1. Grevenbroich

AN Mewissen dritte Gesamtschule Verkehrsinfarkt

Vorwurf der Bürger, Motto der Stadt sei... : „Erst bauen, dann mal weiter schauen“

Volker Hein von den Bürgern, die sich mit Blick auf das Baugebiet „An Mevissen“ und die damit verbundenen Verkehrsprobleme zusammengeschlossen haben, ist sauer: Nach unserem Bericht in der Vorwoche stellt er fest: „Jetzt wird der Spielplatz zu einer Verkehrsinsel umfunktioniert.

Die Zahl der Kinder auf der Schule soll verdreifacht werden. Direkt daneben sollen 300 Wohneinheiten für Familien entstehen. Aber erst muss noch schnell der Spielplatz abgerissen werden. Hm…“

Bürgermeister Krützens Ansage „auch ohne neue Anbindung ,Mevissen’ so zu bauen, wie geplant“, missfällt ihm und seinen Mitstreitern: „Also alles wie geplant, nur eben anders. Zumindest was die Grundvoraussetzung betrifft. So wie: Wir bauen Ihnen Ihr Traumhaus, nur halt ohne Tür.“

Genauso scharf geht er mit der Idee des Bürgermeisters ins Gericht, eine Einbahnstraßenregelung für die dann dritte Gesamtschule zu etablieren.

Hein wörtlich: „Was leider nur die Menschen wissen, die die Lage vor Ort kennen: Die Birkenstraße zwischen ,An der Kolpingschule’ und Heyerweg IST defacto eine Einbahnstraße. Oder hat mal jemand gesehen, dass sich da zwei Busse begegnen? Und ob man dann bei einer Verdreifachung des Schulverkehrs wirklich von ,Entspannung der Lage’ sprechen kann?“

Die Grevenbroicher „Verkehrsplanung“ bestehe aus einem einfachen Grundgedanken: Der Verkehr wird schon irgendwie seinen Weg finden. Genau wie beim Hochwasser.

Noch einmal Volker Hein: „Um die Verkehrsflut noch ein wenig anzuheizen, sollen demnächst hunderte von Lkw bei ,Intersnack’ und ,LIDL’ dazu kommen. Klingt nachhaltig und zukunftweisend. Und wie viele Arbeitsplätze für Grevenbroich werden dadurch geschaffen? Oder kommen die Lkw-Fahrer morgens erstmal mit dem Auto von irgendwoher zur Arbeit?“

Aber die Stadt mache weiter mit ihrem „Ausverkauf“. Tausende neuer Wohneinheiten sollen entstehen. „Eine grundsätzlich gute Idee. Nur, wo sollen die Menschen einkaufen? Wo sollen sie zum Arzt gehen oder ins Krankenhaus? Und wie sollen sie zur Arbeit kommen? Dafür bräuchte es eine funktionierende Infrastruktur. Aber die existiert nicht mal in der Planung. Erst bauen – dann mal schauen. Ich rate allen Menschen hier vor Ort, mitzudenken, sich einzumischen und nicht alles hinzunehmen“, so Volker Hein engagiert gegenüber der Redaktion des Erft-Kurier.

Man darf also wirklich gespannt sein auf die Stadtteilversammlung, die Bürgermeister Klaus Krützen in Bälde anberaumen will.

(-gpm.)