1. Grevenbroich

Total modern: Im Einklang mit den Jahreszyklen leben

Total modern: Im Einklang mit den Jahreszyklen leben

Am Tag der „Tag- und Nachtgleiche“ wird am Langwadener Kloster eine begehbare Sonnenuhr feierlich eingeweiht. Archaische Sonnen-Verehrung im christlichen Kloster? Keineswegs – es geht um uralte Mönchs-Traditionen, um den christlichen Glauben und um die spirituelle Bedeutung des Lichts.

„Unsere Mönchsregel, die der Heilige Benedikt im sechsten Jahrhundert geschrieben hat und nach deren Grundsätzen wir Zisterzienser bis heute leben, richten sich die täglichen Gebets- und Arbeitszeiten nach der Dauer des Tageslichts aus“, klärt Prior Bruno Robeck vom Langwadener Kloster-Konvent auf.

Durch den Rückbezug auf die Sonne hätten sich die Mönche seit eh und je ganz natürlich als ein Teil der Schöpfung verstanden. „Außerdem deuteten sie die unterschiedlichen Tageslängen und die Himmelsrichtungen spirituell“, führt der engagierte Ordensmann im Weiteren aus.

Insofern kann es also gar nicht so überraschen, dass in den vergangenen Monaten am Kloster eine begehbare, eine so genannte „analemmatische Sonnenuhr“ errichtet wurde, „um unsere alte Mönchs-Tradition mit unserem heutigen Lebensstil in Verbindung zu bringen“, wie Bruno Robeck deutlich macht. So könne der heutige Besucher der neuen Sonnenuhr etwas über den christlichen Glauben und seine Einbettung in die Schöpfungsordnung erfahren. „Er kann sich fragen, von welchen Zeitmodellen er sich bestimmen lässt und inwieweit er in Verbindung mit den Jahreskreis-Zyklen der Natur lebt“, ergänzt Alois J. Seimetz, Geschäftsführer des Klosters.

Die offizielle Feierstunde für die neue Sonnenuhr wurde auf den 21. März gelegt. Und das aus doppeltem Grund: Das ist nicht nur der Tag der Tag- und Nachtgleiche, das ist auch der Todestag des Heiligen Benedikts. Außerdem wurde an diesem Tage das Mutterkloster der Zisterzienser in Citeaux gegründet.

-gpm.

(Kurier-Verlag)