„Aus vier unterschiedlichen Programmen ein Programm für unsere Heimatstadt“ zu vereinbaren, sei gelungen, freut sich SPD-Partei-Chef Daniel Kober.
Wie das funktioniert hat, wird vielleicht am Thema der Fahrradstraßen deutlich, die die „Grünen“ eigentlich verstärkt einrichten, die Liberalen aber vehement verhindern wollen. Man wolle sich nicht an Begrifflichkeiten festhalten, so Renate Steiner. Letztendlich sei es egal, ob sie „Fahrradstraßen“ oder „Radwege“ heißen würden, „wichtig ist nur, dass ich mit meinem Rad sicher ankomme“. „Grünen“-Kollege Gehrmann ergänzt, dass man dieses Thema erst einmal nach hinten geschoben habe. Zunächst wolle man alte, ungepflegte, vergessene Radwege aufpeppen oder einebnen.
Die SPD
„Der Prozess hin zum ,Dialog-Bündnis‘ war geprägt von konstruktiven Gesprächen und dem gemeinsamen Willen, eine verlässliche Grundlage für die kommenden Jahre zu schaffen. (...) Entscheidend war am Ende der gemeinsame Blick nach vorn – denn letztlich zählen für die Bürger vor allem die Ergebnisse“, gibt Kober zu Protokoll.
Für Bürgermeister Klaus Krützen, der sich selbst „als fünften Teil des Bündnisses“ sieht, sind wichtige Themen der „Finanzierungsvorbehalt“, den er bei jedem Projekt sieht („Wir stehen unter massivem Druck!“) und das Vorhaben, die Stadtbetriebe wieder in die Verwaltung einzugliedern (die AÖR bringe keine großen finanzielle Vorteile).
Die FDP
Steffen Büttgenbach freut sich, nach 15 Jahren in Opposition endlich im „Regierungsbündnis“ zu sein. Somit könnten die Liberalen wirklichen Einfluss auf die Stadtentwicklung nehmen. Dabei unterstrich Markus Schumacher: „Das Bündnis will mit dem Geld auskommen, das es hat“. Wichtige Ziele seien die „24-Stunden-KiTa als Pilotprojekt“ und das Brauchtum als Thema in den Kultur-Ausschuss einzubinden. Sein Fazit: „Mein ganz persönlicher Ansatz war, ist und bleibt: Schauen, was gemeinsam möglich ist, und das dann zügig anpacken. Das schafft Vertrauen in die Institutionen des Stadtrates und schwächt die politischen Ränder. Beides sind gute Ziele.“
„Mein GV“
„Uns geht nicht darum, ob und wer Kröten schlucken muss! (...) Es gilt, gemeinsame Ziele zu definieren und die unterschiedlichen Wege zum Erreichen dieser Ziele im Dialog zusammenzuführen. Argumente werden sachlich ausgetauscht und gemeinsame Lösungsansätze gesucht. Wir lassen uns dabei von gesundem Menschenverstand (...) leiten“, kommentiert Martina Suermann-Igné die Anfrage des Erft-Kurier. Sie will, dass die Innenstadt verstärkt als Wirtschaftsraum gesehen wird, um dem „Trading-Down-Effekt an der ein oder anderen Stelle“ entgegenzuwirken. Sicherheit und Sauberkeit („Wer hält sich noch an Regeln?“) sollen Thema werden.
Die „Grünen“
Peter Gehrmann beschreibt den Weg zum „Dialog-Bündnis“ so: „Im Mittelpunkt standen stets die Suche nach tragfähigen Schnittmengen sowie der Respekt vor unterschiedlichen programmatischen Ausgangspunkten. Entscheidend war am Ende der gemeinsame Blick nach vorn – denn letztlich zählen für die Bürger vor allem die Ergebnisse, die wir gemeinsam erreichen.“
Die Mobilitätswende, bezahlbarer Wohnraum, die Beschleunigung der Planungsprozesse („Bauen darf nicht fünf Jahre dauern.“) und „echte Bürgerbeteiligung“ sind seine Themen. Renate Steinert: „Grevenbroich hat viel Schönes“. Und das gelte es zu stärken.