Hühner als „Therapeuten“ Gefiederter Besuch weckt besondere Erinnerungen

Jüchen/Grevenbroich · „Man merkt, dass sich die Hühner sich hier richtig wohlfühlen“, freut sich Carolin Unterdorfer vom Verein „Learn4Life“ beim Besuch einer Tagespflege, wo derzeit fünf Hühner zu Besuch sind. In Kooperation mit dem Förderverein Montessori Jüchen hat der Verein ein ganzheitliches Konzept rund um das Thema Hühner entwickelt, das sowohl von Privatpersonen, als auch von Einrichtungen erlebt werden kann.

 Liebevoll umsorgt werden die Hühner von den Senionren. Da gibt es auch mal Streicheleinheiten.

Liebevoll umsorgt werden die Hühner von den Senionren. Da gibt es auch mal Streicheleinheiten.

Foto: Kurier Verlag GmbH/Daniela Furth

Unter dem Oberbegriff der „mobilen Therapie“ werden die Hühner, die eine beruhigende Wirkung auf Menschen haben, samt Stall, Futter und allem, was zur Pflege dazugehört, sowie Lernmaterialien und Spielen zum Thema Huhn vermietet. Mindestens zwei Monate übernehmen dann zum Beispiel Kindergärten oder eben auch Senioreneinrichtungen die Pflege der Hühner. Dabei legen die Vereine viel wert darauf, dass es den Hühnern gut geht und sie respektvoll behandelt werden, wo auch immer sie ihre vorübergehende Heimat finden. Und wenn ein Huhn mal Erholung brauche, komme es solange auf dem heimischen Hof der Unterdorfers in Schaan unter.

Erholung scheinen die Hühner der Grevenbroicher Tagespflege nicht nötig zu haben, sie werden richtig verwöhnt, wie Einrichtungsleiterin Daniela Kovats lachend verrät: „Wir haben einen Rekord hier an Mehlwürmer-Verbrauch.“ Ein paar Senioren seien richtig motiviert, was die Pflege der gefiederten Besucher angehe.

Bereits im vergangenen waren die Hühner das erste Mal in Grevenbroich zu Besuch. „Wir waren sehr betroffen von Corona, es hat viele unserer Besucher einsam gemacht. Wir haben versucht, Erlebnisse zu schaffen und sinnstiftende Aufgabe zu geben. So sind wir mit dem Verein zusammengekommen“, erzählt Kovats. Und damals wie heute ist das Projekt „Hühner zu Besuch“ ein echtes Highlight für viele. Denn es wecke Gefühle und Erinnerungen, wie Unterdorfer weiß: „Das Schöne ist, dass sich zum Beispiel auch Demenz-Erkrankte, durch die Erfahrungen mit den Tieren wieder an alte Zeiten erinnern.“ Und Kovats ergänzt schmunzelnd: „Früher kamen die Hühner auch in den Kochtopf, das wird ebenfalls klar gesagt.“

Bald werden die Hühner weiterziehen, doch fest steht, dass es bestimmt nicht der letzte Besuch in der Tagespflege war. Carolin Unterdorfer freut sich, dass das Projekt „Hühner zu Besuch“ so gut ankommt. „In diesem Jahr hatten wir sogar zwei Hühnerscharen parallel laufen“, berichtet sie. Schon jetzt gebe es Anfragen für das kommende Jahr für die Leihhühner. In diesem Jahr seien aber auch noch Kapazitäten frei, wie Unterdorfer verrät.

Weitere Informationen erteilt der Verein „Learn4Life“ (agentur-learn4life.de/huehner).

Daniela Furth

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