: Krützen: Spielplatz bleibt und „weniger Mevissen“

: Krützen: Spielplatz bleibt und „weniger Mevissen“

Die Gartenstadt Wevelinghoven hat einen ganz besonderen Charakter. „Und den wollen wir auch unbedingt erhalten, ohne dass das städtebaulichen Stillstand bedeuten muss“, so Bürgermeister Klaus Krützen jetzt exklusiv gegenüber dem Erft-Kurier.

Wevelinghoven. Vor allem aus zwei Punkten heraus hatte sich in der Bevölkerung die Befürchtung entwickelt, dass dem nicht so sein könnte: die Verkehrssituation, insbesondere mit Blick auf die geplante Gesamtschule und das Baugebiet „Am Mevissen“. Und die mögliche Einbeziehung des Spielplatzes am Heyerweg in das Gelände der Gesamtschule (wir berichteten).

„Deshalb halte ich es für notwendig, zu beiden Punkten meine Position deutlich und prägnant klarzustellen“, erläutert Krützen.

Die Gesamtschule am Standort Heyerweg benötigt deutlich mehr Räume, als die Realschule derzeit aufweist. „In einem ersten Schritt wurde durch ein Architektenbüro nachgewiesen, dass dieser Raumbedarf grundsätzlich an dem Standort gedeckt werden kann“, erläutert der Rathaus-Chef.

Dieses Ergebnis wurde im Schulausschuss vorgestellt. Dabei wurde auch die Fläche des Spielplatzes berücksichtigt. Aber: „Es ist nicht meine Absicht, den Spielplatz zu verlagern. Er bleibt an seinem jetzigen Standort erhalten. Den Flächenbedarf für die Gesamtschule kann man auch auf anderen Flächen decken. Nämlich im direkt angrenzenden Baugebiet ,Am Mevissen’“, stellt Krützen klar. Planungs-Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Kaiser (CDU) hatte den gleichen Vorschlag gemacht.

Für das Baugebiet „Am Mevissen“ sieht der durch den Stadtrat beschlossene Rahmenplan maximal 400 Wohneinheiten vor. Für den ersten Bauabschnitt gibt es bereits einen rechtsgültigen Bebauungsplan, das Gebiet befindet sich in der Erschließung. Dort entstehen 40 Wohneinheiten.

Für das übrige Gebiet gibt es noch keine planerischen Festlegungen über den Rahmenplan hinaus. Krützen: „Um dieses Gebiet entwickeln zu können, muss über eine Verkehrsuntersuchung nachgewiesen werden, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen von den umliegenden Straßen und Verkehrsknoten bewältigt werden kann.“ Diese Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

Sie ersetzt durch den Untersuchungsumfang im Kern auch den von Klaus Krützen schon vor Jahren geforderten verkehrlichen Masterplan für Wevelinghoven – „für den die Stadtratsmehrheit aber leider nicht die notwendigen Mittel bereitgestellt hatte, was ich für einen großen Fehler gehalten habe und auch weiter halte“, so Krützen.

Der Wunsch aus der Bevölkerung, das Gebiet direkt an die L 361 oder die K 10 anzuschließen, lässt sich aufgrund des Widerstands der übergeordneten Behörden aller Voraussicht nach nicht realisieren, wobei die Stadt je nach Ergebnis der Verkehrsuntersuchung noch einen weiteren Anlauf unternehmen will.

„Mevissen darf Wevelinghoven nicht überfordern. Wir benötigen zusätzlichen Wohnraum. Aber wir benötigen an dieser Stelle nicht alles auf einmal“, erklärt Krützen. Konkret beabsichtigt er weiterhin, das Gebiet in mehreren Schritten und über mehrere Jahre zu entwickeln. „Bis die ersten vorgesehenen Flächen voll entwickelt sind, werden einige Jahre vergehen. Dann kommt man auf rund 300 Wohneinheiten, also 25 Prozent weniger, als der Rahmenplan vorsieht. Ob man dann die übrigen Flächen auch noch entwickelt, oder darauf verzichtet, kann man dann auch vor dem Hintergrund entscheiden, wie sich die Verkehrssituation konkret darstellt und ob sich die

Befürchtungen in der Bevölkerung bestätigen.“

Demnach soll es zwischen dem etwas erweiterten ersten Bauabschnitt und dem dritten/vierten Bauabschnitt eine größere Lücke geben. Krützen: „Ich habe Verständnis für die Sorgen der Wevelinghovener Bevölkerung und lade jederzeit dazu ein, darüber mit mir im Gespräch zu bleiben.“