppelt niederschlagen: Der Neubau der Schiedsrichter-Umkleiden wurde in die Kernsanierung des Altbaus verschoben. Und das Vereinsheim könnte in zwei Schritten gebaut werden: Im ersten Bauabschnitt (angeblich noch dieses Jahr?) könnten zwei Umkleiden mit Duschen und WC sowie ein Abstell- und ein Lagerraum entstehen.
Im zweiten Bauabschnitt (der zusätzliche 800.000 Euro kosten soll) würde dann der Versammlungsraum folgen. „Die Stadt sei nicht in der Lage, das alles auf einmal zu finanzieren, hat man uns gesagt“, berichtet der Vorsitzende aus seinem Treffen mit Stadtbetrieben und Sport-Dezernent.
Die Gartenstadt-Kicker werden also noch einige Zeit mit Provisorien leben müssen. Denn auch wenn das komplette „Vereinsheim“ 2028 oder 2029 fertiggestellt sein sollte, muss dann die Kernsanierung des Altbaus folgen. Und der „Kabinen-Notstand“ bleibt.
Hier wirkt sich übrigens verstärkend aus, dass der Frauen- und Mädchen-Fußball beim BVW boomt. Vier Teams trainieren inzwischen dort; die Zahl der weiblichen Mitglieder hat sich mehr als verdoppelt (lesen Sie hierzu auch in der nächsten Ausgabe unseres Magazins „Wevelinghoven – meine Gartenstadt“; 21. März). Nicht nur an Spieltagen setzt der Wechsel „männlich – weiblich – männlich“ im Spielplan logistische Maßstäbe.
Noch einmal Lukas Bernrath: „Was wir vor vier oder sechs Jahren gebraucht hätten, wird jetzt weitgehend gebaut. Wir haben uns aber weiterentwickelt. Das Vereinsleben wird eng bleiben.“ Und griemelnd schiebt er nach: „Vielleicht wollen die uns kein größeres Gebäude geben, damit wir nicht noch besser werden.“