1. Jüchen

Fitness-Studios in Zeiten der Corona-Krise

Fitness-Studios in Zeiten der Corona-Krise : „Wir müssen zusammenhalten“

Die Welt ist nicht mehr so wie noch vor ein paar Wochen. Corona hat alles verändert. Wir alle wünschen uns, dass der Spuk schnell ein Ende hat. Doch wird das Leben dann noch sein wie vorher? In vielen Belangen sicher nicht. Auf manchen Ebenen können wir alle aber dazu beitragen, dass der Zustand ähnlich dem vor Corona wird. Dazu gehört auch, jetzt lokale Unternehmen zu unterstützen.

Umut Torbali macht sich Sorgen. Der Geschäftsführer der „Core“-Fitnessstudios in Jüchen, Bedburg und Mönchengladbach musste wegen Corona nun seine Studios schließen. Die Notwendigkeit sieht der Unternehmer: „Wir müssen alles dafür tun, dieses tückische Virus in den Griff zu bekommen.“ Und so leistet er seinen Beitrag.

Doch die Sorge um die Zukunft treibt ihn an, an seine Kunden zu appellieren: „Rechtlich könnte jetzt jeder seinen Mitgliedsbeitrag zurück fordern. Wir sind ja nicht in der Lage, unsere Leistung zu erbringen. Aber wenn das passiert, dann kann ich die Gehälter nicht mehr zahlen. Wenn wir jetzt nicht alle zusammenhalten, dann wird es nach der Krise nicht mehr viele Fitnessstudios geben.“

Mit der Rückbuchung der Beiträge würde ein Rattenschwanz an Problemen folgen – eben mit Kündigungen oder gar Schließungen im schlimmsten Fall. Deshalb wäre es für Unternehmen wie die Fitnessstudios von Torbali enorm wichtig, sie in der Krise zu unterstützen. „Unsere Kosten laufen schließlich weiter“, erklärt er.

Sein Mitarbeiter Nicolas Schlang verdeutlicht: „Viele der Kosten sind fix, wie beispielsweise Gehälter, Gebäudekosten und Gerätekosten und -leasings. Die staatlichen Unterstützungen greifen daher nur in einem geringen Teil dieser Kosten. Verbrauchsgüter wie Strom, Wasser, Getränke oder Riegel hat ein Studio kaum und spart durch den Nicht-Betrieb daher auch keine ernstzunehmenden Kosten ein. Sollten nun ein großer Teil der Studiomitglieder ihren Beitrag zurückziehen, was rechtlich zwar legitim wäre, würden zahlreiche (vor allem inhabergeführte) Studios in ernsthafte Liquiditätsprobleme kommen.“

Geschenkt möchte der Geschäftsführer Torbali aber natürlich nichts: „Wir werden Alternativangebote haben. So können die Mitglieder zum Beispiel pro geschlossenen Monat einen Gutschein für Freunde oder Familie erhalten. Oder wir bieten eine Körperanalyse an.“

Und damit der Service auch in der Corona-Krise möglich ist, werden Cyberkurse offeriert: Über einen Online-Zugang können sich die Mitglieder einloggen und von Zuhause aus weiter trainieren. „Sie sollen fit bleiben und ihr Immunsystem stärken“, sagt der „Core“-Chef.

Wie ihm geht es zahlreichen kleinen Unternehmen in der Region. Existenzängste begleiten die Chefs und ihre Angestellten, die während der Schließzeiten nicht untätig sind. Bei „Core“ kümmern sich die Mitarbeiter jetzt um Reinigungen, Desinfektion und Reparaturen. Immer im Kopf dabei: die Hoffnung, dass die Sportler ein Herz dafür haben, „ihr“ Studio auch in der schweren Zeit zu unterstützen – und bald wieder gemeinsam an Fitness, Kondition und Wohlbefinden zu arbeiten.

Julia Schäfer

(-jule.)