1. Jüchen

„En unserem Veedel“:: Singend durch die Krise helfen

„En unserem Veedel“: : Singend durch die Krise helfen

Gierath. Wer in Zeiten von Corona die meiste Zeit zu Hause verbringt, ist froh, wenn er eine gute Nachbarschaft hat. Wenn diese Nachbarschaft auch noch einiges für den Zusammenhalt macht und mit Aktionen zeigt, dass man gemeinsam stark durch die Krise geht, ist es ein echtes Glück.

Auf der Gubberather Straße in Gierath zeigen die Anwohner jeden Abend, dass sie solidarisch sind: Hier wird aber nicht nur für alle Helfer der Corona-Krise geklatscht, es werden auch noch laut Lieder gespielt und mitgesungen, die Kraft geben sollen.

Die Idee dazu hatte Marion Teppler. Sie rief in der nachbarschaftlichen „WhatsApp“-Gruppe dazu auf, abends auf der Straße für das Pflegepersonal zu klatschen. „Doch das hat uns irgendwie noch nicht gereicht“, lacht Annette Beyvers. Kurzerhand wurde eine große Musikanlage organisiert und nun ertönen jeden Abend Lieder zum Mitsingen auf der Straße.

  • Die Schwimmer des TK Grevenbroich bekamen
    Trainer-Team wanderte von Schwimmer zu Schwimmer : Zugseile für die Fitness in Corona-Zeiten
  • Wenn Michaela und Achim Hohenberg den Kinderwagen des Enkelkindes aus der Tür schieben, stehen sie schon fast auf der viel befahrenen Straße. <![CDATA[]]>Die weißen Streifen sollen sehbehinderten Menschen Orientierung bieten – enden aber an der Eingangsstufe.
    : Gefährlich: Hat die Stadt sich verplant?
  • Rolf Heimann hat den Blues im Blut. Und das zeigte er gerne auch seinen Nachbarn bei kleinen Konzerten: „Die Musik soll einfach Freude in der schweren Corona-Zeit bringen.“ <![CDATA[]]>
    : „Professor Bottleneck“ musiziert für Nachbarn und sammeltGeld

Jeder Nachbar darf sich Lieder wünschen, die thematisch Mut machen. Geendet wird mit „En unserem Veedel“. Beyvers erzählt: „So sehen wir uns wenigstens, auch wenn es mit Abstand ist. Wir haben alle gute Laune nach den Treffen und für die älteren Anwohner, die gerade kaum noch rauskommen, ist es immer die schönste Zeit des Tages.“ Und auch Beyvers selbst wurde schon überrascht. An ihrem Geburtstag verabredeten alle Nachbarn ein Ständchen zu singen und hatten ein Glas Sekt in der Hand, um zwar mit Entfernung anzustoßen, aber immerhin zu zeigen, dass alle da sind.

Dass das Klima an der Gubberather Straße gut ist, hat sich über die Zeit entwickelt. „Es fing damit an, dass bei gutem Wetter, der ein oder andere Nachbar abends noch gequatscht hat vor der Tür. Es kamen immer mehr Leute dazu und dann wurde auch schon mal was getrunken. Das ist unser ,Dörpelsitzen‘, also das Sitzen auf dem Bürgersteig. Das war immer zwanglos, aber sehr nett. Weil wir aber auch bei nicht so schönem Wetter mal etwas organisieren wollten, haben wir auch schon eine kleine Adventsfeier mit Grill, Musik und Glühwein ins Leben gerufen.“

Damit die Nachbarn auch gut beschützt durch die schwierige Zeit gerade kommen, hat sich Teppler noch eine Überraschung einfallen lassen: Sie malte Schutzenegel auf Steine und verteilte diese auf der Straße. Die Aktion mit dem Klatschen und Singen soll unbegrenzt weiter laufen. „Ich glaube, das geht auch nach der Corona-Zeit so weiter. Einfach weil es so schön ist“, lacht Beyvers.Julia Schäfer