1. Grevenbroich

Tierjunges stürzte in Regenabfluss: Katzenbaby nach 5 Stunden gerettet

Tierjunges stürzte in Regenabfluss : Katzenbaby nach 5 Stunden aus Rohr gerettet

Punkt 20.30 Uhr war das kleine Kätzchen frei! Fünf Stunden lang hatten Kräfte der Grevenbroicher Feuerwehr am Mittwoch, unterstützt vom Tiernotruf Düsseldorf sowie Beschäftigten eines Unternehmens an der Daimlerstraße in Hemmerden um das Leben des Tierkindes gekämpft. Es war vermutlich durch einen Regenablauf auf dem Dach in ein Abflussrohr gestürzt und konnte sich von dort nicht mehr befreien.

In der späten Dämmerung schließlich gelang es den Rettern, das zerzauste Katzenbaby aus einem der Regenablaufrohre unter dem Boden einer Lagerhalle zu ziehen.

Um 15.30 Uhr am Mittwochnachmittag hatte die Leitstelle die Helfer der Grevenbroicher Wehr mit dem Alarmstichwort Tierrettung nach Hemmerden entsandt. Dort hatten Beschäftigte im Warenlager der „Varius“-Werkstätten, das jämmerliche Mauzen einer Katze gehört und auf der Suche nach der Quelle des Geräusches festgestellt, dass dieses Geräusch offenbar durch Regenfallrohre in der Halle aus dem Boden drang.

 Sascha Quaty, Tierrettungsexperte der Feuerwehr Grevenbroich, kontrolliert einen Rohrabschnitt mithilfe einer Videosonde.
Sascha Quaty, Tierrettungsexperte der Feuerwehr Grevenbroich, kontrolliert einen Rohrabschnitt mithilfe einer Videosonde. Foto: FW GV

„Wir haben dann die Rohre demontiert“, so Andreas Doering, Betriebselektriker des Unternehmens, „konnten das Tier aber weder lokalisieren, noch befreien.“

 Rettungskräfte suchen in einem Regenabfluss suchen außerhalb der Lagerhalle nach dem Katzenbaby.
Rettungskräfte suchen in einem Regenabfluss suchen außerhalb der Lagerhalle nach dem Katzenbaby. Foto: FW GV

Auch Versuche der Feuerwehrkräfte, das kleine Tier mit einer Kamerasonde in dem stark verzweigten Rohrsystem zu finden, das unter dem Hallenboden zum Hauptregenabfluss des Hauses in den Kanal führt, scheiterten zunächst.

 Nach der stundenlangen Rettungsaktion kann sich das Kätzchen beruhigen.
Nach der stundenlangen Rettungsaktion kann sich das Kätzchen beruhigen. Foto: FW GV

„Unsere Technik dient im Normalfall dazu, in Hohlräumen nach Brandnestern zu suchen“, so Sascha Quaty, Experte für Tierrettungen bei der Grevenbroicher Wehr. „Wir haben daraufhin einen externen Experten mit Spezialgerät zur Unterstützung hinzugezogen.“

Gemeinsam mit Stefan Bröckling vom ehrenamtlichen Tiernotruf Düsseldorf und unterstützt von Mitarbeitern der Werkstätten suchten die Helfer daraufhin mithilfe spezieller Kanalkameras das ausgedehnte Rohrsystem unter der Halle ab. Sie blockierten Verzweigungen in Rohräste, in denen sie das Katzenkind nicht gefunden hatten. So konnten sie den Bewegungsraum des Tierbabys schließlich auf einen rund zwanzig Meter langen Rohrabschnitt beschränken, der quer unter der Lagerhalle zu einem Ablauf außerhalb des Gebäudes führte.

Finden hieß allerdings noch nicht befreien! Immer wieder entwischte das Kätzchen seinen Rettern, schlüpfte an Rohrsperren vorbei oder huschte immer dann ans entgegengesetzte Leitungsende, wenn die Helfer versuchten, es in die andere Richtung zu locken.

Stundenlang drang so kaum mehr als das anhaltende, jammernde Miauen des Tieres aus den zahlreichen, mittlerweile geöffneten Rohreinlässen im Boden der Lagerhalle. Gegen 20 Uhr schließlich hatten die Retter die kleine Katze endlich in einem engen Rohrstück knapp außerhalb der Halle lokalisiert.

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Versuche, dem Tier zunächst mit einem langen, schmal geschnittenen und ins Rohr geschobenen Stück Teppich den Weg ins Freie zu ermöglichen, schlugen allerdings fehl. Erst als Bröckling und Quaty ein mehrere Meter langes grobmaschiges Stück eines Vogelschutznetzes mithilfe einer Kamerasonde an dem Kätzchen vorbei tief in das Abflussrohr schieben konnten, fand das Katzenbaby daran Halt und ließ sich – quasi auf die Minute genau fünf Stunden nach dem Alarm – von den Rettern aus dem Rohr ziehen.

Nach dem Rückbau der Suchtechnik und nachdem das Kätzchen in einer Transportbox etwas zur Ruhe gekommen war, konnten die Retter das kleine, zerzauste, augenscheinlich aber nicht verletzte Tier in die Feuerwache bringen und es dort mit Futter und Trinken versorgen.

Am Donnerstag wurde es dem Tierheim übergeben, wo es nun aufgepäppelt wird.

(-ekG.)