„In Grevenbroich gibt es 64.000 eigene Ansprüche. Wenn jeder seine eigenen Ansprüche zum Maßstab macht, wird es nicht funktionieren.“ Aufgabe der Stadt sei es, „Lebensbedingungen zu schaffen, die jeden gut in Grevenbroich leben lassen“.
Bei dieser Daseinsvorsorge müsse der Bürger (gerade auch derjenige, der gerne in den sogenannten „sozialen Medien“ räsoniert) zu unterscheiden lernen, wo das Rathaus Einfluss habe. Und wo nicht.
Außen vor blieben Politik und Bürgermeister zum Beispiel in den Bereichen Politik und Ausländerwesen (Kreisangelegenheit), aber auch Innenstadt. Die Stadt könne keine Geschäfte eröffnen oder erzwingen. Ob es weiterhin Einzelhandel in der Fußgängerzone geben werde, darüber würden einzig und allein die Bürger mit ihrem Einkaufsverhalten entscheiden, macht der frisch wiedergewählte Rathaus-Chef deutlich.
Einfluss habe die Stadt dagegen zum Beispiel im Bereich der Bildung – von den KiTas bis hin zu den weiterführenden Schulen. Dennoch geben auch hier die finanziellen Möglichkeiten letztendlich den Rahmen vor.
Beispiel KiTas: „Wir können nichts dafür, wenn die Kollegen dort krank werden“, sinniert Klaus Krützen. Natürlich könne die Stadt zehn Springer für das dortige Personal einstellen, die dann vertretungsweise in die unbetreuten Kindergartengruppen gehen könnten. „Zehn Springer – das sind aber 750.000 Euro Mehrkosten für die Stadt“, betont er im Weiteren. Geld, das im Haushalt für das laufende 2026 eh knapp ist. Nicht zuletzt deswegen, weil das Innenministerium des Landes vorgegeben hat, dass maximal fünf Prozent der Rücklagen zur Deckung des diesjährigen Haushalts in Anspruch genommen werden dürfen.
Bei der Einbringung schaffte der Kämmerer mit einer 4,96-Prozent-Entnahme so etwas wie eine Punktlandung. Heute ergeben sich rechnerisch gar nur noch 4,3 Prozent notwendige Entnahme.
„Der Haushaltsplan ist ein hoch dynamischer Prozess“, erläutert Klaus Krützen den Hintergrund. Eines der Probleme in seinen Augen: „Der Haushalt wird aufgrund einer Prognose genehmigt, nicht aufgrund des Rechnungsergebnisses aus den Vorjahren“. Da zeichne sich für 2025 ein um zehn Millionen Euro besseres Ergebnis ab als eingeplant. Klaus Krützen stolz: „Seit 2009 haben wir nur einmal schlechter abgeschnitten als prognostiziert.“ In all den anderen Jahren ist mehr übrig geblieben als gedacht ..!
Bei aktuell 4,3 Prozent Rücklagenabschmelzung scheint der Spar-Appell vielleicht nicht mehr ganz so gnadenlos, wie Krützen und Kollegen im in der Vorwoche zitierten Schreiben an die Ratsfraktionen postulierten (wir berichteten).
Seine Antwort in Sachen „konsumtive Brocken“ ist klar: „Wenn es über die fünf Prozent geht, ist der Haushalt nicht genehmigungsfähig. Wir müssen in den Arbeitsmodus kommen.“