Tagebau Garzweiler Planungswerkstatt zur Entwicklung des Sees

Jüchen · Der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung wird die Region um den Tagebau Garzweiler erheblich verändern. So wird nach Beendigung des aktiven Tagebaus Garzweiler ab Mitte der 2030er Jahre dort einer der größten Seen Nordrhein-Westfalens entstehen. Bereits jetzt läuft durch den Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler die Planung für die möglichen Nutzungen des Sees, des unmittelbaren Umfelds und für die Gestaltung der Uferbereiche.

 Nach Beendigung des aktiven Tagebaus Garzweiler soll ab Mitte der 2030er Jahre in der Region einer der größten Seen Nordrhein-Westfalens entstehen.

Nach Beendigung des aktiven Tagebaus Garzweiler soll ab Mitte der 2030er Jahre in der Region einer der größten Seen Nordrhein-Westfalens entstehen.

Foto: Dreiseitl

Im Rahmen der Entwicklung des Masterplans findet am 21. Mai in der Stadthalle Erkelenz eine öffentliche Planungswerkstatt statt, zu der sich interessierte Bürger kostenfrei unter www.landfolge.de/seeentwicklung anmelden können.

Der zu planende See wird im endgültigen Zustand etwa 160 Meter tief sein und eine Fläche von rund 2.200 Hektar haben. Neben Mönchengladbach werden Erkelenz, Jüchen, Grevenbroich, Titz und Bedburg direkt in der Nähe des Sees liegen. Damit leben rund 450.000 Menschen im unmittelbaren Umfeld des geplanten Sees.

Die Menschen in den Anrainerkommunen des Tagebaus haben in verschiedenen Stufen die Möglichkeit, die entstehenden Konzepte zu diskutieren und ihre eigenen Ideen einzubringen. Erster Schritt der Beteiligung war eine breite Online-Befragung, die Anfang Mai abgeschlossen wurde. Die Ergebnisse dieser Online-Beteiligung geben dem Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler, den beteiligten Planungsbüros und den Städten und Gemeinden im Umfeld des Tagebaus wichtige Hinweise für die weiteren Konzeptentwicklungen. Sie fließen in die Erarbeitung des Masterplans ein.

Anknüpfend an die Online-Befragung findet nun die öffentliche Planungswerkstatt am 21. Mai statt, in der Ideen zum Arbeitsstand des Masterplans und Rückmeldungen aus den Anrainerkommunen gesammelt und diskutiert werden. Die Erstellung des Masterplans für die Nutzungen des Sees erfolgt durch den Zweckverband LANDFOLGE Garzweiler gemeinsam mit den Fachbüros RHA Reicher Haase Assoziierte, Club 94 sowie Project M und gemeinsam mit Fachleuten der RWE Power AG als Bergbautreibender, aus den Kommunen und den Landesbehörden. Die Projektleitung liegt bei Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher.

In der jetzigen Masterplanung sollen Nutzungen am zukünftigen See und die Gestaltung der Ufer festgelegt werden. Dabei werden die bestehenden Ideen und Konzepte zusammengetragen und an die neuen Gegebenheiten durch den vorgezogenen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung angepasst. Wichtige Fragen sind beispielsweise: Welche Nutzungen und Angebote sollen zukünftig am See entstehen? Wie wird das Ufer des Sees gestaltet sein? Welche Wege gibt es zum See und am See? Wo sollen sich Landschaft und Natur frei entfalten? Wo kann zukünftig Platz für neues Wohnen und Gewerbe entstehen?

Im Zuge der weiteren Erarbeitung des Konzeptes werden im Herbst 2024 geführte Touren mit der Bürgerschaft der Anrainerortschaften zur Diskussion von Detailplanungen im Umfeld des zukünftigen Sees stattfinden. Die Präsentation der Masterplanung erfolgt ebenfalls öffentlich und wird auch im Internet abrufbar sein. Die Beteiligung richtet sich in erster Linie an alle Bewohner der Anrainerkommunen des Tagebaus. Das sind Mönchengladbach, Erkelenz, Grevenbroich, Jüchen, Titz und Bedburg.

Die öffentliche Planungswerkstatt zur Seeentwicklung nach dem Tagebau Garzweiler findet am 21. Mai ab 18 Uhr in der Stadthalle Erkelenz, Franziskanerplatz 11, Erkelenz statt. Kostenfreie Anmeldung und Informationen unter: www.landfolge.de/seeentwicklung.

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