: Der „Schupo von d´r Eck“ gibt Bürgern Gefühl von Sicherheit

: Der „Schupo von d´r Eck“ gibt Bürgern Gefühl von Sicherheit

In seinem Büro hängt, sauber gerahmt, ein Filmplakat von Stan Laurel und Oliver Hardy. Von den beiden also, die in Deutschland als „Dick und Doof“ besser bekannt sind. Für Jochen Hilgers sind die beiden Komiker aus alten Kintopp-Zeiten mit tollen Erinnerungen an den eigenen Vater verbunden.

Jüchen. Mit dem habe er in Kindertagen nämlich freitags abends immer „Väter der Klamotte“ im Fernsehen gesehen. Und die beiden hätten vor allem mit Laurel Hardy viel Spaß gehabt. „Mit meinen Kindern habe ich das auch immer angeschaut“, lächelt der neue Leiter der Jüchener Polizeiwache. Gewachsene Familien-Tradition eben.

Deshalb wandert das Bild auch immer mit, wenn Hilgers ein neues Büro bezieht. Und das geschah in seinen Dienstjahren bei der Rhein-Kreis-Polizei nicht selten. Dienstherr und Landrat Hans-Jürgen Petrauschke liefert hier für die Begründung: „Nach fünf Jahren wechselt man den Job bei der Polizei“, beschreibt er das übliche Vorgehen. Und so wirkte Hilgers – nach seiner Zeit in der Einsatzhundertschaft sowie im Wach- und Wechseldienst in Neuss – als Wachdienstführer in der Grevenbroicher Wache, im Kriminalkommissariat in Dormagen, als technischer Berater im Einbruchschutz und schließlich als kreisweit tätiger „Senioren-Berater“.

Zur „möglichen Endverwendung“ (so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke) ließ er sich nach Jüchen versetzen, um noch einmal den direkten Kontakt mit den Bürgern „in seinem Revier“ zu erleben. Und dieser „direkte Kontakt“ ist sehr wörtlich gemeint: Jochen Hilgers, der in Jüchen geboren wurde, wohnt seit zehn Jahren auch wieder in Jüchen. Dort will er gerade bei den Festen und Veranstaltungen unterwegs sein, um den Bürgern zum einen die Präsenz ihrer Polizei zu dokumentieren. Zum anderen will er so aber auch immer ansprechbar sein. Etwas, auf das auch Bürgermeister Harald Zillikens großen Wert legt: „Das Sicherheitsempfinden der Bürger steigt, wenn die Polizei vor Ort wohnt“ und unterwegs ist.

Berührungsängste hat Hilgers da überhaupt. Wenn das aufgeregte Mütterchen mal direkt in seinem Garten stehen würde, wäre das auch kein Problem für ihn, sagt er.

Genauso direkt ist übrigens der Kontakt zu den Polizeibeamten seiner Wache und zu den beiden Bezirksbeamten. Hier gebe es keine große Hierarchie, betont Hilgers. Er habe eine „erfahrene Stamm-Mannschaft, die gute Arbeit leistet“, so seine Überzeugung. Für die – und natürlich auch für die Bürger – wird es zu seinen ersten Aufgaben zu zählen, mit der Stadtverwaltung über Sanierung oder Neubau der Polizeiwache zu verhandeln. Da seien die Gespräche angelaufen und man müsse nun sehen, welche Möglichkeiten sich da ergeben würden, kommentierte Zillikens.

Mit ihm und insgesamt mit der Stadtverwaltung wird der neue Leiter der Polizeiwache viel zusammenarbeiten, machte der Bürgermeister deutlich. Dies gehe über die übliche „Ordnungspartnerschaft“ hinaus, betreffe auch intensive Kontakte mit dem Ordnungs- und mit dem Jugendamt. Insofern sei Hilgers so was wie der „Botschafter“ der Polizei für ganz Jüchen. Eine Aufgabe, die Hilgers mit seiner fröhlichen Gelassenheit lösen sollte. Immerhin ist er in seiner Freizeit gerne als Camper von „Cochem bis Kroatien“ unterwegs; reist dabei gerne im alten Cabrio oder auf dem gemütlichen Motorrad.

Aufregend wird es in seiner Freizeit höchstens mal, wenn ihn die beiden Enkelinnen (3 und 5) auf Trab bringen...

Gerhard Müller

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