Grevenbroicher „Lions“ sponsern „Kinderklinik für Sozialmedizin“ Laborausrüstung, Sauerstoffversorgung und OP-Leuchten wurden finanziert

Grevenbroich · Ist es vorstellbar, dass ein Krankenhaus – von der Planung bis zur Inbetriebnahme – nach 15 Jahren die ersten Patienten aufnimmt? Ist es vorstellbar, dass ein einzelner Mann in dieser kurzen Zeit neben seinem Beruf diesen Bau erdenkt, plant und in die Tat umsetzt? Natürlich kann die Antwort darauf nur „nein“ lauten. Stimmt aber nur zum Teil. Das „nein“ gilt selbstverständlich für uns in Deutschland, in Europa. Ganz anders in Ghana!

Am 1. November konnte das „Ghanaian-German Specialist Hospital“ seine Pforten öffnen und kann von nun an segensreich für die Bevölkerung wirken.

Foto: Jürgen Hildebrandt

Da gab es einen Kinderorthopäden in Dortmund, Dr. Samuel Okae. Er wollte etwas für seine Heimatstadt Accra (Ghana) tun. Seine Idee: eine „Kinderklinik für Sozialmedizin“.

Mit dieser Bezeichnung wollte er von Anfang an unterstreichen, dass in diesem Krankenhaus kein Kind wegen Armut der Eltern abgewiesen werden sollte. In dem westafrikanischen Land wird nämlich der überwiegende Teil der Bevölkerung weder vom Gesundheits-, noch vom Sozialsystem erfasst.

Der Eingangsbereich zur „Ghanaian-German Specialist Hospital“ am Tage der feierlichen Eröffnung.

Foto: Jürgen Hildebrandt

Daher ist (nicht nur) die Kindersterblichkeit enorm hoch. Malaria, Unterernährung, Tuberkulose gehören zu den nach wie vor lebensbedrohlichen Krankheiten.

Hier setzte Dr. Okae an, indem er 2010 ein Grundstück in der Nähe von Accra kaufte, 2016 einen gemeinnützigen Verein gründete und 2018 mit der Spendensammlung in Deutschland begann.

Die Spenden der deutschen „Liona“ wurde dankbar angenommen.

Foto: Jürgen Hildebrandt

Über Bekannte kam der engagierte Arzt auch auf den Grevenbroicher „Lions-Club“ zu und stellte dort sein Projekt vor. Das Echo: reges Interesse und eine große Spendenbereitschaft.

Schließlich konnte er mit den Mitteln (es waren schließlich 32.000 Euro), die vom Grevenbroicher Club bereitgestellt wurden, eine Laborausrüstung, Klimageräte, eine zentrale Sauerstoffversorgung und Operationsleuchten beschaffen. Private Spender, der Rotaryclub Grevenbroich, ein Krefelder „Lions-Club“ und die deutschen „Lions“ steuerten weitere 25.000 Euro bei.

Am 1. November 2025 konnte das „Ghanaian-German Specialist Hospital“ seine Pforten öffnen und kann von nun an segensreich für die Bevölkerung wirken.

Christian von Goeler und Dr. Samuel Okae während einer Distriktversammlung.

Foto: Jürgen Hildebrandt

Auf die Frage, welche Schlüsse aus dieser Erfolgsgeschichte für gezielte internationale Hilfe zu ziehen seien, antwortet Lions-Präsident Daniel Schmitz: „Ganz vorne steht das unermüdliche Engagement eines Einzelnen, der unbeirrt und ungeachtet aller Widerstände eine gute Idee verfolgt. Sodann lebt ein solch gigantisches Projekt von den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern aus Ghana und auch aus Deutschland. Und schließlich ist natürlich auch den vielen einheimischen Fachkräften für die unterschiedlichen Gewerke zu danken.“

(-ekG.)