1. Jüchen

: Mostert: Dieses „verdammte Jahr“ soll die Ausnahme bleiben

: Mostert: Dieses „verdammte Jahr“ soll die Ausnahme bleiben

„Kein Schützenfest, kein fröhliches Beisammensein, keine Kirmes und keine Buden für die Kleinen. Das Herz des Schützen blutet zurzeit. Auch wenn der Kopf natürlich insgeheim weiß, dass eine Absage von solchen Veranstaltungen wie unserem Schützenfest sinnvoll und unumgehbar ist, so schmerzt die Tatsache, das nichts am kommenden Wochenende in Holz stattfinden wird mit jedem Tag, dem wir dem eigentlichen Höhepunkt unserer Schützensaison entgegenkommen, ein bisschen mehr“, betont Christian Mostert, Präsident des Spiel- und Bürger-Verein Holz.

Holz. Nicht nur beim Schützenkönigspaar Marco und Julia Mehl wachse diese Trauer, sondern bei allen, die Holzer Heimatfest aus tiefstem Herzen feiern, unterstützen und lieben würden.

Und der Präsident betont weiter: „Es gibt derzeit viele Fakten und leider auch viele Fakenews bezüglich des Corona-Virus und wir alle haben unsere eigenen Meinung zur aktuellen Situation. Ich denke aber, dass der ganz große Anteil unserer Mitbürger mir zustimmen wird, dass es, auch weil viele ältere Gäste im Festzelt wären, unverantwortlich gewesen wäre, ein Fest wie das unsere, bei dem sich, da sollten wir ehrlich sein, spätestens nach einigen alkoholischen Getränken höchstwahrscheinlich nicht mehr an alle Regeln gehalten werden würde, einfach durchzuführen.“

Man habe im Vorstand kurz überlegt, was möglich ist und was nicht, und sei relativ schnell zu dem Entschluss gekommen, das Fest abzusagen. „Zu diesem Schritt hätten wir uns sicherlich auch ohne das Veranstaltungsverbot seitens der Politik verständigt, schon alleine aus Respekt vor den umliegenden Ortschaften, die ebenfalls keine Veranstaltungen durchführen können“, so Mostert.

Das Kronprinzenpaar Peter und Yvonne Buschbell hat seinen Amtsantritt ins kommende Jahr verschoben.

Glücklicherweise habe sich unser Kronprinzenpaar Peter und Yvonne Buschbell dazu bereit erklärt, das Amt des Schützenkönigspaares auch im kommenden Jahr auszuführen, was es für den Vorstand schon etwas erleichterte, diese Entscheidung zu fällen.

„Dennoch sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass ein solches Jahr nicht nur unserem Verein weh tut, sondern auch vielen Geschäftsleuten, die mit Schützenfesten ihre Brötchen verdienen. Ob Zeltverleiher, Bands, Security, Schausteller und so weiter – sie alle haben eine extrem schwere Zeit. Hier müssen dringend Lösungen zur Unterstützung solcher Branchen gefunden werden. Vielleicht kann ja auch der Eine oder andere von Ihnen dazu beitragen, dass es diesen Geschäftsleuten etwas besser geht, indem man ihre Angebote (die ja zum Teil auf alternative Art und Weise derzeit angeboten werden können) wahrnimmt“, fordert der Holzer Präsident engagiert auf.

Präsident Mostert kann sein letztes Schützenfest gar nicht feiern.

Am eigentlichen Schützenfestwochenende werden die Heimattreuen in diesem Jahr lediglich im kleinen Kreis einen Kranz zum Gedenken an die Verstorbenen Einwohner unseres Ortes niederlegen.

Die Kameraden der Artillerie werden außerdem am Samstag gegen 12 Uhr das Schützenfest „einböllern“.

Präsident Mostert: „Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn es Mittags einige Male laut knallen wird. Ansonsten wird von offizieller Seite nichts stattfinden. Ich appelliere hier auch an die Vernunft aller Vereinsmitglieder, sich bei privaten Treffen an die vorgegebenen Abstands- und Schutzmaßnahmen zu halten!“

Außerdem würde er sich freuen, wenn viele Holzer Bürger ihre Vereinsfahnen in diesem Jahr dennoch (oder auch gerade wegen der aktuellen Situation) an ihren Häusern heraushängen würden. Dies wäre ein ganz starkes Zeichen der Solidarität und eines intakten Ortslebens.

Und dann wird Mostert persönlich: „Liebe Holzer Bürger, da dies mein letztes Jahr als Präsident des Spiel- und Bürger-Vereins sein wird, würde ich gerne diese Gelegenheit nutzen, um einen letzten Appell an euch zu richten. Ich denke, es ist auch der wichtigste Appell den ich gemacht habe! Wir alle haben in diesem Jahr sehen müssen, wie es ist, wenn sich plötzlich nichts mehr tut. Es liegt an jedem Einzelnen von euch, ob dieses verdammte Jahr in unserem Ort als eine Ausnahme, als eine Randerscheinung und als eine einmalige Sache in die Geschichte eingehen wird oder ob es als schleichender Prozess zur Selbstverständlichkeit wird, dass immer weniger stattfindet. Sicher, einige werden behaupten das das doch gar nicht so schlimm ist und einige wären wahrscheinlich sogar froh darüber, wenn sie sich nicht mehr von Veranstaltungen ,gestört’ fühlen müssen. Aber der großen Mehrheit würde in unserem Ort doch etwas fehlen. Wir alle sind mit unserem Schützenfest, mit einer Gemeinschaft innerhalb unseres Ortes, mit Hilfsbereitschaft und mit Freundlichkeit in Holz aufgewachsen. Eben solche Werte, die unseren Ort schon immer ausgemacht haben, entstehen aber nur, wenn man sich regelmäßig trifft, wenn man sich austauscht und nicht wenn man sich hinter hohen Mauern einschließt. Deshalb bitte ich euch alle von ganzem Herzen darum, in Zukunft die Veranstaltungen des Spiel- und Bürger-Vereins zu besuchen und somit dafür zu sorgen, dass Corona uns zwar ein Jahr ausgebremst hat, aber das es im Anschluss vielleicht wieder etwas mehr so wird, wie es einmal war...“-tkG.