Reisen: Was Sie im Handgepäck mitnehmen dürfen und was nicht

Die Reisesaison hat wieder begonnen, und viele Menschen aus der Region packen gerade ihre Koffer für den nächsten Urlaub. Ob Mallorca, die Türkei oder ein Städtetrip nach Italien, beliebte Reiseziele füllen sich wieder mit Urlaubern aus Deutschland. Bevor es jedoch losgeht, lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Regeln für das Handgepäck. Wer die Vorschriften kennt, erspart sich am Flughafen unnötigen Ärger, lange Diskussionen an der Sicherheitskontrolle und im schlimmsten Fall den Verlust von Gegenständen, die eigentlich gar nicht hätten eingepackt werden dürfen.

Was Sie mitnehmen dürfen

Die Liste der erlaubten Gegenstände im Handgepäck ist klar geregelt. Internationale Luftfahrtbehörden und die jeweiligen nationalen Sicherheitsbehörden, in Deutschland unter anderem die Bundespolizei, legen genau fest, was an Bord eines Flugzeugs mitgeführt werden darf. Diese klare Regelung hat einen einfachen Grund: Sie soll die Sicherheit aller Passagiere gewährleisten, ohne Reisenden das Leben unnötig zu erschweren. Die meisten Alltagsgegenstände, die man für eine Reise braucht, fallen unter die erlaubten Artikel.

Ein gutes Beispiel dafür sind elektronische Geräte wie Laptops, Tablets oder Kopfhörer. Diese dürfen problemlos im Handgepäck transportiert werden, müssen jedoch bei der Sicherheitskontrolle häufig separat in eine Ablageschale gelegt werden, damit sie auf dem Röntgenbild gut sichtbar sind. Auch Bücher, Kleidung, Ladekabel oder eine leere Trinkflasche gehören zu den Gegenständen, die problemlos im Handgepäck mitgeführt werden dürfen.

Wer raucht, sollte zudem wissen, dass herkömmliche Zigaretten und E-Zigaretten im Handgepäck erlaubt sind, das Rauchen selbst an Bord jedoch strikt untersagt bleibt.

Was Nikotinbeutel betrifft, die in den letzten Jahren immer beliebter geworden sind, gibt es praktisch keine Einschränkungen. Sie dürfen im Handgepäck mitgeführt und während des Fluges verwendet werden. Beachten Sie jedoch, dass einige Länder die Einfuhr von Nikotinbeuteln mengenmäßig beschränken, während andere sie vollständig verbieten. Dies sollte vor Reiseantritt überprüft werden.

Auch Medikamente gehören zu den Dingen, die grundsätzlich mitgeführt werden dürfen. Bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln empfiehlt es sich allerdings, ein ärztliches Attest oder das Originalrezept dabei zu haben, falls bei der Sicherheitskontrolle Rückfragen entstehen. So lässt sich schnell klären, dass es sich um eine notwendige medizinische Behandlung handelt und nicht um etwas, das weiter untersucht werden muss.

Was im Handgepäck verboten ist

Während viele Gegenstände problemlos durch die Kontrolle kommen, gibt es eine Reihe von Artikeln, die im Handgepäck strikt verboten sind. Dazu zählen in erster Linie scharfe und spitze Gegenstände. Taschenmesser, Scheren mit einer Klingenlänge von über sechs Zentimetern, Rasierklingen ohne Schutzvorrichtung sowie Werkzeuge wie Schraubenzieher und Hammer dürfen nicht im Handgepäck, sondern müssen, falls überhaupt erlaubt, im aufgegebenen Gepäck transportiert werden.

Ebenso untersagt sind Waffen jeder Art, einschließlich Schreckschusswaffen, sowie Sprengstoffe und entzündliche Substanzen wie Feuerzeugbenzin oder Camping-Gaskartuschen. Auch bestimmte Sportgeräte, etwa Baseballschläger oder Billardqueues, fallen unter das Verbot, da sie als Schlagwerkzeuge eingesetzt werden könnten.

Die 100-Milliliter-Regel für Flüssigkeiten

Eine der bekanntesten, aber auch am häufigsten missverstandenen Vorschriften betrifft Flüssigkeiten im Handgepäck. Seit mehreren Jahren gilt europaweit, dass Flüssigkeiten nur in Behältnissen mit einem Fassungsvermögen von höchstens 100 Millilitern mitgeführt werden dürfen. Dazu zählen nicht nur Getränke, sondern auch Cremes, Gele, Shampoos, Parfum und sogar manche Lebensmittel mit flüssiger oder gelartiger Konsistenz, wie etwa Honig oder Joghurt.

Eine Ausnahme gilt für Babynahrung und spezielle Diätprodukte, die während des Fluges benötigt werden. Diese dürfen auch in größeren Mengen mitgeführt werden, sollten jedoch beim Sicherheitspersonal aktiv angegeben werden, damit eine zügige Kontrolle möglich ist.

Elektronische Geräte und Akkus

Mit der wachsenden Zahl elektronischer Geräte, die Reisende mit sich führen, sind auch die Vorschriften für Akkus und Batterien wichtiger geworden.

Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Smartphones, Laptops, Kameras und Powerbanks verbaut sind, müssen grundsätzlich im Handgepäck transportiert und dürfen nicht im aufgegebenen Koffer verstaut werden. Der Hintergrund: Im Falle eines technischen Defekts kann ein Akkubrand im Frachtraum schwerer kontrolliert werden als in der Kabine.

Powerbanks unterliegen zusätzlich einer Kapazitätsgrenze. Üblicherweise sind Geräte mit einer Kapazität von bis zu 100 Wattstunden ohne besondere Genehmigung erlaubt, während größere Kapazitäten oft eine Rücksprache mit der Fluggesellschaft erfordern.

Sonderfälle: Medikamente, Babyausstattung und medizinische Hilfsmittel

Reisende mit besonderen Bedürfnissen profitieren von einigen Ausnahmeregelungen. Neben den bereits erwähnten Medikamenten dürfen auch medizinische Hilfsmittel wie Insulinpumpen, CPAP-Geräte bei Schlafapnoe oder spezielle Nahrungsergänzungsmittel mitgeführt werden. Wichtig ist dabei, entsprechende Nachweise wie ärztliche Bescheinigungen bereitzuhalten, um Verzögerungen zu vermeiden.

Eltern, die mit kleinen Kindern reisen, dürfen zudem haushaltsübliche Mengen an Babynahrung, Wasser und Windelcreme mitnehmen, auch wenn diese die normale Flüssigkeitsgrenze überschreiten. Auch hier gilt: Eine frühzeitige Information des Kontrollpersonals beschleunigt den Ablauf erheblich.

Tipps für eine reibungslose Sicherheitskontrolle

Eine gute Vorbereitung erspart am Flughafen viel Zeit und Stress. Es empfiehlt sich, alle Flüssigkeiten griffbereit im durchsichtigen Beutel zu verstauen, elektronische Geräte leicht zugänglich zu halten und Jacken sowie Gürtel bereits vor der Kontrolle abzulegen. Wer zusätzlich auf scharfe Gegenstände, Werkzeuge oder größere Mengen an Flüssigkeiten verzichtet, reduziert das Risiko, am Schalter aussortiert zu werden.

Ein Blick auf die Webseite der jeweiligen Fluggesellschaft oder des Abflughafens vor der Reise kann ebenfalls hilfreich sein, da einzelne Airlines teilweise strengere oder abweichende Regelungen für Handgepäckgröße und -gewicht haben.