1. Grevenbroich

: Warum zu dieser Hochzeit Kardinal Woelki seinen Segen geben musste

: Warum zu dieser Hochzeit Kardinal Woelki seinen Segen geben musste

Eigentlich war alles so schön geplant und getimt: Magdalena Chomicz und Burkhard Krüppel wollten ihr „Ja zur Ehe“ im passend großen Rahmen feiern. Doch dann kam Corona. Dank des Segens von Kardinal Woelki wird die Hochzeit jetzt trotzdem etwas ganz Besonderes...

Elfgen. Doch der Reihe nach: Am 12. 12. (ihrem Geburtstag) gab es den Heiratsantrag. Am 6. 6. (seinem Geburtstag) sollte die kirchliche Trauung erfolgen. Für den heutigen Samstag war ein großer Polterabend mit rund 300 Leuten geplant. Am Montag sollte die standesamtliche Ehe in der „Villa Krüppel“ vollzogen werden. Und für den 6. Juni war „St. Georg“ in Elfgen gebucht. Klar ist, dass mit der Corona-Schutzverordnung alle Planungen in die Tonne gedrückt werden konnten.

„Wir heiraten aber ja eigentlich für uns“, macht Burkhard Krüppel klar, als er sich gemeinsam mit seiner Braut im Schatten von „St. Georg“ mit dem Erft-Kurier trifft.

Und so kam der Plan auf, anstelle des Polterabends in 2021 oder 2022 ein großes „Ersatz-Sommerfest“ für alle Freunde zu geben, trotzdem aber in diesem Jahr zu heiraten.

Übrigens kannten sich Magdalena Chomicz und Burkhard Krüppel (sie ist selbstständige Ergotherapeutin am „Hammerwerk“, er gehört in die Allrather Gartenbauer-Dynastie) schon länger. Zusammenkamen sie aber eigenen Angaben zu Folge am 28. September um 23.45 Uhr während des Allrather Schützenfestes. „Sie hat mich gerettet“, lacht der glückliche Bräutigam. ...und lässt alle weiteren Fragen dabei bewusst offen.

Der neue Termin für die standesamtliche Hochzeit war schnell gefunden: Pfingstdienstag, der 2. Juni. Diese Trauung findet – allen Pandemie-Vorschriften gemäß – im ganz kleinen Familien- und Freundeskreis statt.

Aber es sollte doch auch eine kirchliche Hochzeit vor Altar und Pfarrer geben...! In Pfarrer Seither und Pfarrer Schirpenbach fanden die beiden große Unterstützung. „Die waren alle hier sehr kompetent“, lobt Burkhard Krüppel die örtliche Geistlichkeit.

Doch letztendlich entscheiden konnte die auch nicht. Die mussten die entsprechende Bitte an das Generalvikariat in Köln weiterleiten. Und Kardinal Woelki musste höchstpersönlich entscheiden.

Der gab seinen Segen zu der kirchlichen Trauung, die nun ebenfalls am Dienstag unter strengsten Sicherheitsbedingungen stattfinden wird. Genau 20 Leute dürfen die Hochzeitsmesse feiern. Dabei gibt es einen genauen Sitzplan und eine detaillierte „Einbahnstraßenregelung“ im Gotteshaus. „In jeder Bank dürfen maximal zwei Personen sitzen, die aber aus einem Haushalt kommen müssen“, erläutern die beiden das Prozedere.

Einzelpersonen müssen auch alleine in der Kirchenbank Platz nehmen. Die Gäste sind so angeordnet, dass sie von Reihe zu Reihe alternierend sitzen. „Zuerst müssen die in die Kirche gehen, die vorne sitzen“, führt Magdalena Chomicz weiter aus. Dann gehe es Reihe für Reihe weiter. Natürlich müsse bis zum Erreichen des Sitzplatzes eine Mund-Nasen-

Maske getragen werden.

Am Ende werden die Gäste in gestreng umgekehrter Reihenfolge die Kirche wieder verlassen. Draußen, auf den Wiesen rund um das Gotteshaus, dürften dann auch weitere Gäste warten, wenn diese die Hygieneschutzbedingungen (Maske, Abstand und so weiter) einhalten. Viel Aufwand. Aber: „Wir sind das erste Paar, das seit Corona kirchlich heiraten darf. Und das nicht nur im Rhein-Kreis, sondern weit darüber hinaus“, verkündet Burkhard Krüppel mit spürbarer Begeisterung und jeder Menge Stolz. Gefeiert wird – wieder im Familienkreis – dann im großen Garten des glücklichen Paares.

Dort ist alles schon aufgebaut und Caterer Thomas Stenbrock aus Neukirchen wird das Buffet so gestalten, dass es Corona technisch keine Probleme macht. In diesem Garten sollen übrigens auch die Flitterwochen verbracht werden.