: Gesamtschule surft auf digitaler Welle

: Gesamtschule surft auf digitaler Welle

IT, Sport oder lieber einen eigenen Schwerpunkt setzen. Das Kind fördern – und das möglichst früh – steht für die Gesamtschule Jüchen im Vordergrund. Und dass hier Bedarf ist, zeigen die beiden Pilotklassen in diesem Schuljahr. Am Samstag lädt Susanne Schumacher, Leiterin der Gesamtschule Jüchen, daher auch von 10 bis 13 Uhr zum „Tag der offenen Tür“ am Standort in Hochneukirch ein. Hier können sich Eltern über die Herausforderung der Digitalisierung und weitere Angebote wie das MINT-Siegel informieren.

Jüchen. Vor der Schulklingel noch schnell das Handy checken, sich in der Pause auf den neusten Stand bringen oder eben zu Hause anrufen. Smartphones sind in der heutigen Gesellschaft normal und nicht selten auch ein „Muss“. Dass das Handy den ganzen Tag ausgeschaltet bleibt, war einmal.

Doch gerade Kinder sind mit der Informationsflut überlastet und wissen nicht damit umzugehen. Hier greift die Gesamtschule ein: „Wir müssen digitale Bildung an die Schule bringen“, betont Schumacher und steigt damit auf die digitale Welle, die gerade die Schulen trifft.

Kinder der fünften Klasse an der Gesamtschule können sich für einen Schwerpunkt entscheiden: IT oder Sport? Oder doch lieber eine Profilklasse besuchen und innerhalb eines Angebots aus 32 Werkstätten den ganz individuellen Schwerpunkt auswählen.

„Dazu gehören dann zum Beispiel auch Themen wie Nachhaltigkeit, Hauswirtschaft, Schach, Technik, Garten oder Imkern“, erzählt Susanne Schumacher. Damit will die Gesamtschule nicht nur sprachliche oder naturwissenschaftliche Talente fördern. Denn ein Talent schlummert in jedem – sei es auch nicht zwingend im Regel-Unterricht.

Für dieses Schuljahr wurde die Aufteilung der Schwerpunkte bereits gestartet. 25 Kinder widmen sich dem Sport. „Einige Basketball-Talente haben wir schon sichern können“, freut sich Elmar Welter, stellvertretender Schulleiter, „da wird jetzt gemeinsam überlegt, wie die nächste Entscheidung aussehen wird.

In der IT-Klasse sind sogar 27 Schüler, die kleine Programme schreiben und in den Algorithmus eingeführt werden.“ Ist das sechste Schuljahr dann abgeschlossen, kann der Schwerpunkt über den Wahlpflicht-Bereich sogar weitergeführt werden.

Digitalisierung und IT-Klasse sei aber vor allem ein Herzensprojekt von Schumacher, die damit sogar noch einen Schritt weitergeht. „Es gibt einen schulinternen Chat, der von uns als Administratoren überwacht wird, beispielsweise Cyber-Mobbing an der Schule zu vermeiden“, meint Schumacher.

Bereits in der Vergangenheit sei es mehrmals zu solchen Vorfällen gekommen – geradezu täglich werde ein Kind Opfer von Cyber-Mobbing. Etwas, das die Schule zwingend vermeiden will. „Die Kinder sollen das Internet hinterfragen und lernen, welche Konsequenzen ihre Entscheidungen haben“, erklärt Welter weiter. Schließlich sind die Möglichkeiten im „World Wide Web“ enorm und unkontrollierbar. „Das Smartphone darf dann zu schulischen Zwecken genutzt werden“, so Elmar Welter, „beispielsweise um den Stundenplan abzurufen oder im Klassen-.Chat etwas abzuklären.“

Die Botschaft laute hierbei: Nichts heimlich machen. Bereits schon 800 Schüler nutzen die schulinterne App – der Trend geht sogar noch weiter nach oben. Und auch Eltern wird das Enorme des Internets ebenfalls transparent aufgezeigt – schließlich sind sie es die ihre Kinder schon zu Beginn des Schuljahres in sozialen netzwerken wie „facebook“ und „Instagram“ anmelden. „Unsere berufliche Welt wird digitaler und die Schule auch, deshalb müssen wir jetzt auf den Zug aufspringen.“Alina Gries

(Alina Gries)
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