Mit Daniel Rinkert hinter die Berliner Kulissen Mit Grünkohl raus aus den eigenen Kreisen

Grevenbroich · Bundestags-Abgeordneter Daniel Rinkert schreibt im Erft-Kurier in seiner Kolume „Mit Daniel Rinkert hinter die Berliner Kulissen“ über das Leben als Politiker ...

Daniel Rinkert berichtet über die Arbeit eines Politikers.

Foto: Photothek Media Lab

Wenn es draußen kalt wird und die Tage kürzer sind, ist für viele Zeit für deftiges Essen. Hier am Niederrhein gehört der Grünkohl einfach dazu. Ehrlich, bodenständig, ohne viel Schnickschnack. Und für mich immer auch eine Erinnerung an meine Mama.

In den vergangenen Monaten war ich viel unterwegs. In den Nachbarstädten rund um Grevenbroich habe ich als Parteivorsitzender und Bundestags-Abgeordneter zum gemeinsamen Grünkohlessen eingeladen. Ich mag diese Zusammenkünfte sehr, nicht nur wegen des Essens, sondern vor allem wegen der Gespräche.

Man sitzt zusammen. Manche kennen sich seit Jahren, andere lernen sich an diesem Abend erst kennen. Es wird gelacht, diskutiert, manchmal auch ein bisschen gestritten. Und irgendwann räumt man gemeinsam die Teller weg, zieht die Jacke an und geht wieder nach draußen. Oft mit neuen Gedanken im Kopf.

Bei meinen Begegnungen mit Vereinen, Initiativen, Unternehmen und Bürgern merke ich immer wieder, wie schnell man im Alltag in den eigenen Kreisen bleibt. Man spricht mit denen, die ähnlich denken. Man bewegt sich im vertrauten Umfeld. Das ist bequem, aber es greift zu kurz.

Raus aus den eigenen Silos, rein in die Begegnung. Das passiert nicht von allein. Es braucht den Besuch im Verein, das Gespräch an der Supermarktkasse, den Austausch am Infostand in der Innenstadt oder eben ein Mittagessen mit einem Teller Grünkohl wie bei Mama.

Ich werde bei diesen Terminen immer wieder aus meiner eigenen Perspektive herausgeholt. Und das ist gut so. Wirklich zuzuhören, andere Sichtweisen auszuhalten und zu verstehen, warum jemand zu einer bestimmten Haltung kommt, ist nicht immer einfach. Aber genau darin liegt der Wert solcher Begegnungen für mich. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wenn wir wollen, dass unsere Gesellschaft solidarisch in die Zukunft blickt, dann beginnt das hier vor Ort. Mit offenen Gesprächen, mit Respekt und mit der Bereitschaft, einander verstehen zu wollen.

Die Grünkohlsaison neigt sich dem Ende zu, der Frühling steht vor der Tür. Mit ihm kommt neues Licht und neue Bewegung. Vielleicht ist das ein guter Moment, auch im Alltag offener aufeinander zuzugehen und den Austausch zu suchen.

Ihr

Daniel Rinkert

(MdB, SPD)

(DaRi)