Update: Martin Mertens schaltet um auf „Wahlkampf“ Was der Bürgermeister über seine SPD sagt

Eckum · Schon in der Ratssitzung war deutlich geworden, dass das „Team Mertens“ das Rathaus nicht kampflos räumen will. Oguz Sarikaya, Chef des Rechtsamtes, und Sadiye Mesci vom Fachbereich „Bildung und Soziales“ (in der strategischen Sitzungsordnung am Bürgermeister-Tisch als Links- und Rechtsaußen positioniert) sorgten mit ihren Äußerungen für Schärfe. Am Montag nun hat Mertens selbst ein zweites Video ins Netz gestellt, in dem er mehr als deutlich den „Wahlkampf“ eröffnet.

Bürgermeister Martin Mertens schaltet in seinem zweiten Video von „Verteidigung“ auf „Angriff“, startet den „Wahlkampf“.

Bürgermeister Martin Mertens schaltet in seinem zweiten Video von „Verteidigung“ auf „Angriff“, startet den „Wahlkampf“.

Foto: KV/Repro

In dem spricht Bürgermeister Martin Mertens von der „Vertrauensfrage“, der er sich im Rat, aber noch viel lieber bei seinen Bürgern stellen würde. Von seinen Fehlern spricht er in der Vergangenheit, verweist beiläufig auf seine Entschuldigung.

Dann lobt er seine Gemeinde Rommerskirchen, der es doch gut gehe. Und das nicht zuletzt dank seiner zehnjährigen leidenschaftlichen Arbeit. Spätestens da ist Mertens wieder in seinem verbalen Fahrwasser: Er zählt Geleistetes und Geschaffenes auf, lässt seine vielen Pläne und Projekte folgen, um mit der Erklärung zu schließen, wie gerne er doch seine Arbeit fürs „erfolgreiche Rommerskirchen“ fortsetzen würde. Ganz klar: Dieser Teil des Videos hätte auch für eine parteiinterne Kandidaten-Kür sein können.

Das von CDU, FDP, „Grünen“ und UWG angestrebte Abwahlfahren macht eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Rat erforderlich (die nach den angekündigten Austritten aus der SPD-Fraktion rechnerisch nicht unmöglich ist).

Ist die zustande gekommen, könnte Mertens zurücktreten. Das steht aber – nach der jüngsten Ansprache an die Gillbach-Bürger – nicht zu erwarten.

Für die Abwahl durch die Bürger braucht es eine Mehrheit der Stimmen gegen Mertens, die allerdings nur dann gilt, wenn mehr als 25 Prozent der wahlberechtigten Rommerskirchener ihre Stimmen abgegeben haben.

Am Mittwoch (wegen des Feiertages also kurz vor Redaktionsschluss) sprach die Redaktion noch einmal mit Martin Mertens. Dabei machte er deutlich, dass er nicht davon ausgehe, dass es im Gemeinderat eine Zwei-Drittel-Mehrheit für das Abwahlverfahren geben wird: „Ich gehe davon aus, dass sie nicht erreicht wird. Ich habe da aber auch keine Angst vor.“

Sein Verhältnis zur SPD-Fraktion sei „sehr gut“. Und er sei mit den „vorübergehend Ausgetretenen im Kontakt“. Dennoch hofft er, dass die aktuelle Debatte „nicht mehr lange“ läuft. Die Aufbereitung in der Verwaltung müsse vorangetrieben werden, das Verfahren als solches müsse dagegen so oder so einem Ende zugeführt werden. Die jetzige öffentliche Diskussion schade vor allem der Gemeinde Rommerskirchen.

(Gerhard P. Müller)
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