„Denk ich an Rommerskirchen in der Nacht ...“ Was Mertens um den Schlaf bringt

Eckum · In der vergangenen Ausgabe ging Bürgermeister Martin Mertens mit der Bundesregierung in Berlin hart ins Gericht (Leser-Reaktionen finden Sie in der Print-Ausgabe oder im e-Paper). Der Erft-Kurier wollte vom Chef der Gillbach-Gemeinde aber auch wissen, womit er in Rommerskirchen nicht zufrieden ist. Was ihm vor Ort unter den Nägeln brennt.

 In der vergangenen Ausgabe ging Gillbach-Bürgermeister Dr. Martin Mertens hart mit den Regierungen in Berlin und Düsseldorf ins Gericht. Doch er kann auch Selbstkritik: Hier listet er auf, womit er seiner Heimatgemeinde nicht zufrieden ist.

In der vergangenen Ausgabe ging Gillbach-Bürgermeister Dr. Martin Mertens hart mit den Regierungen in Berlin und Düsseldorf ins Gericht. Doch er kann auch Selbstkritik: Hier listet er auf, womit er seiner Heimatgemeinde nicht zufrieden ist.

Foto: SMeu.

B 477 n: Dass hier immer noch kein Fortkommen zu spüren sei, „da nehmen die Leute einen schon mit in die Haftung“, so Mertens. Noch im Dezember habe er in dieser Sache den Landtag angeschrieben. Er habe wissen wollen, wie es um die „frühzeitige Bürgerbeteiligung“ stehe, die für dieses Frühjahr zugesagt gewesen wäre.

Mertens: „Ich habe den Eindruck, dass das mit dem ,Weiterarbeiten‘ nicht läuft. Ich habe den Verdacht, dass im Ministerium eine halbe Kraft einmal in der Woche die Akten durch die Gegend schiebt und fertig.“ Offiziell heiße es, dass kaputte Brücken derzeit wichtiger seien. Aber: „Man kann solche Projekte wie die B 477 n nicht einfach liegenlassen.“

Der Bahnhof: Ein anderes Sorgenkind ist der Bahnhof. „Die Deutsche Bahn braucht für alles Monate“, seufzt Martin Mertens. Wirtschaftsfördererin Franziska Velder bestätigt: „Man braucht Monate, um bei der Deutschen Bahn den richtigen Ansprechpartner zu finden. Und bei den Ausblicken sprechen die immer von 2050 oder 2060 ...“

Die letzte Jahreszahl, die für die S-Bahntrasse nach Mönchengladbach genannt worden sei, sei 2035 gewesen. „Und eigentlich müssten nur ein paar Bahnsteige angehoben werden“, stöhnt Mertens. Anders als bei anderen Trassen gebe es hier kaum Probleme mit Bahnübergängen. Die S-Bahn sei jedenfalls „etwas, was wir haben wollen und wofür wir versuchen, Druck zu machen“, verspricht der Gillbach-Bürgermeister.

Venloer Straße: Auf der würde Mertens am liebsten den unsinnigen Wechsel zwischen den 30- und 40-Stundenkilometer-Festsetzungen sofort beenden und zu einer durchgängigen Regelung kommen. Da spielt der Rhein-Kreis aber nicht mit. Der sage, dass zunächst ein Rückbau erfolgen müsse, der dann aber – so Mertens – kostenneutral für die Anlieger gestaltet werden müsse. Jetzt würde ein Planungsbüro beauftragt, ein umfassendes Konzept zu entwickeln. Das Ganze soll aus dem Strukturwandel-Fonds finanziert werden. „Die Gemeinde kann leider nicht allein entscheiden“, so der Rathaus-Chef abschließend.

(Gerhard P. Müller)
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